Willkommen in der mp3-Klasse

Nachbar meinte, ich sei ja ziemlich leicht zu begeistern, es wäre eben vor allem einfach ein mp3-Player, da wäre meine Begeisterung über die Wiedergabe von Musikstücken etwas übertrieben. … Mag er recht haben, aber ich hatte eben noch keinen mp3-Player, außer im Handy vielleicht, aber irgendwie ist das nicht das gleiche.

Muss Sansa wohl geahnt haben, als sie mir das Ding zum Test mit Bitte um ehrliche Rezension geschickt haben – daher mag mancher mp3-Profi und iPod-Jünger meine unbedarften Aussagen bitte mit Nachsicht goutieren. Als Einsteiger in der mp3-Klasse war ich nämlich gleich mal beim Auspacken total erstaunt. Ich muss gedanklich wohl am Gameboy der 90er hängen geblieben sein (obwohl ich eigentlich ja einen iPod auch schon in Händen hielt), aber so klein hatte ich mir das Ding dann auch nicht erwartet.

Ich bin kein ausgesprochener Anleitungsleser, kurzum: Ich spiel erst mal rum und les dann (manchmal) und so befand ich mich kurze Zeit in einem ratlosen französischen Menüführungsdilemma bis mich meine Frau auf die Möglichkeit aufmerksam machte, doch am Rädle mal zu drehen, statt immer nur wild zu klicken. … danach gings deutlich flotter weiter. Mein Sohn (5) verkündete mir abends übrigens im Nebensatz ‚und so macht man lauter, Papa‘ und drehte locker das Rädchen … aber das ist ein anderes Thema.

Was mich immer an mp3-Playern so abstieß: Es gab eben iPod und den Rest. Und den Rest haben alle immer was mit „najaissaberkeinipod“ genuschelt oder von wegen komischer DRM-Regeln à la Zune gewarnt. Und weil man nun mal a) kein najaissaberkeinipod seit den Tagen als man eben keinen SONY-Walkman hatte, sondern einen najaissaberkeinsonywalkman, man aber b) dieses iTunes nun partout nicht ausstehen kann, hatte man im Ergebnis halt keinen – lebte sich auch ohne ganz gut.

Aber jetzt hab ich das Teil da. Und es wirkt.

Ich hab jetzt wieder öfter Musik im Ohr, in der S-Bahn oder auch über die Mini-Boxen, die ich einst mal für nen CD-Walkman erstand. Und mir gefällt, dass ich es kapiere ohne drüber nachdenken zu müssen oder irgendeine Software zu bemühen.

Per USB angesteckt lädt das kleine Ding nicht nur seinen Akku sofort über den USB-Anschluß, er wird auch sofort als externer Datenträger erkannt. Ok, das nun wunderte bei etwas nachdenken dann nicht wirklich, kennt man Sansa ja gerade aus dem Speichermedium-Geschäft mit guten Erfahrungen. Aber dass man nun einfach seine Musik per Drag&Drop draufwirft und mit rasanter Geschwindigkeit gleich mal 10 Alben so drüben hat, das hat schon mal Laune gemacht. Und selbst im Windows Media Player wird das Ding problemlos erkannt und steht zum Datenexport bereit.

Einziger Kritikpunkt finde ich die Menüführung dann im Detail wenn man im Wiedergabe-Modus ist: Mir ist intuitiv nicht immer ganz so klar, wie ich nun Musikstücke wechsel und wann ich mit welcher Aktion das Lied unterbreche oder ich rumsuche und das Stück läuft weiter. Vielleicht doch mal ins Manual gucken.

Meiner Kenntnis nach kostet das Gerät im Laden um die 70 Euro bei 2 GB (geht auch bis 8 GB), kann Videos, Musik, Fotos und Hörbüchern speichern und wiedergeben, hat Radio, kann Sprachaufnahmen mit eingebautem Micro aufzeichnen und angeblich bis zu 24 Stunden Musik wiedergeben. Hat sogar nen MicroSD-Slot und kommt mit Kopfhörer, USB-Kabel und kleinem Schutzhüllchen daher – und was sag ich: Ist mein kleiner Freund geworden. 🙂

Datenblatt: SanDisk Sansa Fuze MP3Player 2 GB Schwarz