Wie das Frontpanel sprechen lernte

Und wieder einmal packte meinen Nachbarn und mich die Lust am Abenteuer …

Mit dem Geburtstagsgeld in der Tasche beschloß ich meinem Kabelwust wieder Herr zu werden und die 143 USB-Anschlüsse am Heck nicht ständig unter Feuer betreiben zu müssen, sondern die Gamepads und Kamerakabels dieser Welt nur noch bei Bedarf einzustecken. Dazu noch der Kopfhörer, das wäre fein. Doch vor den Lohn hat Gates Gott die Arbeit gesetzt – und so trafen wir uns wohlgemuth nach 8 mit dem neu erstandenen Frontpanel unterm Arm, das mein mit dem neuen Board nicht mehr funktionsfähige Panel auf der Oberseite des Gehäuses ersetzen sollte. Und damit es keine 1:1 Kompensation sein würde – schließlich will man mit einem selbstgekauften Geburtstagsgeschenk ja auch was extra, sollte es mit Cardreadern sein – ist ja auch nett und praktisch.

Kurzum: Es wurde mal wieder eine typisch-endlsche Haareausrauf-Aktion. Meine Rechner sind meine treuen Begleiter von jeher – wenn sie laufen – aber bei Änderungen reagieren sie zickig. Der Zustand des anschließen und gut ist, ist irgendwie eher eine Seltenheit – vielleicht begründet das meinen Respekt vor der Sache und schließlich auch meine Freude, wenn es dann doch geht. Offenbar gilt auch im Hardware-Bereich die alte Hundebesitzer-Binsenweisheit: “Wie der Herr, so sein Gscherr” – auch ich bin bei neuem ja erst mal skeptisch, dann aber äußerst konstant der Sache treu.

Jedenfalls ging auch dieses Frontpanel nicht, ein SilverStone FP34. Und zwar gar nicht. Doch mein Nachbar ist Fachmann und schaffte Hürde um Hürde zu umschiffen – Stecker-Alternativen, Konfigurationsänderungen, BIOS-Einstellungen. Und dann lief alles vom Cardreader bis zu den USB-Ports (die Firewire-Sache wollte ich gar noch nicht mangels Bedarf). Alles? Nein, nicht alles – der Front-Audio schwieg, wie er auch bei dem Panel oben schwieg und auch bei einem zwischenzeitlich getesteten anderen Frontpanel nicht lief. Alle unsere Hoffnungen ruhten auf diesem Teil da, da es angeblich den vom Board “favorisierten” HD Audio Standard Azalia unterstützte. Doch nun, nachdem zum dritten Mal alle Anschlüsse geprüft, die Foren studiert, der Soundtreiber neu installiert und sogar das BIOS geflasht wurde, blieb der Kopfhörer stumm wie ein Fisch.

Als wir fast schon resignierten und es auf irgendein “morgen” vertagen wollten, fummelten wir noch zum xten Mal an den Einstellungen und stolperten über diese Einstellung oben, deren obere Funktion natürlich nicht aktiviert war. Doch offenbar haben wir die Windows-Logik des “klicke auf Start um zu beenden” nicht verinnerlicht. Ist doch auch logisch: “Deaktiviere um zu starten”. Ein Klick und dann ein zufriedenes wie überrascht resignatives Lächeln: Alles läuft. Offenbar hält es Windows Vista auch wie sein Vorgänger so: Wenn nichts geht, deaktiviere sein Eingreifen und die Sache macht eben den Kram, den es am besten kann: Funktionieren.

Sollte also jemals jemand auf diesen Eintrag stoßen und ein Gigabyte-Board GA-EP35-DS3L mit einem Frontpanel betreiben und am Aktivieren des Front-Audio stoßen und im Wirrwarr von AC97 und Azalia aufgerieben sein, ohne eine Lösung des Problems zu finden, der soll doch mal nach den “Anschlusseinstellungen” beim Audio-Treiber suchen und dort den Frontanschluss deaktivieren. Wirkt manchmal Wunder.

Und ich will jetzt gar nicht wissen, ob mein Panel oben am Gehäuse nun auch so laufen würde. Will ich nicht wissen. Freue mich am neuen Gerät und an den zusätzlichen Cardreader-Funktionen. Jawoll! :grin:

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Ich glaub, das war's.