Fastenzeit 08

Oh Mann, das ist dieses Jahr ja echt früh mit Fasching und morgen geht Fastenzeit los.

Ich mach da ja jedes Jahr mit, und wie immer erwarte ich die gewohnt guten Ratschläge und „Tipps“ von allen Seiten. Hab ich sicher schon mal geschrieben, aber das ist echt immer Wahnsinn, was man da so so erklärt bekommt, was und wie man fasten sollte – wohl gemerkt meistens von denen formuliert, die selbst gar nicht fasten und auch nichts davon halten.

Und auch dieses Jahr hab ich wieder ne Spezialregel parat – wird mir sicher als Inkonsequenz ausgelegt, schon klar. Aber ich hab mich schon immer gefragt, warum man biblisch von 40 Tagen Fasten spricht, bis Ostern aber 7 Wochen sind (das sind dann rechnerisch wohl 46 Tage). Der „Trick“ ist der Sonntag, der wird da nicht mitgerechnet. Und das mach ich dieses mal auch, wenn ich dann nicht „freiwillig“ doch verzichte: Sonntag sind alle Tabus aufgehoben, von 0:00 Uhr bis 24:00 Uhr.

Aber was heisst schon „alle“, ich bin dieses Jahr eigentlich nur auf Non-Alkohol eingeschossen. Ich mach das ja immer nach Gefühl und was ich denke, was so mal wichtig wäre sich zu enthalten. Vielleicht kann man das, wenn man so gar nichts mit am Hut hat, nicht nachvollziehen, aber ich freu mich mittlerweile immer schon drauf.

Klar, könnte man auch sonst jederzeit auf was verzichten, aber so „ritualisiert“ und natürlich auch mit dem religiösen Background hat das was ganz besonderes. Das ist so ne Art Konzentration, ein „sich vorbereiten“, die Bereitschaft mal einen Schnitt zu machen und sich wieder zu „kalibrieren“. Ich glaub, das erwarten viele von Weihnachten und das führt dann zum totalen Crash, weil man meint gerade in so einem familiär-emotionalen Ausnahmezustand ausgerechnet seine innere Ruhe zu finden. Andere fahren dazu in Urlaub und manche schaffen das dort sogar. Mir ist Urlaub alles mögliche, neuer Input, andere Sichtweise usw., aber selten ein zur Ruhe kommen.

Naja – und gewichtstechnisch ist ein wenig Fasten sicher auch kein Schaden. Die berühmten Pfunde wenigstens, die nach Weihnachten plötzlich auch noch dazu kamen. Aber wie sagte ne Frau kürzlich so treffend: Unser Problem sind nicht die Pfunde zwischen Weihnachten und Neujahr, sondern die zwischen Neujahr und Weihnachten.