Vorratsdatenspeicherung ist Kinderkacke

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Die letzten Tage wird man vermehrt auf diese komische Vorratsdatenspeicherung angesprochen … jetzt … wo sie beschlossen ist … :roll: … typisch. Meine Reaktion ist gewohnt gelassen: Vorratsdatenspeicherung ist für mich Kinderkacke. Warum? Weil das an sich zwar schon ein ziemlich schwerer Schlag in dein Grundrecht auf den Schutz deiner persönlichen Daten und deinem Recht auf Selbsbestimmung damit ist, aber (aber! sic!) was da real an Bedrohung diesbezüglich besteht, dagegen ist unser kleines bürokratisiertes Vorratsdatenspeicherlein doch nahezu niedlich.

Ich will kein Google-Bashing betreiben, aber ich predige die ganze Zeit die Problematik, wenn zu viele Daten in eine Hand gelangen. Und ich weiß, das Thema ist irgendwie so abstrakt, so technisch und zugleich so weit weg – aber was heute passiert wird unser Leben morgen prägen, ja vielleicht sogar sehr schwerwiegend beeinflussen, da bin ich mir sicher.

Aber vielleicht finden die Worte des Informatik-Professor Hermann Maurer mehr Gehör als meine:

Die Problematik ist zunächst die, dass Google als größte und mächtigste Detektei, die es jemals gab, über jede wichtige Person und Organisation ein sehr genaues Dossier mit Informationen hat. Das alleine ist natürlich schon gefährlich. Für Privatpersonen deshalb, weil dadurch unsere Privatsphäre zutiefst gefährdet wird und Informationen auch fallweise gegen uns benutzt werden können. Es wäre durchaus denkbar, dass, wenn jemand so viele Informationen über Personen hat, er diese unter Umständen an andere verkauft und zu seinen Gunsten ausnützt. Ich will Google nicht beschuldigen, dass so etwas schon getan wird. Eine gewisse Versuchung muss es allerdings schon sein, wenn jemand eine größere Summe bietet, um Informationen über eine bestimmte Gruppe von Menschen zu kriegen. Was aber vielleicht noch wichtiger ist, ist die Tatsache, dass Google auch viel über Firmen, Unternehmungen und ökonomische Strömungen in der Welt weiß. In gewissen Bereichen kann das Unternehmen so recht gute Prognosen der Zukunft abgeben. Natürlich ist da die Versuchung für eine Firma groß, das auch beispielsweise am Aktienmarkt auszunützen.

Und neben der “Versuchung” steht dann – imho – noch die Kleinigkeit staatlicher Eingriffe wie durch sowas wie den Patriot Act – und dann geht es nicht um Geld, dann geht es um (politische) Macht.

Ein absolut lesenswertes Interview beim medienhandbuch über Google, Data-Mining, Wissensverflachung und mit einem Plädoyer für Sensibilisierung für ein gesundes Misstrauen: »Google ist die mächtigste Detektei, die es je gab – Interview mit dem Informatik-Professor Hermann Maurer«

Das wichtigste ist zu verstehen, dass es nicht um die Suchmaschine Google alleine geht, sondern um das Imperium Google. Es ist die Kombination der verschiedenen Unternehmungen von Google wie YouTube, GoogleEarth, GoogleMail etc. die im Komglomerat die gesammelten Informationen untereinander austauschen, bewusst koordinieren und verschmelzen. Das macht die Situation so gefährlich.

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Ich glaub, das war's.