Hauptsache ein Franke – Warum der Wirtschaftsminister Guttenberg heisst

Hauptsache ein Franke – Warum die Glos-Nachfolge über die Herkunft gehen musste…

Oberstes Ziel sei es gewesen, dass der Bewerber qualifiziert sei, „aus dieser nördlichen Region“ stamme – und dass es schnell gehe.

Wenn man diese Reihenfolge umdreht, entspricht sie sogar noch ein bisschen mehr der Wahrheit. Vor allem musste es schnell gehen. Wirtschaftsminister Michael Glos hatte Seehofer mit seinem Rücktrittsangebot überrumpelt. Der CSU-Chef versichert zwar, dass er „volles Vertrauen, politisch und menschlich“ zu Glos habe und dass da „nichts zurückbleiben“ werde.

Aber die grimmige Ausführlichkeit, mit der er den Ablauf dieser Demission schildert, straft die Floskeln Lügen: Wie er völlig ahnungslos mitten in der Münchner Sicherheitskonferenz von Journalisten angesprochen wird, was er zu Glos’ Rücktritt sage, den die „Bild am Sonntag“ gerade vermeldet hat; wie er in der Staatskanzlei eigenhändig die Faxgeräte durchsucht habe nach Glos’ Demissionsschreiben; wie er schließlich darauf gekommen sei, in Ingolstadt bei Frau und Tochter anzurufen, und dort war der Brief dann wirklich. „Dass das nicht schön war, ärgerlich, ist klar.“ Seehofer ist die Wut darüber, dass ihn einer derart unter Zugzwang gesetzt hat, bei aller Beherrschung immer noch anzusehen.

Der Regionalproporz war Faktor Nummer zwei. Die Animositäten zwischen Franken und Altbayern sind lange eher folkloristisch ausgetragen worden. Seit Seehofer ins Amt kam, sind sie harte politische Fakten. Weil er den Franken Günther Beckstein als Ministerpräsident verdrängt hat, muss sich der Partei- und Regierungschef des Verdachts erwehren, dass jetzt die Oberbayern die Macht im ganzen Land an sich ziehen. Ginge es nur um schlechte Laune zwischen Würzburg und Nürnberg, könnte Seehofer damit leben. Wut kostet aber Wählerstimmen.

via Warum ausgerechnet Guttenberg?.

Also kein Witz, es musste tatsächlich ein Franke sein. Warum er aber ausgerechnet auch noch aussehen musste wie der Lothar Matthäus, wie ich schon mal anmerkte, bleibt ein Rätsel.

Es ist aber ein Gerücht, dass Lothar selbst (auf Nachfrage) grundsätzlich für eine Berufung bereit gestanden habe und sich die Führung der nationalen Wirtschaftsauswahl zugetraut hätte, aber von Maccabi Netanya keine Freigabe erhielt.