
Ist der Mensch eigentlich ein kultivierter Wilder oder ein (bisweilen) wilder Kultivierter?
Sind wir in unserem innersten bestrebt nach Frieden und gesellschaftlichem Konsens, oder ist unser Sreben nach Ordnung (wie in einer Demokratie) nur das Produkt nacktem Kalküls? Das Ergebnis eines analytischen Prozesses und der daraus resultierenden Logik, dass wir zwar so unsere Triebe unterdrücken müssen und wider unsere Natur handeln sollen, aber uns dafür mit einem Mindestmaß an Sicherheit versorgt sehen. Sicherheit in Bezug auf unsere nahrungstechnische Versorgung, eines gewissen und notwendigen Fortschritts und unsere persönliche Sicherheit inkl. dem unserer Nachzucht.
Für den Kultivierten in uns spricht unsere Entwicklung, also die gesamtgesellschaftliche Tendenz weg von der Barbarei hin zur globalisierten Demokratie. Für den Wilden in uns spricht allerdings so ziemlich alles andere. Begonnen in den Kinderzimmern, wo kultiviertes Leben, die Vorteile eines organisierten Zusammenlebens mit Geben und Nehmen, erst mühsam und gegen Widerstand erzieherisch vermittelt werden muss. Fehlt dieser erzieherische Eingriff, kommt in der Regel erst in der staatlich verordneten Zwangsgemeinschaft für alle Beteiligten ein böses Erwachen – davor regiert von den Mitgeschwistern bis zum Spielplatz das ureigene Recht des Stärkeren.
Aber auch das ist ja noch evtl. als notwendiger Prozeß zu verstehen, ein Zeitraffer der Menschheit in Menschengestalt: Geboren, barbarisch, lernend, kultiviert.
Vielleicht lohnt ein Blick über den Tellerrand, was machen Erwachsene, sind sie in ihrer Balance aus Sicherheit und Angst vor “wer weiß was noch schlimmer werden könnte” beraubt. Terrorismus bedroht unsere Gesellschaft und bringt sie in Unordnung. Führt dies zu Destabilisierung, wenn die vermeintliche Sicherheit als Fauspfand entfällt? Wohl Nein, weil der Bedrohung nur durch eine Solidargemeinschaft begegnet werden kann. Der Angriff von Außen ist eine Bedrohung der Sicherheit, keine Infragestellung.
Was, wenn der Mensch in eine Anarchie geworfen wird? Die Antwort ist wohl in vielen afrikanischen Staaten zu sehen. Wenn das politische System instabil ist, könnte man durchaus der These folgen, dass der Mensch ein Wilder ist. Wenn Menschen die Sanktion nicht fürchten, weil Legislative, Judikative und Exekutive nicht funktionieren, regiert der blanke Wahnsinn: Plünderungen, Vergewaltigungen, Kindesmissbrauch, Exekutionen.
Doch ist dies die Natur der breiten Bevölkerung? Oder strebt diese nicht gerade wieder (und damit die gesellschaftliche Evolution wiederholend) einer festen Ordnung zu, die eben wieder Sicherheit bietet? Das Volk wohl definitiv, aber man ist wohl auf der richtigen Fährte.
Was also kann man dem Menschen “antun”, um sein wahres Gesicht zu zeigen, seine wahre Natur zu offenbaren? Der Verlust von Sicherheit und Wohlstand ist es nicht, denn der führt wieder dazu danach zu streben – eine sich wiederholende Entwicklung und so nur eine Momentaufnahme.
Willst du den Charakter eines Menschen erkennen,
so gib ihm Macht.
Abraham Lincoln
Gib dem Menschen Macht. Erhebe ihn seiner kleinen Sorge um sein persönliches Heil, weil dies gesichert erscheint, und gebe ihm die Möglichkeit über dem System zu stehen.
Wie wird er sein, der Mensch? Wird er seine Macht nutzen, um sich selbst weitere Vorteile zu sichern, unermessliche und unersättliche Reichtümer anzuhäufen, während neben ihm die Menschen krepieren? Würde – überträgt man die Macht von einem einzelnen auf eine definierbare Gruppe, einem Unternehmen, einen Staat – man seinen Wohlstand und Einfluß in den Dienst der Gesamtheit stellen, oder würde man beginnen die Gesamtheit unter sich zu bringen, sich selbst zum einzig wahren Gottesstaat resp. Gods own country erklären und versuchen seinen Reichtum nur mit sich und seinesgleichen zu teilen? Würden Unternehmen, sind sie erst einmal enthoben von nationalen Regeln und Vorschriften, wenigstens ihren eigenen “Untertanen” Schutz und Versorgung bieten, oder würde der Führungskopf damit beginnen sich und seinen Anteilseignern maximalen Gewinn bei größtmöglicher Ausbeutung seiner Untergebenen, seines Umfelds/”Wirts” und der zur Verfügung stehender Ressourcen, versprechen?
Was würde der Mensch also wohl tun, wenn das Ausleben ureigenster “Instinkte” ungehindert zum Erfolg führen würde, zu einem noch größeren und unermesslicheren Erfolg, als die Unterdrückung seiner “Triebe”?
Lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit, non novit.
Kurzform “Homo homini lupus”:
Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf.
Titus Maccius Plautus
Ist der Mensch eigentlich ein kultivierter Wilder oder ein (bisweilen) wilder Kultivierter?
Sind wir in unserem innersten bestrebt nach Frieden und gesellschaftlichem Konsens, oder ist unser Sreben nach Ordnung (wie in einer Demokratie) nur das Produkt nacktem Kalküls? Das Ergebnis eines analytischen Prozesses und der daraus resultierenden Logik, dass wir zwar so unsere Triebe unterdrücken müssen und wider unsere Natur handeln sollen, aber uns dafür mit einem Mindestmaß an Sicherheit versorgt sehen. Sicherheit in Bezug auf unsere nahrungstechnische Versorgung, eines gewissen und notwendigen Fortschritts und unsere persönliche Sicherheit inkl. dem unserer Nachzucht.
Für den Kultivierten in uns spricht unsere Entwicklung, also die gesamtgesellschaftliche Tendenz weg von der Barbarei hin zur globalisierten Demokratie. Für den Wilden in uns spricht allerdings so ziemlich alles andere. Begonnen in den Kinderzimmern, wo kultiviertes Leben, die Vorteile eines organisierten Zusammenlebens mit Geben
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Blog-Tags: geschichte, mensch, philosophie, recht, sicherheit, unternehmen, vergangenheit, zukunft
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