Wege zur Weltherrschaft – Heute: Die Biometrie

Genau genommen: Auch gestern, wie der Browser, wobei der eigentlich vorgestern sein sollte. Gestern war der Browser aber in aller Munde, ganz still und heimlich hat Google aber hinter dem frontalen Angriff des Turmes auf dem Damenflügel seinen Springer in Position gebracht:

Picasa 3 steht zum Download bereit.

Schau mir in die Augen, Kleines!

Man will doch auch wissen, wer hinter dem netten Account DerAbchecker0815 in dem Single-Forum immer die Weiber aufreißt und sich die Antwortmails auf sein geheimes Gmail-Konto schicken lässt. Ist doch schön, wenn man dann auch sein Gesicht zuordnen könnte, natürlich nur zum internen Gebrauch und zur Verbesserung der Suchergebnisse, vorerst. Auch schön: Wenn man dann anhand von Party-Shooter-Bildern per Suchmaschine alle Teilnehmer identifizieren kann. Und nützlich: Würde sicher auch unsere sicherheitsbedürftige Exekutive interessieren.

Damit das nicht allzu fehlerhaft ist und lange dauert, wäre es doch schön, wenn der User mitmacht – bei der identifizieren. Bspw. wenn er über eine praktische und kostenlose Bildkatalogsoftware seine eigenen Freunde und Bekannten zuordnet und dann uploaded. Wäre doch prima.

Doch warum sollte man sowas tun?

Google hat gestern nachgelegt und Picasa 3 beta (vorerst nur in englisch) veröffentlicht.

  • intern.de:
    Besonders interessant scheint allerdings eine Änderung, die Picasa bei den Web-Alben eingeführt hat. Dort können Portrait-Fotos mit Hilfe einer Gesichtserkennung gruppiert und mit „Name Tags“ versehen werden. Die Anwendung macht es wahrscheinlich für viele interessanter, Fotos überhaupt online einzustellen. Denn die bisherigen Möglichkeiten der Bildbeschriftung sind einfach zu umständlich, um sie wirklich zu benutzen.
  • telekom-presse.at:
    Gesichtserkennung
    Ein besonders interessantes neues Feature ist die Gesichtserkennung. Dazu muss der Nutzer den Gesichtern auf seinen Fotos Namen geben. Auf Anfrage durchsucht Picasa anschließend die gesamte Bildersammlung nach Fotos, auf denen diese Gesichter erscheinen. Als Grundlage für diese Funktion soll den Google-Entwicklern die Technik der vor zwei Jahren übernommenen Firma Neven Vision gedient haben. Die Funktion ist noch nicht perfekt, das Programm erkennt die Ähnlichkeiten nur wenn die Person direkt in die Kamera schaut.
  • chip.de:
    Außerdem können beliebige Fotos zu einem Film kombiniert und bei YouTube hochgeladen werden. So wird aus den Urlaubsbildern schnell eine Diashow fürs Web. Der integrierte Photo Viewer zeigt eine Vorschau der Bilder, ohne die komplette Picasa-Anwendungen öffnen zu müssen.
    Zu den weiteren Neuheiten gehören das Anfertigen von Screenshots, das Hinzufügen von Wasserzeichen, vereinfachtes Hochladen und Synchronisieren mit dem Picasa Web Album sowie die Möglichkeit, Verzeichnisse auf der Festplatte nun direkt mit Picasa zu verwalten.
  • GoogleWatchBlog.de:
    Der 3. September 2008 markiert mal wieder einen sehr wichtigen Tag in Googles 10jähriger Geschichte: Ohne große Vorankündigung – gerade einmal 1 Tag Vorlauf-Zeit – hat Google 2 Programme veröffentlicht mit dem man sich auf dem heimischen PC noch breiter macht als man eh schon ist. Mit Chrome und Picasa hat man ein heimliches Betriebssystem und einen Standard-Photo-Viewer auf den Markt gebracht, der in Redmond die Stühle diesmal sehr sehr tief fliegen lassen dürfte…
    Sowohl Picasa als auch Chrome dürften in den nächsten Tagen zu der am meist-heruntergeladenen Software werden und der Konkurrenz kräftig Marktanteile abknabbern. Auch wenn beide Anwendungen, wie schon gesagt, keinem der Konkurrenten überlegen ist, so sind sie doch simpel zu bedienen und bieten dem Nutzer genau die Funktionen die er erwartet. Ich denke das beide Anwendungen Standard-Programme auf vielen PCs werden dürften.
    Gerade bei dem Browser geht es für Google um viel – daher wird dieser derzeit auch kräftig beworben. Neben dem enormen Medienecho – und das schon vor der Veröffentlichung – wird das ganze jetzt auch auf der Startseite in so gut wie jedem Land beworben. Der gleichzeitige Release der Software in 100 Sprachen – quasi ein Novum von Google – zeigt wie wichtig die Software ist. Ich denke das wir in nicht all zu ferner Zukunft auch Funktionen in Google-Diensten sehen werden die „only for Chrome“ sind und so viele Menschen zum Umstieg bewegen könnten. Könnte auch nach hinten losgehen, aber das Risiko wird Google wohl eingehen müssen…

    [Hervorhebung redaktionell]

Vielleicht sollte gar nicht von Google Zone reden, vielleicht sollte man an Skynet aus Terminator denken…

Warum man es trotzdem benutzen wird. Weil es verdammt gut gemacht ist – die Benutzerführung ist für DAUs, die Funktionen auf das wirklich wichtige reduziert. Ich hab es ausprobiert, die neue Oberfläche für Schnellbetrachtung von Bildern unter Vista ist ein Kick.

Es wird sich durchsetzen, weil niemand etwas dagegenzusetzen hat. Wir bauen das universelle Wissen und legen es einem wirtschaftlich orientierten Unternehmen vertrauensvoll in die Hände. Das ist quasi so sicher, wie die (Daten)-Bank von England