Über Fan- und Volksenteignung und welchen Stellenwert ein Fan im Verein hat

Symbolbild © Endl 2006

Wer sich unter meinen Lesern für Fussball im Allgemeinen interessiert, den will ich an der Stelle auf zwei Artikel von mir bei clubfans.de hinweisen. Zwei Artikel (und vielleicht ein Thema), die auf die moderne Entwicklungen im Volkssport Fussball eingehen und sich kritisch mit Entwicklungen im Umgang mit den Fans, dem Einstieg von Investoren und die Abschaffung der so genannten 50+1-Regel befassen.

Auszug aus dem Artikel: Stellenwerte

Vielleicht sieht so unserere Zukunft aus: Entweder mit Besuchern (statt Fans) gefüllte Ränge ohne Identifikation und mit vom Sponsor vor dem Spiel verteilte gebrandete Fähnchen – oder halbleere Ränge mit einem von radikalen Elementen dominierte Fan-Kurven, die den normalen Fan schon weit vom Stadion fern halten.
Kinder aus niedrigeren Einkommensschichten ohne Bezug zur ehemals lebendigen deutschen Fan-Kultur, da sie PayTV nicht sehen konnten oder die Übertragungszeiten im FreeTV leider erst nach 22:00 Uhr gelegt wurden. Zerfledderte Spieltage, die ein 15:30-Feeling zerstören, und zugleich eine Überflutung mit Spielen diverser Wettbewerbe, die Fußball 24/7 übersättigen.

Die Fortsetzung mit Blick auf „50+1“:

Auszug aus dem Artikel: Gegen die Fanenteignung

Es mag einen verkauft werden wie lecker Honig: Ja, wenn man tolle Fußballspieler im Lande will und mit den Großen wie Madrid, Barcelona oder Chelsea mithalten will, brauche man Kapital. Und wenn man schon keine radikale PayTV-Kultur durchbekommt, müssen eben Investoren eingreifen, doch die wollen für ihre Millionen auch mehr und mehr Mitspracherechte. Engagements wie in Chelsea Hoffenheim, wo auf dem Papier dem Verein zwar aller Einfluß bleibt, faktisch aber klar sein dürfte, wer das sagen hat, könnten dann die Regel werden. Der Fan und das Vereinsmitglied sind dann endgültig zum Statisten und Konsumenten degradiert. Und das mit dem PayTV macht uns (= erfahrene Steuerzahler) doch auch keiner mehr vor: Erst wird die eine Steuer durch die andere kurzzeitig ersetzt oder ergänzt, bis dann plötzlich beide Steuern da sind und bleiben. Und so wird es auch mit dem PayTV sein: Erst die Investoren und ihr Einfluß, dann kommt trotzdem oder erst Recht die radikalisierte PayTV-Kultur. Da muss man uns doch nichts vor machen wollen.