Als ich das letzte mal über’s Bloggen sprach… (2)

Als ich das letzte mal über’s Bloggen sprach hatte ich ja keine Ahnung, dass da die »Warum Blogs in Deutschland (noch) nicht funktionieren«-Debatte bei Don Dahlman schon im Blogausgangskorb lag. Komisch, manchmal, wie sich bestimmte Dinge zeitlich decken, als ob ein Thema in der Luft gelegen hätte.

Tatsächlich aber hatte ich auf dem Weg zur Arbeit diese Gedanken im Kopf und notierte sie kurz, doch schon beim Schreiben (ich glaub das merkte man dem Artikel auch an), verlor ich die Lust dazu. Und jetzt weiß ich auch, dass das auch gut so ist.

Auf höchstem Blogger-Niveau hat man sich nämlich zu Stellung und Gegenstellung motivieren lassen und verlinkt, dass die beklagte gewünschte verbindende Sautreiberei quasi zu einer self-fulfilling prophecy wurde

Ja und ehrlich: Da muss ich doch allen mal wieder meinen unbedeutenden Google-PageRank-abgestraften Link spendieren, damit es auch sich lohnt (Rivva mag mich dafür verschonen, du bist hier nicht Zweck der Übung).

Alles sehr lesenswert, für den, den es angeht:

Wie das vom Nerdcores René (Howdie!): Warum Blogs in Deutschland funktionieren – der meinen kleinen Ausflug ins Thema noch als „glücklichen Ausrutscher“ gesehen hatte, dann aber den wohl längsten Blogartikel aller seiner Zeiten verfasste, bei dem man ihm zurufen mag: „Sag mal! Hast du nichts getrunken?!?!“

Oder natürlich das journalistische Ausgangs-„Pamphlet“ (in Anführungszeichen!) Don Dahlmanns »Warum Blogs in Deutschland (noch) nicht funktionieren« spendiert als Kurz- und Langfassung!

Ja selbst F!XMBR sollen mal wieder für den auch literarisch wertvollen Beitrag mit Schluss-Akkord »Warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren« (man beachte: noch ohne „noch“! – aber später mit Korrektur) einen Link bekommen, dabei wollte ich das nie mehr tun. Egal! Die Zeiten sind jung, ich hoffe der Ping wird gelöscht, ein manueller Trackback von mir kommt nicht – versprochen!

Sogar Die Welt ist Scheisse – Aber ohne Geruch hat dazu »Blogs funktionieren nicht, weil…« (und sogar mit einem „weil“).

Vollkommen ohne Sarkasmus und Ironie: Alles unbedingt lesen, wer sich damit beschäftigen will, wer wissen will, wie gut es mal war (oder eben nicht), was ist und was wird und das alles schon irgendwie doch was mit Journalismus zu tun hat (oder auch nicht) und dass Geld den Charakter (und das Blog) verdirbt (oder auch nicht). Lest es! Bildet euch eure Meinung dazu! Mir wurde – und das war ehrlich gesagt! – zuletzt zu wenig über Blogs geredet und damit meinte ich keine Stöckchen und eben auch nicht therapeutische Sinnkrisendiskussionen.

Ich wurde bei meinem ersten Artikel über das Thema schon müde. Und der zweite hier lebt daher auch nur noch von Zitaten und Links, die man mir ausnahmsweise mal nicht als Fishing-for-Attention auslegen mag. Ich meine: Lest es! Wenn es euch interessiert, da mischen in der Diskussion wirklich alle mit (auch durch Schweigen), die Rang und Namen in der Bloggerwelt haben und man lernt viel auch zwischen den Zeilen über das, was man wirklich denkt.

Ich merke aber: Das ist überhaupt nicht mein Thema. Ich wollte eigentlich bei mir nur sagen: Ich vermisse die Blogs „wie du und ich“. So viele Blogs, die ich mal kannte und sehr schätzte, sind kaum noch aktiv oder haben sich stark fokussiert und verändert. Ich vermisse die Alltäglichkeiten auf hohem Niveau, die Persönlichkeiten, das Unprofessionelle, nicht-spezifische, nicht gefilterte. Die Unbekümmertheit vielleicht. Aber auch das Subjektive, die Meinung zu dies und das – unrecherchiert, selbsterlebt, ohne gleich im Nebensatz eine andere Meinung als Steigbügel zu brauchen.

Das wollte ich eigentlich nur sagen. Dass man das verloren hat oder ich den Anschluss weil die Karawane längst in andere Regionen der Blogosphere gezogen ist? Ich weiß es nicht. Ich wurde heute gefragt, was ich denn für Pläne mit meinem Blog habe. Pläne? Je länger ich darüber nachdenke, desto absurder kommt mir vor, darauf auch nur antworten zu wollen. Ich habe keine Pläne. Ich will einfach nur schreiben, gelesen werden und lesen und darauf verweisen, was ich gelesen oder erlebt habe. Insofern hat sich bei mir eigentlich seit ich blogge nicht viel geändert. Aber vielleicht erwähnte ich schon mal, dass ich mir aus Fort-Schritt nicht so viel mache, jedenfalls in manchen Dingen.