Blog Fastfood

Disclaimer: Wer nicht schon wieder in Blog über das Bloggen lesen will sollte das folgende nicht lesen und spätestens jetzt damit aufhö

Fastfood ist der schnelle Haps, der Bissen zwischendurch, gern mit Junkfood negativ konnotiert. Bloggen geht mir mittlerweile derweil zur Zeit auch so. Irgendwo was gesehen, schnell gemacht, rausgehauen, weitermachen. Nur gegen Junk wehre ich mich, sind schon Sachen, die ich nicht um des Postings Willen mache, aber eben auch wenig, was mich wirklich befriedigt, das Schreiben, das Spiel mit Worten und Gedanken, das Auseinandersetzen mit einem Thema. Gerne hat man mir lange Zeit vorgeworfen zu langatmig zu sein. Ich wäre es gern wieder öfter.

Was ist los? Zeit und Kraft. Mir fehlt es an beidem aktuell. Morgens hat sich bei uns bisschen was geändert und ich mach die Kids jetzt komplett KiTa-fertig und bring sie hin, dazu viel zu tun im Büro und selbst in Mittagspausen wie diesen noch fünf Unterbrechungen und Rückfragen. Abends dann zu platt um einen klaren Gedanken noch zu fangen.

Dazu kommt, dass ich mit Nachbarn was zusammen aufbaue, da stecke ich dann gern die Freizeit-Wachphasen rein, aber das macht Spaß und könnte was Schönes werden – zusammen macht alles auch gleich mehr Spaß. Ach ja, auch fordern dann doch die Summe der Blogs ihren Tribut. Wenn du bei vier oder fünf Blogs wenigstens ab und an Content bringen willst, dann musst du dich schon strecken. Das ist eben Fluch und Segen bei ‚thematischem Splitting‘ – Fußball raus, die Zielpublikums-Themen raus, den Blödsinn raus – schon wird es dünner im Portfolio.

Ich will wieder mehr Muße haben, auch wenn die Zeit enger ist. Und – so komisch das klingt – die Fastenzeit spielt da auch mit rein. So ein, zwei Glas Wein am Abend entspannen eben angenehm und lassen die Gedanken fröhliche Kapriolen schlagen – man beginnt zu philosophieren und daraus entstehen Artikel, Themen, Gedankenspiele. So trinkt man Tee, wird müder und müder und will um 11 schon schlafen gehen.

Lieber Blog Fastfood als verhungern, denke ich mir. Wenn man mal mit was aufhört, dann kommt man noch schwerer in die Spur als wenn man was auf niedriger Flamme köcheln lässt. Und manche machen ja nichts anderes in ihrem Blog, tagaus, tagein. Aber befriedigen, befriedigen tut es einen selbst nicht – und ist das ist eben wie Fastfood-Burger oder ein saftiges Steak vom Grill. Beides tut irgendwo ihren Dienst, aber es ist eben nicht das Gleiche.