Krass: 45 Milliarden für Yahoo! – Microsoft greift Google frontal an

Das ist mir eine Eilmeldung vom Spiegel wert:

Microsoft will Yahoo schlucken – für 44,6 Milliarden Dollar

Frontalangriff auf Google: Microsoft will für 44,6 Milliarden Dollar die zweitgrößte Internetsuchmaschine Yahoo übernehmen. Der Softwaregigant will damit zum Marktführer beim Geschäft mit Onlinewerbung werden.

Quelle: SPON

Ich bin ja durchaus ein kritischer Begleiter des Google-Werdegangs und habe nichts gegen Widerstand gegen ungebremsten Wachstum. Aber was ist noch schlimmer als ein Internet-Monster? Genau, zwei Monster. Yahoo! war mir persönlich bis dato eher ein verwirrter Dinosaurier, die sich auf keine Richtung einigen konnten und nur hier und da unliebsam als staatliche Kollaborateure auffielen. Aber Microsoft wusste schon immer, wie Monopol und Macht zusammenhängen und das Information eine bedeutende Währung ist.

Kurzum: Mir graut davor – wenn der Deal klappt – nun zwei dieses Kalibers den Weltmarkt auseinanderreißen und aufteilen zu sehen. Statt einer sinnvollen Zerschlagung von Google sind nun zwei Player im Spiel, die sich ganz sicher null um nationale, moralische oder gesellschaftspolitische Belange kümmern, sondern einzig dem Profit und ihren Anteilseignern verpflichtet sind. Die politische Unfähigkeit und vielleicht auch eine einfach offenbar gewordene Machtlosigkeit im Umgang mit Google war schon erschreckend (ich erinnere nur an die europäischen Datenschützer), im Software-Bereich zeigte man da bei Microsoft in Europa wenigstens einen gewissen Kampfesgeist im Software-Sektor. Jetzt mit zwei dieses Kalibers schwant mir schreckliches.

Und von welcher Macht wir hier reden zeigt einfach einmal die Investitionssumme: von knapp 45 Milliarden Dollar ist hier die Rede. Das ist mehr (wenn ich mich nicht verrechnet habe) als das Bruttosozialprodukt von Ländern wie Kroatien, Ecuador oder Bulgarien.

Wer soll solchen Konzernen eigentlich noch Paroli bieten? Sind die Gedanken zu Epic 2015 gar keine ferne Utopie mehr?