Du bist einfach nicht Mutter Teresa

Morgens aufgestanden und sofort auf den Beinen. Frau ist etwas angeschlagen und daher ihr gleich mal noch etwas Schlaf extra gegönnt und sich die Kinder geschnappt. Du balanciertest wie ein Virtuose zwischen Gemotze und Gejammer: Er hat die blaue Flasche, will ich auch, warum er mehr, nein ich bin größer, aber …. Und du hast das alles mit einem Lächeln im Griff, schafft sogar noch im Eiltempo dich und den Großen fertig zu machen und nebenbei noch nach Mails zu sehen, damit da nichts verloren geht, falls einer was dringend bräuchte. Schnell noch ein paar Brote zwischen Tür und Angel für’s Kind geschmiert, und sogar sich noch um die Jackenfrage ordentlich gekümmert und die richtigen Schuhe erwischt sowie en passant die Schuh-Neuerwerbung von gestern gewürdigt und beachtet.
Auf dem Weg zum Auto sogar noch den Hof von ein paar der größten Splitter eines zersprungenen Rücklichts eines Fahrrads (sicher wider die §$§%/&(/&!! eigentlich doch netten Nachbarskinder…) aufgesammelt, ordentlich gefahren, das Kind bespasst und punktgenau zum Musikunterricht mit einem Lächeln abgegeben. Und dann … sogar noch daran gedacht, die warmen Gummistiefel wieder einzupacken. – Noch einmal zu Hause zurückgekehrt generös auf das Auto verzichtet und die Bahn genommen und beim gehen, bepackt mit zwei Taschen, allen liebevoll einen guten Tag gewünscht.

Dann sitzt du in der S-Bahn: Du fühlst dich gut, so milde, so großzügig und edel im Gemüt. Und so zufrieden wie du bist, weisst du: das wird nicht gut gehen. Und du solltest recht haben. 4 Stunden später hast du diverse Diskussionen auf allen Ebenen hinter dir und fühlst dich wie überfahren bzw. weisst du nicht so genau, ob du eigentlich Fahrer oder Überfahrener warst – oder irgendwie beides zugleich.

Mutter Teresa war eine gute Frau, zur Mutter Teresa machte es sie aber, dass sie nach einem guten Morgen die gute Form bis Abend halten konnte…