Der Artikel, der mich wirklich wunderte in allen Belangen, findet sich heute bei Spreeblick. Es ist nicht einmal die vertretene Pro-Chrome-Meinung, die dort ja bereits vor kurzem mal bereits geäußert wurde, es ist der Stil und die Methodik des Artikels »Wir sind BILD: The Chrome Conspiracy«, der einen verwundert den Bart kratzen lässt.
Da ist zum einen der aus dem Zusammenhang gerissene Seitenhieb auf Robert Basic, der den sonst so gutmütigen Blogpapa zur Belehrung kommen lässt, es ist auch die pauschale Aburteilung der Kritiker, die nicht nur als sachlich undifferenziert und technisch ahnungslos deklariert werden, sondern – und das schmerzt gerade aus der Ecke besonders – weil die Kritiker als Klickhuren im BLIND-Style abgeurteilt werden … das ist hart.
Die Antwort ist leicht: Weil Sachlichkeit keine K(l)icks bringt. Weil wir alle BILD sind, auf der Suche nach der Sensation, dem Skandal, der einfachen Erklärung, dem klaren Feind- und damit Weltbild.
Da mein Artikel mit sicher ähnlich einsortierter “Verschwörungstheorie” ja bei Spreeblick selbst verlinkt war – und das auch noch in einem Atemzug mit der hauseigenen Lob-Postille – gehe ich a) davon aus, dass er gelesen und b) mit in die spreeblicksche Medienschelte einbezogen war. Aber ich darf mir da auch nicht zu viel der Aufmerksamkeit einbilden.
Muss man sich mit der vertretenen Kritik dort auseinandersetzen? Ich denke nicht, weil sie sich auch nicht mit dem auseinandersetzt, was z.B. mich dazu bewegt, so eine “Verschwörungstheorie” zu “spinnen” – bei der es im Übrigen nur im geringsten um den Aufhänger “Chrome” geht, es sei denn im Gesamtzusammenhang mit all den vielen kleinen Bausteinen, die man von Google von YouTube bis Doubleclick, von Picasa bis Google Street View zusammensetzte, bewertete und versuchte zu verstehen, wohin die Reise geht und wo die Risiken lauern. Ja, bisweilen auch überspitzt formuliert um für diese Themen vielleicht Aufmerksamkeit zu erzeugen – weil einem das Thema bewegt und man verdammt nicht versteht, warum niemand sehen will, wo es schief laufen “kann” und man einfach so blindlings so viel an Daten einem Unternehmen anvertraut – mit welcher Sicherheit darf man vertrauen?
Es macht es nicht besser, wenn man ohne sachlich zu werden fehlende Sachlichkeit anprangert und dann seine Argumente als Beleg anführt ohne auf die Argumente der anderen einzugehen. Den Stil kenne ich irgendwoher, bisher aber nicht aus der Ecke.
Ich bin nicht beleidigt, ich bin sehr irritiert. Wenn also die Blogosphäre beginnt doch einmal Themen in den Fokus zu pushen, die nun einmal “ihre Themen” sind und von den klassischen Medien kaum wahrgenommen werden, dann betreiben wir das nur um Skandale und Klicks zu produzieren? Man will ja am liebsten den ganzen “Du bist Deutschland”-Kram mal rausholen und das auf den gleichen Prüfstand stellen. Aber das wäre nur die Reaktion eines trotzigen Kindes. Ob das auch einfach eine Konspiration war? Mit dem Argument schlag ich ja alle Kritiken tot, ich darf nur nicht ins Detail gehen.
Es bleibt die vielleicht ernüchternste Erkenntnis: Kritik wird auch in der Blogosphäre nur dann für gut befunden, wenn sie aus dem eigenen Hause, der eigenen Ecke, dem eigenen Zirkel kommt. Und auseinandersetzen muss man sich mit ihr im Detail auch nicht, wenn man enfach die “Persiflage” drübersetzt, das aber im selben Atemzug zum Programm macht: Einfach drauf, die Reaktionen werden es schon richten, Differenzierung war gestern, auf den Punkt bringen und quer rüber bügeln.
P.S. Die Klickhurerei hätte sich trotz Rivva und Spreeblitz nicht mal gelohnt – “leider”, um der Sache willen. Solche Blitze sind längst auch nicht mehr so reizvoll, dass man dafür die Beine breit macht – da bleibe ich lieber dabei und blogge ohne Klick-Konzept was mir vor die Finger kommt.
Der Artikel, der mich wirklich wunderte in allen Belangen, findet sich heute bei Spreeblick. Es ist nicht einmal die vertretene Pro-Chrome-Meinung, die dort ja bereits vor kurzem mal bereits geäußert wurde, es ist der Stil und die Methodik des Artikels »Wir sind BILD: The Chrome Conspiracy«, der einen verwundert den Bart kratzen lässt.
Da ist zum einen der aus dem Zusammenhang gerissene Seitenhieb auf Robert Basic, der den sonst so gutmütigen Blogpapa zur Belehrung kommen lässt, es ist auch die pauschale Aburteilung der Kritiker, die nicht nur als sachlich undifferenziert und technisch ahnungslos deklariert werden, sondern - und das schmerzt gerade aus der Ecke besonders - weil die Kritiker als Klickhuren im BLIND-Style abgeurteilt werden ... das ist hart.
Die Antwort ist leicht: Weil Sachlichkeit keine K(l)icks bringt. Weil wir alle BILD sind, auf der Suche nach der Sensation, dem Skandal, der einfachen Erklärung, dem klaren Feind- und damit Weltbild.
Da mein Artikel mit sicher ähnlich eins
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