Hilfe, ein Lastwagen!

Heute trieb mich wieder meine schiere Notwendigkeit mich mit Familie von A nach B zu bewegen auf die Autobahn. A3 – Nürnberg – Frankfurt – da wird im Radio quasi nur noch was gemeldet, wenn mal nicht Stau ist. Aber warum? Kein Unfall. Sonntag, also keine Lkw. Die Baustelle, ok, aber dann geht es dort eben langsamer – soweit die Theorie. Die Wahrheit liegt auf dem Teer: Schnarchnasen, Angsthasen, Raser. Der Mix macht Chaos, Rückstau, Unfälle.

Allein wenn ich 20 Minuten in einer Baustelle mit erlaubten 80 hinter eine jungen Dame in ihrer silbernen A-Klasse mit 72 km/h hinterhetuckeln muss, weil sie trotz 20 Anläufen jedesmal der Mut verlässt den Bus rechts vor ihr zu überholen, wünschte ich mir Zivilpolizist zu sein und Bus und A-Klasse rauszuziehen um fürtan dafür zu sorgen, dass die junge Dame die Reise im Busse forstetzt und dies auch in näherer Zukunft weiter tut. Mich wundert da nicht, wenn so manchem der Kamm schwillt. Schlimm genug, wenn man im Straßenverkehr seinen Pkw in den Abmessungen offenbar nicht mal ansatzweise einzuschätzen weiß, aber dass man daraus nicht wenigstens die Konsequenz zieht, den Weg frei zu machen und sich rechts hinter dem Bus einzusortieren, wird mir ein ewiges Rätsel bleiben.

Rätsel, wie sie mir die notorischen Mittelspurfahrer auch aufgeben, ebenso wie die Raser-Spurwechsler, die für einen Platz drei Autos weiter vorne in der Reihe Unfälle und Nerven anderer riskieren. Die Erkenntnis ist traurig aber wahr, dass eine amerikanische Regelung, die eine einheitliche (und streng überwachte) Temporegelung auf Highways zumindest auf den langen Überlandpassagen einen reibungsloseren Verkehrsfluß und damit ein schnelleres Ankommen garantieren. So saßen wir also gut 1 Stunde länger im Wagen von Nürnberg nach Frankfurt, ohne dass es dafür einen irgendwie nachvollziehbaren Grund gegeben hätte.

Hatte mal die Gelegenheit hinter die Kulissen von Planungen des Verkehrsflusses zu blicken und einen Einblick in Zusammenhänge, wie bspw. die Entstehung von Staus, zu bekommen. Vielleicht sollte man das zum Pflichtprogramm beim Führerscheinerwerb machen. Wobei … eigentlich fehlt es einfach meist nur an ein bisschen Konzentration, normale Rücksicht aufeinander und den nötigen Respekt, dass das Ding unter dem Arsch, das man Auto nennt, außer Kontrolle geraten und anderen und sich selbst ernsthaften Schade zufügen kann – und dann hilft dir kein ABS oder ESP mehr, dann heisst es RIP.

Hab ich schon wieder einen Hals …