Das letzte mal, als ich über’s Bloggen sprach… (1)
In dem zur Blogosphere emanzipierten Bloggersdorf war man des Redens über sich selbst irgendwann überdrüssig, vielleicht hatte man es auch einfach überzogen oder es ging um die falschen Themen.
Mangels Themen blühten die Stöckchen ein fröhlich Dasein (eine Aufgabe, die einst die handgestrickten Awards im frühen Internet des ausgehenden letzten Jahrhunderts übernahmen), später abgelöst durch bisweilen inhaltsgleichen Paraden und Interviews mit ebenso inhaltsgleichen Fragen um “Warum bin ich hier?” “Was glaube ich, wie die (Blogger-)Welt entstand?” und “Wie wird die (Blogger-)Welt in der Zukunft aussehen?”. Doch die entscheidende Frage, um die Analogien zur real-existierenden Offline-Welt zu komplettieren, wurde nie zufriedenstellen beantwortet: “Was ist der Sinn des (Blogger-)Lebens?”
Man driftete in Lager ab und beschimpfte sich gegenseitig des Verkaufs von Idealen wechselseitig mit Arroganz und Weltfremdheit. Und nicht einmal die Abgrenzungsdebatte mit dem schnell hochstilisierten Erz-Feind »Journalist« erreichte je dieses ‘Niveau’, das die »Blogger-vs.-Blogger-Schlacht« nahezu mühelos erreichte – man will fast sagen “es floß Blut”, natürlich nur metaphorisch zu verstehen.
Man könnte auch fast sagen: Das so häufig beklagte und belächelte Bloggen-übers-Bloggen hatte seinen Tiefpunkt erreicht, als man nicht mehr über “das Bloggen” bloggte, sonder vornehmlich über “das Bloggen der anderen”. Statt Reflektion über das Konzept oder Selbstreflektion, die Reflektion der Motive der anderen. Und spätestens an diesem Tiefpunkt, so erscheint es dem subjektiven Beobachter, war man des Redens endgültig müde, warf die Protagonisten aus dem Radar und legte das Thema generell ad acta. Reden über’s Bloggen war nicht mehr en vogue, ja sozusagen dämlich geworden.
to be continued
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In dem zur Blogosphere emanzipierten Bloggersdorf war man des Redens über sich selbst irgendwann überdrüssig, vielleicht hatte man es auch einfach überzogen oder es ging um die falschen Themen.
Mangels Themen blühten die Stöckchen ein fröhlich Dasein (eine Aufgabe, die einst die handgestrickten Awards im frühen Internet des ausgehenden letzten Jahrhunderts übernahmen), später abgelöst durch bisweilen inhaltsgleichen Paraden und Interviews mit ebenso inhaltsgleichen Fragen um "Warum bin ich hier?" "Was glaube ich, wie die (Blogger-)Welt entstand?" und "Wie wird die (Blogger-)Welt in der Zukunft aussehen?". Doch die entscheidende Frage, um die Analogien zur real-existierenden Offline-Welt zu komplettieren, wurde nie zufriedenstellen beantwortet: "Was ist der Sinn des (Blogger-)Lebens?"
Man driftete in Lager ab und beschimpfte sich gegenseitig des Verkaufs von Idealen wechselseitig mit Arroganz und Weltfremdheit. Und nicht einmal die Abgrenzungsdebatte mit dem schnell hochstilisierten Erz-Feind »Journalist« erreichte je dieses 'Niveau', das die »Blogger-vs.-Blogger-Schlacht« nahezu mühelos erreichte - man will fast sagen "es floß Blut", natürlich nur metaphorisch zu verstehen.
Man könnte auch fast sagen: Das so häufig beklagte und belächelte Bloggen-übers-Bloggen hatte seinen Tiefpunkt erreicht, als man nicht mehr über "das Bloggen" bloggte, sonder vornehmlich über "das Bloggen der anderen". Statt Reflektion über das Konzept oder Selbstreflektion, die Reflektion der Motive der anderen. Und spätestens an diesem Tiefpunkt, so erscheint es dem subjektiven Beobachter, war man des Redens endgültig müde, warf die Protagonisten aus dem Radar und legte das Thema generell ad acta. Reden über's Bloggen war nicht mehr en vogue, ja sozusagen dämlich geworden.
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Kleingedrucktes:
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Ich glaub, das war's.
2 Comments
>Reden über’s Bloggen war nicht mehr en vogue
Na so ein Glück!