Bluetooth-Freisprecheinrichtung im Test

Funkwerk wollte es wohl wissen, genau genommen die dot-friends.com. Die jedenfalls schickten mir die neue Generation der Autofreisprecheinrichtung „Ego Cup“ zu (die alte hatte ich mal getestet). Auch diesmal darf ich das Gerät mein eigen nennen, auch diesmal ist nur ein Test erbeten – wie immer er aussehen oder -gehen mag. Und hier kommt er:

Was mir gegenüber dem Vorgänger sofort auffiel, war der endlich verfügbare Akku-Betrieb. Das ist sowas von eine Verbesserung, das kann man gar nicht oft genug betonen. Denn dieses Kabelgewirre zum Zigarettenanzünder, in dem ja bei manchen dann auch noch das Navi sich eingenistet hat, war nicht nur optisch störend. Dass nun auch noch ein optionaler „Herbert-Richter“-Systemadapter beiliegt ist mir auch aufgefallen – gerade gleich auch mal sprachlich – finde das ja witzig, so eine Bezeichnung. Gekannt hatte ich den Ausdruck nicht, aber bekannt kommt mir das System irgendwie vor – ich meine von der Halterung eines Saugnapf-Navis her. Jedenfalls eine gute Idee, gerade wenn – wie bei mir – eine Cup-Holder nicht verfügbar ist im Familienauto.

Optisch lehnt sich der neue „Ego Cup“ von funkwerk an seinem Klavierlack-Optik-Vorgänger an, doch mit technisch neuem Konzept. Die Druckknöpfe sind jetzt Sensoren, dazu kommt noch ein Display in der Mitte, und aus den vier Knöpfen sind sechs geworden. Die neuen Tasten sind der FM-Funktion geschuldet, die durchaus hellhörig werden ließ im Bekanntenkreis, doch dazu noch später.

Features: Plug & Play, Cup Holder-Vorrichtung, Bluetooth, Echo- und Geräuschunterdrückung (DSP), Unterstützung der Handy-Sprachwahl, Anmeldung von bis zu 8 Mobiltelefonen

Pro: Der Ego Cup gefiel schon mit dem Vorgänger durch seine wirklich problemlose Inbetriebnahme. Einmal angemeldet verbindet sich die Freisprechanlage problemlos mit dem Handy, sobald sich selbiges in der Nähe befindet. Der jetzt verfügbare Akku-Betrieb ist eine echte Verbesserung und das Display macht das ganze noch etwas verständlicher, was gerade am Gerät passiert.

Neu ist auch eine Funktion für die Übertragung eine Funkübertragung auf das Autorradio. Dabei bietet der Ego Cup diverse vorprogrammierte FM-Frequenzen an, auf denen er das Signal übeträgt. Das Autoradio – so denn die Frequenz nicht durch einen Radio-Sender belegt ist – lässt sich mühelos darauf programmieren und man kann dann sogar seine Musik vom Handy hören. Wenn … wenn es denn so einfach und mühelos wäre.

Nach etwas Studium der Anleitung kriegt man die Übertragung auf das Radio noch hin, das gleichzeitige drücken der beiden Richtungstasten hätte sich jedenfalls nicht selbst erklärt, dann aber klingt die Musik – die man zu Testzwecken mal übertrug – jedenfalls bei meinem Nokia e61i nicht so, dass man das haben muss. Sehr dünn in Bezug auf das Klangvolumen. Telefonieren dann noch mehr Probleme: Zwar hatte ich nicht das Problem der Überlagerung mit anderen Frequenzen, aber wie schon die Musik kam die Stimme am Lautsprecher mehr als dünn an. Umgekehrt hörte man mich (zwei unterschiedliche Testpersonen und -versuchstage) so gut wie gar nicht – verzerrt bis unkenntlich, so das Feedback. Unterbricht man den FM-Kontakt und spricht direkt über die Freisprecheinrichtung sind die Empfangsprobleme sofort behoben.

Was noch als Problem erscheint, das aber auch bereits bei seinem Vorgänger negativ auffiel. Bauartbedingt ragt das Mikro geradewegs über den Lautsprecher – damit hat der Anrufer dann aber den Effekt, dass er seine eigene Stimme über das Mikro hört. Das ist zwar nicht tragisch, aber für manchen nervig. Ein Adapterkabel, dass es offenbar am Markt auch gibt, sorgt hier für den nötigen Abstand und sicher auch zu einer Verbesserung der Sprachqualität, wenn das Mikro dann näher „an den Mann“ gebracht wird.

Fazit: Der Ego Cup macht optisch weiter einen guten Eindruck und überzeugt im Standard-Einsatz des einfachen Bluetooth-Empfangs und Wiedergabe am Gerät mit Problemlosigkeit und einwandfreier Leistung. Der neue Akku ist ein Gewinn, die FM-Übertragung kann man (jedenfalls ich) so aber nicht gebrauchen, Aux-In und Mini-USB-Anschlußmöglichkeiten spielen für mich keine Rolle.
Die Sensortasten bieten mehr Komfort, hatten (und wohl nicht nur bei mir) aber im Test einen Bug – gerade wenn man Einstellungen vornahm wurden diese scheinbar gar nicht angenommen, doch viele viele Sekunden bis Minuten später waren sie dann offenbar „nicht vergessen“ und es begann eine wahre Arie aus Quittungstönen der nun nacheinander abgearbeiteten Befehle, was gerade im Straßenverkehr sich als nervig erwies und man lieber schnell zum Ausschalter griff – hier sollte man unbedingt noch mal die Software nachbessern.

Ich danke für das Testgerät und werde es auch erstmal im Auto belassen. Auf die Frage eines Geschäfts-Kollegen, ob das Gerät denn wirklich FM-tauglich sei (was er bezweifelte, weil er noch nie eine Frequenz-Übetragung mit anderen Modellen hinbekam) kann ich nur sagen: Daran lag es bei mir nicht, eine Übertragung fand statt – ob die Probleme dann mit anderen Frequenzen, Autoradios oder Handy-Modellen anders sind, kann ich leider nicht beantworten.

Empfehlen kann ich es trotzdem, mit den oben genannten Einschränkungen, denn ich fand den Vorgänger schon gut und mit dem Akku und der Halterung ist es noch einmal besser geworden. Wer allerdings die anderen Funktionen als Kaufentscheidung hat, sollte erst mal testen oder sich beraten lassen.