Vorschau/Preview: Young@Heart

Disclaimer: »Vor einigen Tagen erreichte mich die Anfrage von dot-friends.com, mir den Film „Young@Heard“ kostenlos im Kino anzusehen, um darüber eine Rezension zu schreiben und diese dann in meinem Blog zu veröffentlichen. dot-friends arbeitet im Auftrag der Senator Entertainment.«

Als die dot-friends mich wegen einer Rezension fragten und der Begriff Young@Heart fiel, leuchteten meine Augen kurz. Denn „ja“, der Film ist mir ein Begriff, oder besser das Projekt das dahintersteht, und ich mache keinen Hehl daraus, dass ich schon beim ersten mal, als ich davon hörte, begeistert war.

Es war so ein gelangweilter Zap-TV-Abendausklang (den ich mir seltens zumute im Übrigen), der uns auf irgendeinen Kanal hängen ließ, auf dem Senioren auf einer Bühne standen und im Chor sangen. Irgendwie blieben wir hier hängen und nahmen den Teil der Doku mit, bei dem der Chor sich gerade von einem Mitglied verabschieden musste, man beklagte den Tod des lieb gewonnenen „Chorbruders“.

Quereinstiege gerade in Dokus sind nicht so einfach, es fehlt einem der Background für den Teil, den man gerade verstehen soll, doch ich glaube, da gibt es wenig zu verstehen – da gibt es einfach nur unglaublich viel Respekt vor einer Idee, die vielleicht einen der ganz großen Beiträge liefert für eine Gesellschaft, die mehr und mehr „älter“ wird und damit klar kommen muss. Klar kommen als junger Mensch wie auch als Älterer, als Senior. Es ist ein Beitrag um zu verstehen, Optimismus zu geben, eine Leichtigkeit, eine Öffentlichkeit, aber auch nichts übertüncht und rosa anmalt. Es geht darum, dass man einfach alt wird und was einem dann bleibt: Altersheim? Abhängig von den Brotkrumen der Aufmerksamkeit der Kinder und Enkel, die selbst vor sich hingetriebenen werden von einer hektischen und rastlosen Welt. Man muss lernen, was es heißt die alten Freunde zu verlieren, den Partner, weil sie gestorben sind, wie auch die Nachbarn. Da sitzt man nun, wird älter und einsamer, und muss damit umgehen lernen.

Young@Heart ist ein Chor wie kein anderer – kein Wunder, dass sich die Sänger als „unartige Rentner“ bezeichnen. Die gut gelaunten Senioren aus Northampton, Massachusetts, sind zwischen 75 und 93 Jahre alt, und wo immer sie auf der ganzen Welt auftreten, sind ihnen begeisterte Kritiken sicher. In einem Alter, in dem die meisten Leute entweder schon tot sind oder ihre Tage im Altersheim fristen, schmettern diese Ruheständler Rocksongs von Künstlern wie den Ramones, Jimi Hendrix und Radiohead. (aus dem Presseheft)

Sich raustrauen, aus seinem Loch und aus sich selbst, sich erlauben, auch im hohen Alter noch Spaß zu haben, etwas ganz anderes tun, sich auf eine Bühne zu wagen. Diese Vision hat Bob Cilman, Gründer und Chorleiter seit 1982, seinem Chor ermöglicht, und vielleicht wird die Vision viele Nachahmer finden und somit viel mehr bewirken als man glauben mag.

Der Film Young@Heart von Regisseur Stephen Walker wird seinen Beitrag dazu leisten, dass ‚die Botschaft‘ sich verbreitet. Ein Film in Form von „dokumentarischen Beobachtungen“ und „musikalischem Theater“. Ein Film, der nicht primär Unterhaltung verspricht, sondern Einblicke geben wird, Verständnis vermitteln, auseinandersetzen … und am Ende – ganz zwanglos – doch unterhalten und durch die Musik in seinen Bann ziehen.

Ich freue mich auf den Film, gerade weil ich schon einiges drüber las und so manches gesehen und gehört habe. Mein Beitrag daher eine ungeschminkte Werbung ins Kino zu gehen, weil ich es auch gerne tun werde – wären da nicht die Kinoansetzungen … bei mir in Frankfurt kriege ich derzeit genau in einem Kino (in den Cinema-Kinos am Roßmarkt) den Film angeboten … täglich um 15:00 Uhr … daher auch – nach Rücksprache mit den dot-friends – mal eine Preview statt eine Review.

Ich hoffe also mal auf eine Gelegenheit, vielleicht kommt er ja doch auch noch ins Valentin, das wäre prima.

Der Film und das Projekt sind wohl zeitgemäß wie kaum ein anderer und berührt die Punkte, denen auch wir uns, die wir so mittleren Alters sind, stellen werden müssen. Die Unterhaltungsindustrie scheint aber dafür noch nicht reif zu sein.

„Young@Heart“ – der am 02. Oktober startende Festivalliebling in der Tradition von BUENA VISTA SOCIAL CLUB über einen ungewöhnlichen Chor von 75-92-Jährigen…
Trailer und erste Info:
http://www.youngatheart.senator.de/ oder
http://www.youtube.com/YoungAtHeartFilm