Das Korken-Problem

Weinflaschenkorken

Was an dem Bild nicht stimmt? Der Korken passt nicht mehr in die Flasche. Das stimmt nicht. Dabei stammte er aus selbiger.

Wie man einen Wein zu verschließen hat, darüber scheiden sich zwischenzeitlich die Geister. Traditionell wurde der Wein mit einem Naturkorken (oder als günstigere Variante als Presskorken aus Korkresten) verschlossen. So ein Korken aus Kork hatte den Vorteil, dass er dicht verschloß und gleichzeitig leicht einsetzbar war. Und genau dieser Umstand ist durch die heute gerade im Niedrigpreissegment verwendeten Silikon-Korken ein Manko. Denn diese Silikon-Korken schließen zwar trefflich und lassen sich auch relativ leicht entkorken (was bei einem Naturkorken nicht immer der Fall ist), doch sie lassen sich so gut wie nicht mehr wieder einsetzen.

Ich gehe mal davon aus, dass das dem Umstand geschuldet ist, dass Silikon unter relativ großem Druck eingesetzt wird (maschinell natürlich) und dann eine bestimmte feste Ausdehnung hat, die dann von der Flasche begrenzt wird, was zum Verschluß führt. Aus der Flasche entnommen nimmt das Silikon seine normale Ausdehnung wieder an, für das Wiedereinsetzen fehlt dann der Druck. Der Naturkorken war in der Regel entsprechend weicher und damit auch flexibler.

Der Silikonkorken ist damit für mich so eine suboptimale Zwischenlösung zwischen Schraubverschluss und Naturkorken. Dass man auch Wein in der Schraubverschluss-Flasche verkaufen kann, zeigt die Weißwein-Industrie, die hier gar nicht lange rummachte und heute schon auf den Schraubverschluss setzt – bei Rotwein tut man sich da schwerer, zu sehr besteht um den Genuß selbigen ein gewisser Kult, eine Art Ritual, wozu das Entkorken gehört.

Mit dem Silikonkorken will man die Grätsche zwischen Wirtschaftlichkeit und lieb gewonnene Gewohnheit gehen – aber mich nervt das, weil man die Flasche zwar gern komplett goutieren würde, selbiges aber nicht immer gesundheitlich förderlich ist auf Dauer. Kurzum: Man will die Flasche auch wieder mal verschließen.

Natürlich gibt es genug käuflich erwerbbare Flaschenverschlüße, von ‚lustigen‘ Plastikstopfen bis metallischen Design-Wundern – aber die einfachste Methode, die sozusagen mit ausgeliefert wird und damit immer verfügbar ist, die entfiel. Ich benutze im Übrigen jetzt ganz einfach wieder den Verschluss einer alten Portwein-Flasche.

Portwein-Flaschen-Korken

Ach ja, noch so eine Sache. Wie kann ich eine Weinflasche ohne Korkenzieher öffnen? Mit dem Finger den Korken reindrücken ist extrem suboptimal und jeder der es mal probierte weiß, was ich meine. Das NDR Fernsehen hat das Problem wohl häufiger und hat einen Tipp: Wenn der Korkenzieher fehlt