Sensation: Aus Dreck wurde Gold gemacht!

Bild © Endl 2008

Absoluter Wahnsinn! Sie haben es tatsächlich geschafft! Das Abfallprodukt „Diesel“ wird zur Cash-Cow. Was sagt das eigentlich über unsere Gesellschaft aus, wenn der bei der Veredelung entstehende Müll das veredelte Endprodukt im Wert übersteigt?

Schon lange geht mir diese Scheinheiligkeit der Argumentation rund ums Automobil gehörig auf den Senkel. Erst wurde der Diesel als die ökologische Wunderwaffe verkauft, heute wirst du mit ebenjener Technik an Bord naserümpfend mit rot Feinstaub-etikettiert und man droht mit Aussperrung, während V8-SUV-Monster fröhlich winkend an dir vorbei in die Innenstadt einfahren.

Mein Diesel ist noch nicht mal richtig alt, keine 10 Jahre, und verbraucht auf der Autobahn 5,5 Liter, wenn ich ihn normal fahre. Da muss man mir jetzt schon mal erklären, warum man steuerlich die Jagd auf ihn eröffnet hat. Jetzt sind noch die Literpreise über die des Benzins gestiegen und die nächste Steuerstrafe wartet schon für 2009.

Also wenn man mich fragt, dann sehe ich das so: Die haben alle schon lange erkannt, dass ihr Produkt am versiegen ist, aber sowohl die Erdölkonzerne als auch die Automobilindustrie hat sich es zur gemeinsamen Aufgabe gemacht – und das sicher nicht ‚uneigennützig‘ seitens der Verantwortlichen … – die Cash-Cow Öl noch bis zum letzten Tropfen möglichst lange maximal auszuschlachten. Da man das Öl nicht vermehren kann und man auch merkt, dass eben die letzten Tropfen sehr teuer zu fördern sind, hat man die Idee gehabt eben jetzt schon den Hahn deutlich zuzudrehen, künstlich also Unterversorgung zu schaffen und so den Preis hochgehen zu lassen. Das ist eine praktische Idee, da kann man mehr verdienen bei weniger Aufwand sogar, und was danach kommt, das kann man bis dahin seinen Nachfolgern als Erb-Aufgabe überlassen. Funktioniert natürlich nur, wenn alle mitmachen, sonst käme ja einer auf die Idee und würde den Markt mit niedrigeren Preisen aufrollen. Und die Politik muss natürlich ebenso wie die Gesetzeshüter mitspielen, sonst würde man sowas wie unterstellte und verbotene „Preisabsprachen“, die so naiven und einfach denkenden Menschen wie mir quasi spontan ins Auge springen, am Ende noch aufklären wollen. Ne, jetzt muss noch mal Kasse gemacht werden, ob mit dem veredelten Produkt oder dem Müll, der dabei abfällt: dem Diesel eben, den hat man nämlich früher höchstens zum Reinigen benutzt und sonst entsorgt bis einer auf die Idee kam, das zu kultivieren.

Erdgas wird dann das nächste sein, aber da muss man noch erst ordentlich anschieben, bis man eine schöne Verbreitung hat, so 20-30 % sollten es schon sein. Dann kann man schön wieder die Schraube anziehen und alle freuen sich wieder wie die Kinder, vom Manager bis zum Politiker. Man muss da eben nur schön einfallsreich sein, neue Entwicklungen ordentlich verlangsamen (ist nämlich schon ein kleines Wunder, warum „plötzlich“ – und 2-3 Jahre sind in der Autoentwicklung ein Witz – ein Achtzylinder auch mit 12-13 Litern auskommt – Hoseanna!) und immer schön dicht halten allerseits.

Natürlich alles höchst subjektiv betrachtet, das Ganze, schon klar. Aber für blöd verkaufen muss ich mich auch nicht lassen.