Manager gönnen sich einen Riesenhapps vom Krisenkuchen

Obama ist sauer, stinksauer – und das macht ihn mir so richtig sympathisch. Die amerikanischen Manager, die wenigstens in der Breite einen großen Anteil an der aktuellen Krise und Wirtschaftsmisere haben (wie auch europäische, asiatische, …), sind erfindungsreich im Umschiffen juristischer Verantwortlichkeit, zeigen sich aber bereit für harte Einschnitte zur Sanierung – bei anderen. Sich selbst gönnt das Spitzenmanagement in den USA „Jahresend-Boni von insgesamt fast 20 Milliarden Dollar für 2008“ (Quelle: SPON)

Was schon zu Zeiten Schrempp dem Bürger auf der Straße aufstieß, als Schrempp für die verbrannten Millionen bei DaimlerChrysler nicht zur Verantwortung gezogen wurde, sonder im Gegenteil üppig entlohnt, ist gerade in dieser Zeit der nicht nur drohenden sondern existenten Weltwirtschaftskrise den Worten Barak Obamas nichte mehr hinzuzufügen (Quelle: SPON):

„Das ist der Gipfel der Verantwortungslosigkeit“, sagte er schäumend über die Bonus-Nachricht, die er aus der Zeitung erfahren hatte. Als „schändlich“ bezeichnete er den Geldregen für die Missmanager von der Wall Street.

Obama sagte das nicht irgendwo, sondern im Oval Office, in das er die TV-Kameras zu einem Fototermin mit seinem neuen Finanzminister gebeten hatte. Zuvor stellte er sorgfältig sicher, dass auch jeder Reporter seine Worte mitbekam: „Achtet darauf, dass alle drin sind.“

Erst Milliarden erbetteln und den Steuerzahlern drohen, „dass uns das ganze System auf den Kopf fallen könnte, falls sie die Hilfe nicht gewähren“ und dann sich selbst beschenken. Das gehe so nicht, rügt der Präsident. „Sie müssen anfangen, verantwortungsbewusster zu handeln“, sagte Obama in seiner typisch stillen Aufwallung. „Es wird wieder eine Zeit kommen, Gewinn zu machen, und es wird eine Zeit kommen, dass sie Boni bekommen – jetzt ist diese Zeit nicht.“

Bleibt zu hoffen, dass dies nicht nur Worte bleiben, sondern knallharte Taten folgen. Das Maß der Arroganz und Ignoranz ist ja kaum mehr zu toppen. Das Volk hat schon lange genug von der Selbstherrlichkeit der herrschenden Management-Kaste, wenn in solchen Zeiten mit Boni-Zahlungen dann noch dem Mann auf der Straße, der Kurzarbeit akzeptieren muss oder um seinen Job bangtm, ins Gesicht spuckt, braucht sich nicht wundern, wenn selbst eine stabile Gesellschaft durch einen Funken ins Ungleichgewicht kommt.

Bevor radikale politische Ansichten sich durchsetzen, sollten die gemäßigten politischen Kräfte das Heft des Handelns wieder in die Hand nehmen und sich von ihren politischen Fesseln und wirtschaftlichen Lobby-Zwängen befreien.

Wenn nicht jetzt, wann dann?