30. November 2007
29. November 2007
Da ist sie wieder, die Killerspiel-Diskussion. Wo war sie eigentlich? Problem gelöst? Ach ja, beinahe zwei Amok-Läufe gehabt wie damals in Tessin, deswegen wohl, damals als ich mir als Vater so meine Gedanken machte, oder damals bei Sebastian B..
Was ist zwischenzeitlich passiert? Stimmt, Herr Beckstein wollte mal vorstoßen und gleich mal alle Käufer für 1 Jahr in den Knast stecken.
Aber die Medien bleiben dran, wider das Vergessen, löblich, oder? – Gar nichts ist löblich, es ist alles populistische Scheiße, was da wiedergegeben wird, Volksverdummung aus der ersten Reihe oder mit dem zweiten, mit dem man besser sieht, direkt aus den öffentlich-rechtlichen Medienanstalten, jedenfalls wenn auch nur das Video von Matthias Dittmayer, worauf Stefan Niggemeier in seinem Artikel »Medien im Blutrausch«, auch wenigstens nur im Ansatz stimmt. Und auch ohne es prüfen zu können, Zweifel habe ich leider nicht, zu sehr passt es ins Bild, zu sehr war es nicht anders zu erwarten, wenn Dittmayer die Sendungen „Panorama”, „Hart aber Fair”, „Kontraste” oder „Frontal 21″ unter die Lupe nimmt und statt Fakten nur noch Populismus findet. Aber seht erstmal selbst:
Direktlink zu YouTube
Warum ich mich aufrege? Nicht weil ich ein Freund der Killerspiele wäre oder je würde, das habe ich in den eingangs zitierten Artikeln hier im Blog oft genug dargelegt. Ich rege mich auf, weil diese Art der Berichterstattung alles zerstört, jede Diskussion. Sie formiert Meinungsblöcke, aufgebaut auf Vorurteilen und Halbwissen, Stammtischparolen und Binsenweisheiten, gepaart mit selektiver Desinformation. Es geht ihnen offensichtlich nicht um das Problem, oder eine Lösung. Es bedient. Es bedient den Massengeschmack, das Vorurteil. Ein Thema das reißt muss auch reißend gemacht sein. Man wollte nichts subtiles, differenziertes, man wollte den Bang. Keine Zwischentöne, klare Botschaften. Und was nicht passte wurde passend gemacht.
Statt anzufangen zu verstehen, aufeinander zuzugehen, werden die Brücken mit solcher Berichterstattung eingerissen und die Gräben vertieft. So kriegen wir nie eine Lösung auf ein gesellschaftliches Phänomen und vielleicht auch Problem, auch wenn es (vielleicht: noch nicht) beweisbar ist.
Ich wiederhole mich gern: Mir geht es nicht darum, wann welche Grenze wo überschritten ist, mir geht es um den Grundsatz, die Frage: Warum gibt es überhaupt Angebot und Nachfrage, eine Tötungshandlung bis an die Grenzen der realen Wahrnehmung darzustellen und auszuüben, warum prägen und visualisieren wir überhaupt das treten auf einen am Boden liegenden wehrlosen Körper, was tickt in unseren Köpfen, dass wir danach wohl einen Bedarf haben und einen Markt, der den Bedarf deckt?
Dann eben nur für Erwachsene? Das fordern die, die ein generelles Verbot einerseits als Entmündigung des Bürgers sehen und andererseits eine Tabuisierung noch nie ein Problem behob – was im Übrigen auch meine Meinung ist. Aber machen wir uns doch nichts vor, die Welt sieht anders aus. Und gerade kommt – wie “gerufen” – die Kollegin zu mir und sagt:
Gestern kam der 8jährige Nachbarsjunge zu meinem 11jährigen Sohn und wollte ein Playstation-Spiel tauschen. Mein Sohn brachte es mir und zeigte mir, was der Junge da mitbrachte: Grand Theft Auto San Andreas [Anm.: Altersfreigabe ab 16]
So sieht die Realität aus.

Klingt doch gar nicht schlecht: Detaillierte Statistiken zum eigenen Blog direkt aufrufbar über das WordPress Dashboard (= Tellerrand) ohne die eigene Datenbank zu belasten?
There are hundreds of plugins and services which can provide statistics about your visitors. However I found that even though something like Google Analytics provides an incredible depth of information, it can be overwhelming and doesn’t really highlight what’s most interesting to me as a writer. That’s why Automattic created its own stats system, to focus on just the most popular metrics a blogger wants to track and provide them in a clear and concise interface.
Das ganze direkt von WordPress.com (benötigt einen API-Key, den gleichen wie Akismet) und nennt sich: WordPress.com Stats
Das muss ich ausprobieren. Das WP Plugin Semmelstatz hat sich ja auch in einer ganz neuen Version vorangekündigt und eigentlich war das immer das Tool meiner Wahl. Allerdings setzte mir damals 1&1 schon das Messer auf die Brust, weil angeblich zu viel Datenbank-Traffic erzeugt worden sei und auch andere Blogger berichteten mir (ab einer gewissen Besucherzahl pro Tag) von Problemen und inoffiziellen Hinweisen, dass Semmelstatz und Spam-Karma die Datenbank herausfordern würden. Ich bin leider Datenbank-technisch nicht versiert genug, um das wirklich beurteilen zu können, hab seitdem aber die Finger von gelassen, denn auch mein neuer Hoster all-inkl wollte mir auf Nachfrage keinen Persilschein für die Nutzung geben.
Jetzt also mal dieses Tool, auf das alle Welt meine Zahlen kenne. Na ja, Alexa sammelt ja schon länger ohne mich zu fragen. Und viele viele andere tun das sicher auch …
Von Google verlassen, mit Blasinstrumenten kompromittiert, die Blogseele für eine Handvoll Euros eh schon verkauft – Zeit für ein frisches und passenderes Design.
Fehlt noch an ein paar Ecken und Enden, aber wer schon mal nen Schulterblick (Redesign, Neustrukturierung der Navigation, neues Look&Feel, Überarbeitung von Bildwelt und Tonalität) auf die Kategorie Bloggersdorf sehen will:
Endl.de Beta 2.3651 RC preview
[via]
28. November 2007

Es gibt Menschen, die entfernen die Schutzfolien von Geräten nicht. Also ich meine nicht die, die es gar nicht merken und verdutzt gucken, wenn du mit zwei Fingern an der Lasche nach Monaten des Gebrauchs fragst, ob du das nicht für sie mal entfernen solltest. Ich meine die, die penibel darauf achten, dass die Display-Schutzfolie dran ist und bleibt. Am Videorecorder, am Handy und natürlich an der Digitalkamera. Es würde mich mal interessieren, ob es einen Zusammenhang gibt und diese Leute auch Schonbezüge in ihrem neuen Auto haben.
Die Frage ist für mich, welchen Sinn es macht etwas zu schonen und schützen. Alte ausgelaugte Autositze so wieder etwas ansprechender zu machen ist nicht das Thema, auch nicht um gräßliche Farben des an sich prima Gebrauchten zu kaschieren. Es geht darum das Neue, das Makellose zu bewahren – doch für was? Was habe ich davon zu wissen, dass das Display “unter” dieser hässlichen Folie, die dann sogar von manchen auch noch regelmäßig ersetzt wird, eine wunderebare Haptik und Schönheit hat?
Eine Folie hat für mich immer die Ästhetik einer Folie, nie der Brillanz von Glas oder wenigstens die Anmutung von glattem, polierten gehärteten Plastik. Tauscht man das Gefühl das Perfekte zu bewahren gegen den Genuß dessen ein? Siegt die Angst davor, dass es sich abnützt, verkratzt oder an Wert verliert?
Mein Vater hatte einmal einen leicht neurotischen Kollegen, der sein Auto nicht nur pflegte, er behandelte es wie ein Juwel. Die Frau durfte nicht einmal mit Ringen am Finger den Wagen besteigen, an Regentagen fuhr er mit dem Fahrrad und bei Flugrost auf dem Auspuff ließ er selbigen komplett austauschen. Als der Wagen dann doch in die Jahre kam trennte er sich schweren Herzens davon und verkaufte ihn an einen Freund seines Sohns, der als erste Amtshandlung den Wagen per Hand umlackierte… (Anm.: Keine Sorge, lieber Leser, der Kollege meines Vaters hat es überlebt)
Handys gehen kaputt, ob mit oder ohne Schutzfolie, sie altern und werden mit Zeitablauf wertlos. Autositze können unter den Schonbezügen vielleicht lange ihre Ursprungsfarbe bewahren und fleckenfrei bleiben, aber abgenutzt und ausgesessen werden sie so oder so. Und was nutzt es mir, wenn ich dann ein paar Euro mehr bekomme, weil der bessere Zustand des Wagens oder des Handys dem Nachkäufer das auch mehr wert ist, denn diesen Mehrwert musste ich mir ja auch selbst versagen, ich mache also keinen Gewinn.
Ist das vielleicht ein Lebensprinzip? Lieber etwas nicht zu benutzen, nicht nach außen tragen, es bewahren und schonen, nur damit es nicht kaputt geht oder Kratzer bekommt? Oder gehört das Vergängliche, die Abnutzung, nicht zu uns, macht etwas erst auch zu unserem, zu einem Teil des Lebens? Ich meine das nicht nur in Bezug auf Gegenstände, sondern auch in Bezug auf Situationen, Gefühlen, Erlebten und Geteiltem. Lieber etwas wegpacken, in die Erinnerung stauen, als es in die Hand nehmen und damit leben. Auch auf die Gefahr hin, dass es sich verändert, dass es vielleicht kaputt geht, ersetzt werden muss? Ist es das nicht wert, bevor wir etwas unter Verschluß verrotten lassen oder nach Jahren feststellen müssen, dass das, was da so wie neu in seiner Schachtel liegt, längst uns nicht mehr passt oder seinen Reiz und Glanz längst verlor?
Meine Frau hatte wohl Recht: Als ich mit meinem neuen Fahrrad meinen ersten Abflug hatte und beklagte, dass nun der Lenker einen sichtbaren, wenn auch nicht tragischen, Schaden als Andenken mitbekam, da sagte sie: Jetzt ist es Deines.
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