Hier ein Lesetipp/-befehl [via Schockwellenreiter]
»Da der Widerstand gegen diese Praktiken bislang trotz gelegentlicher Kritik insgesamt gering ausfällt, dürfte Google mittlerweile nicht nur über die größte Datenbank an Nutzerinformationen weltweit verfügen. Vielmehr spricht vieles dafür, daß der Konzern heute über mehr Wissen über die Bürgerinnen und Bürger verfügt, als irgendeine Institutionen zuvor in der Menschheitsgeschichte. [...] Vermutlich werden wir uns damit abfinden müssen, daß Konzerne in den persönlichen Daten der Bürgerinnen und Bürger längst nicht mehr deren Privateigentum sehen, sondern diese immer mehr zur Ware machen.«
Daniel Leisegang fasst in den »Blättern für deutsche und internationale Politik« den Status Quo zusammen:
Der Vorstandsvorsitzende Eric Schmidt beschreibt die Geschäftsstrategie des Unternehmens zutreffend als die „heilige Dreieinigkeit aus Suche, Anzeigen und Programmen“. Diese Liaison von Geschäftsfeldern ist in erster Linie dafür verantwortlich, dass der Konzern heute weit in die Privatsphäre der Internetnutzer eindringt. [...]
Wie aber garantiert das Unternehmen, dass diese ungeheuren Datenmengen nicht missbraucht werden? Getreu dem betriebsinternen Slogan „Don‘t be evil“ versichert der Konzern, dass die gespeicherten Nutzerdaten keinesfalls „für die Identifizierung einzelner Personen verwendet“ würden. [...]
Deshalb, behaupten Kritiker zu Recht, trifft auch Google sehr wohl redaktionelle Entscheidungen, selbst dann, wenn es nur einen – vermeintlich neutralen – Suchalgorithmus festlegt.
Da Google seine Algorithmen zudem nicht verrät, ist nicht ohne weiteres nachvollziehbar, aus welchen Gründen bestimmte Suchergebnisse bevorzugt werden. [...]
Über welche Möglichkeiten Google bei der Selektion von Suchergebnissen tatsächlich verfügt, zeigte der Fall der „Großen Chinesischen Firewall“ [...] Nur kurz danach investierte das Internet-Unternehmen mit Billigung der Pekinger Regierung in Badu, die zweitgrößte Suchmaschine des aufstrebenden Riesenreiches. Offenbar wollte sich Google als Global Player das Wohlwollen der chinesischen Regierung erkaufen – und dies durch die Beteiligung an Zensurmaßnahmen.
Leisegang schlägt einen weiten Bogen und legt dar, wie die Informationen zum gläsernen Menschen zusammengetragen werden inklusive einer neuen Zielrichtung: Gesundheitsdaten. Auch ihm missfällt dabei die Macht- und Tatenlosigkeit der Politik:
Eine öffentliche und politische Kontrolle des Suchgiganten ist angesichts dieser Macht längst überfällig. Von einer Einhegung seiner Geschäftstätigkeiten kann jedoch keine Rede sei, im Gegenteil: Auch in Zukunft wird das Unternehmen unvermindert die Daten seiner Nutzer sammeln – und zwar durch gezielte Investitionen in strategische Wachstumsmärkte.
Wie nah man am letzten Stück des Weges (zum “Google total”) ist, zeigt Leisegang bei der technischen Entwicklung auf:
Bislang sind die sozialen Netzwerke und ihre Mitglieder voneinander getrennt und verfügen in der Regel nicht über Schnittstellen. Dem soll die von Google ins Leben gerufene Kooperation „OpenSocial“ Abhilfe schaffen. [...]
In jüngster Zeit hat das sogenannte mobile Internet das besondere Interesse von Google geweckt.
Eigentlich auch von mir ein “Lesebefehl”, denn wie heiß eine bloße Videoanaylse das Thema Datenschutz kocht, sehen wir gerade in Stuttgart. Das hier ist kein Alptraum-Szenario oder eine düstere Endzeitstimmung: Was Leisegang da zusammenfasst deckt sich weitgehend mit meinem Kenntnisstand und meinen Prognosen. Wer bei Vorratsdatenspeicherung hysterisch aufschreit und bei Kindernotdurft in Banken “auf die Kacke haut”, hier aber achselzuckend seinen Mund hält, ist für mich unglaubwürdig.
Daniel Leisegang: Das Google-Imperium
Hier ein Lesetipp/-befehl [via Schockwellenreiter]
»Da der Widerstand gegen diese Praktiken bislang trotz gelegentlicher Kritik insgesamt gering ausfällt, dürfte Google mittlerweile nicht nur über die größte Datenbank an Nutzerinformationen weltweit verfügen. Vielmehr spricht vieles dafür, daß der Konzern heute über mehr Wissen über die Bürgerinnen und Bürger verfügt, als irgendeine Institutionen zuvor in der Menschheitsgeschichte. [...] Vermutlich werden wir uns damit abfinden müssen, daß Konzerne in den persönlichen Daten der Bürgerinnen und Bürger längst nicht mehr deren Privateigentum sehen, sondern diese immer mehr zur Ware machen.«
Daniel Leisegang fasst in den »Blättern für deutsche und internationale Politik« den Status Quo zusammen:
Der Vorstandsvorsitzende Eric Schmidt beschreibt die Geschäftsstrategie des Unternehmens zutreffend als die „heilige Dreieinigkeit aus Suche, Anzeigen und Programmen“. Diese Liaison von Geschäftsfeldern ist in erster Linie daf
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Blog-Tags: datenschutz, google
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