Der Kaiser zum Spiel BSV Bloggersdorf gegen Eintracht Journaille

  • Schön, dass Sie Zeit haben, so da wo andere Pause machen. Ein Satz zum Zwischenstand in diesem doch objektiv unausgeglichenen Match?
  • Ja. Jo mei, schön dasts mich fragst. Also ja, das wor jetzt schon was, wo man gesehen hot, wo man eben steht. *lacht
  • Kam die Partie vielleicht zum falschen Zeitpunkt? Viele befinden sich ja noch im Sommerloch?
  • Jo, das ist eben kein Wunschkonzert. Und wenn du nach oben willst, musst du immer dran bleiben. Uns damals hast Nachts wecken können und wir warn sofort bereit.
  • Also noch ist das Ergebnis ja offen, sehen Sie da überhaupt noch Chancen?
  • Ja, wissen dud manns need, des is ja eben das schöne – wissen dud man gaar nichts, aber was man sieht, das lässt ja schon … a bisserl … will ned sagen ‚Hoffnung schwinden‘, aber wie ja auch ihr Kollege so schön sagte, dass man da – und ich mein jetzt im internationalen Vergleich – schon Defizite hat und des sieht man eben.
  • Konkret?
  • Ja, wie ja scho gsagt, ist der Amerikaner zur Zeit einfach im internationalen Vergleich vorne. Da braucht man gar nicht ins Detail gehen, aber der Mann aus Hafferlingter – oder wars jetzt a Frau – auch egal, also die aus Hafferling sind zur Zeit in allen Belangen überlegen, da gibts gar nix, des weiß man ja. Gibts ja auch noch andere, wie des BongoBongo oder wie mer da soggt. – Des is vielleicht so, wie des zu unserer Zeit war mit dem Haislas Jonnie und dem Schocki – so hammer den gnannd, aber nur so unter uns – oder dem Alfons Don, da waren mir, wie wir so angfang hom, wie der Walters Renne oder der jung Hallerbach ja ganz ganz klanne Nummern. Da host dich halt sauber mal angstellt und warst froh, wenns der an Blick zugworfn ham, oder wie dem Kluge damals mit seiner Insel. Ja, so weit weg worn mir damals, wie mer eben heit im internationalen Vergleich eben vo die Amis und bald vielleicht die Russen oder der Japaner weg sind, des konn mer ja nur ahnen, oder der Inder ist auch nicht zu unterschätzen wie auch die Afrikaner – weil der Afrikaner, der ist sehr schnell begeisterungsfähig – also fast mehr als der Amerikaner, aber der Amerikaner ist eben auch schon satter – also ned am Tisch, da hamms ja a gnuch in der Regel -, aber dem Afrikaner fehlts halt noch an der Infrastruktur – aber des wollens jetzt aus dem Weltall mit die Satelliten anders machen, dann vielleicht. – Also so was wie an Niggemeier oder wies alle heißen, des hats damals ja gar ned geben – also ich hab da kann kennt. Mir ham halt gschpielt wos uns glassen hom – drei zam und zack gleich Stöckla gworfn und los. Des mit den biometrischen oder tellemetrischen oder waswasich Zahlen ist ja erst alles danach. Da war mer auch noch viel enger zam. Da hats kein Krach geben wie heit, wos mol schnell von der Schreib-Schul kommen und dann gleich Starallüren kriegen. Und wenns doch mal kracht hat, dann hats früher eben graucht und dann war auch wieder gut und des mit der vorgworfenen Bestechlichkeit, des hats früher auch net geben. Des war da alles noch ganz anders, weil mer nichts kappt ham, da kannst auch nichts bstechen. – Wenn Du dir heute das anschaust, heut ist ja jeder schon ein Star, wenn er möglichst schnell genug Leute hinter sich versammelt hat – und wie man des kriegt, des weiß man ja. Heit will jeder bloß ein Star sein, da gibts kan Wasserträger mehr, und des brauchts eben, und die, die’s gschafft ham wolln immer mehr und ham kein Blick mehr für die Kleinen nach unten. Und des sieht man eben.
  • Also ist in Amerika noch mehr Zusammenhalt und deswegen der Erfolg da?
  • Mir können uns doch gar nicht mit dem Amerikaner vergleichen. Die haben da ein Potenzial, das werden wir nie haben. Aber wir müssen halt unsere deutschen Tugenden dagegen halten, für die wir international geschätzt sind. Und das ist eben Kopfsache.
  • Fehlt die Führungsfigur?
  • Also des ginge heute doch gar nicht mehr. So wie bei uns damals, da hat doch der Haislas Jonnie bloß „Huscherla“ sagen müssen, und mir ham alle im Keller die Heizung angworfn. Der konnt links wie rechts, den hast nicht gwusst was er als nächstes macht. Das war für uns ein Leitwolf. – Aber heute muss die Abstimmung stimmen, da brauchst ein eingspieltes Team, einstudierte Laufwege, da musst dich aufeinander verlassen können und hinten absichern, da wird auch mal roschiert und da muss auch mal aus der zweiten Reihe einer zum Abschluß kommen. Heute kannst du mit nur der ersten Mannschaft nichts erreichen, da muss alles stimmen bis zum Blogwart.
  • Also haben wir doch eine Chance?
  • Heute gehts ja erstmal gegen die Eintracht, da spielt der Amerikaner ja gar nicht mit. Und auch wenn die gern auf amerikanisch machen, sind sie doch auch genauso hinten dran im internationalen Vergleich wie die unseren ja auch. Die sagen zwar immer, wir müssten jetzt mal alles nach vorne werfen und das hätten sie ja gern – aber wir sind doch der krasse Aussenseiter und die der Favorit und mir könnten mit dem Ergebnis bisher gut leben.
  • Ein Tipp für die Hauptakteure auf dem Platz?
  • Jo mei, die brauchen keine Tipps, die sind doch alle so gscheid. Aber ich würd mich jetzt mal wieder sammeln und mehr miteinander reden, zam halten und sich ned vom Gegner provozieren lassen. Schön sauber von hinten aufbauen und den laufen lassen. Dann kriegen wir vielleicht mal ne Standard und je länger das Spiel geht, desto nervöser werden sie und dann kommt des Publikum auf die Seite des Außenseiters, wenns nicklig wird. Deswegen: Wär schön, wenn man groß aufspielen können würde, aber wenn die Mittel fehlen, dann eben schön den Ball flach halten und im entscheidenenden Moment präsent sein. In dem Sinne: Schau mer mal.
  • Vielen Dank, es geht ja auch gleich weiter, die Zeit raste wieder einmal! Zurück in die angeschlossenen Stationen.