Die Kraft der Trübsal

Spaßgesellschaft, Frohsinn, lustig, immer gut gelaunt, für alles Verständnis, ausgeglichen, tolerant und weltoffen, manchmal scheiß ich drauf. Sich fallen zu lassen in seine eigene Trübsal, all den Müll der eigenen Frustration an sich ranzulassen, davor haben manche verdammte Angst. Sie schlucken Dinge, die sie ruhigstellen, sie glotzen solange, bis sie todmüde umfallen, dröhnen sich mit Muntermach-Mucke zu.

Warum? Weil sie Angst haben vor sich selbst? Vor dem, was sie erwartet, wenn sie sich selbst fallen lassen, sich selbst ihrem eigenen Frust stellen. Sie laufen lieber ohne Rast und meinen sie tun sich und ihrer Umwelt einen Gefallen, wenn sie so lange laufen, bis sie an die eine Wand klatschen, vor der sie nicht mehr weglaufen können.

Manchmal, manchmal lohnt es sich sich in sich zu verlieren, in Selbstanklage, Selbstmitleid, Welthaß, Vorwürfen, dem Gefühl von Unverständnis und Leere. Es lohnt, wenn man durch gehen kann, und am Ende aufsteht wie der Phoenix aus der Asche. Sich selbst für einen Moment sterben zu lassen in Trübsal um danach Kraft zu schöpfen und aufzustehen. Ohne Groll, ohne Zerstörung, ohne Rachegefühle, ohne Wut, ohne Trauer …