Was macht eigentlich »Das große Fanduell«?

Das Fanduell (Bild © eigene Herstellung)

Es war im Spätsommer 2006, als sich die Fans dreier Bundesligisten aufmachten ihr „Fachwissen“ in einem kleinen Wettstreit zu messen – ein großes Fanduell war ausgerufen, wobei das ‚Große‘ am Fanduell weniger die herausragenden Akteure waren, noch waren die verehrten Vereine (Borussia Mönchengladbach, Eintacht Frankfurt, 1. FC Nürnberg) gemeint, eher die ‚große Herausforderung‘ sich so öffentlich mit seinen Stammtisch-Weisheiten zu messen.

Der Einsatz war niedrig, der Spaß an der Sache hoch – jedenfalls für zwei der drei Beteiligten, denn der dritte im Bunde musste bereits in dieser damaligen Saison die Schattenseite des Fan-Daseins erleben – Absturz, Abstieg.

Bis heute, nun gut 2 Jahre später, ist viel passiert. Nürnberg gewann sensationell den DFB-Pokal, spielte durchaus erfolgreich UEFA-Cup und stieg dann ab. Frankfurt konsolidierte sich, schaffte es sich in der Liga festzusetzen und begann am Transfermarkt u.a. mit zwei hochgehandelten Neuzugängen (Fenin, Caio) Aufmerksamkeit zu erzeugen und die Marschrichtung „gesichertes Mittelfeld“ nachhaltig zu unterstreichen. Der Dritte im Bunde stieg ab, dann aber nach einigen Zündaussetzern mit begeisterndem Fußball auch wieder auf.

Heute trennen uns wieder eine Liga, diesmal ist Mönchengladbach wieder und Frankfurt noch oben in Liga 1, der Club in Liga 2. Was uns immer verband war Teil einer großen Fangemeinde zu sein, denn allen drei Vereinen darf man das Attribut „Traditionsverein“ verpassen und alle drei Vereine verfügen über eine sehr begeisterungsfähige Anhängerschar – begeisterungsfähig und leidensfähig, und das ist genau das, was uns wieder verbindet: Frust & Leid.

Die Eintracht ist da noch Top of the Flops sozusagen – nach 6 Spieltagen ohne Sieg Tabellenplatz 17 in der BuLi (ein Nachholspiel gegen KSC steht noch aus, aber auch das muss ja erst mal gespielt werden…), im DFB-Pokal zu Hause gegen einen Zweitligisten ausgeschieden und mit vier geschossenen Toren nur noch von Cottbus unterboten, denen es aber gelang mit nur 2 Toren 5 Punkte zu hamstern. Mönchengladbach, auch im DFB-Pokal gegen eben jene aus Cottbus ausgeschieden (mit 0:3!), ist derzeit spielerisch jenseits von Gut und Böse, wie man attestiert, mit 5:13 Toren und einem einzigen Sieg – bezeichnenderweise gegen Bremen, die die Bayern in der Arroganzarena 5:2 demütigten, auch so eine Geschichte … Und der Club? Als klarer Aufstiegskandidat nach dem Abstieg ins Rennen gegangen steht Nürnberg vor einem Desaster in Liga 2. Nur 1 Sieg in 6 Spielen, gesamt 5 Punkte gesammelt und damit nur 2 Punkte vor einem Abstiegsplatz und natürlich auch im DFB-Pokal ausgeschieden … was aber noch schlimmer ist, sind die gezeigten Leistungen, gestern live im DSF in der ganzen Republik in Augenschein zu nehmen. Da ahnt man fast: Da geht noch was … nach unten…

Das ‚große‘ Fanduell ist also quasi wieder vereint, damals in der Hoffnung auf eine stabile und gesicherte Zukunft in Liga 1, heute im Leid und Fanfrust. Kollege meinte da vor kurzem per Mail, nun endlich wüssten wir, was wir mit dem Pott, in den jeder einen Obulus einwarf und der immer noch unangerührt rumsteht, sinnvoll anfangen können: Versaufen.