Kino: Überwachung statt Service

Bisschen kruder Aufhänger für die Story drüben beim Basic Thinking Blog, aber in der Sache harter Tobac. Da stellen die doch tatsächlich Typen mit Nachtsichtgeräten zum beobachten rein um die “Kinogänger unter Generalverdacht” vor unredlichem Handeln wie Filmmitschnitte zu bewahren:

Grund waren die beiden Herren, die mit Nachtsichtgeräten ausgestattet links und rechts der Leinwand umherschlichen und das Publikum die gesamte Veranstaltung über kritisch beäugten. Erst dachte sie, dass die Typen im Security-Look das Geschehen jenseits des Vorhangs auch direkt mitschnitten, doch die Kino-Chefin konnte sie später beruhigen: Das seien nur die Jungs von Warner Bros. und die nehmen nichts auf, sondern kontrollieren nur, dass auch ja niemand auf die Idee kommt, den “Potter” später auf einem Camcorder-Band mit nach Hause zu nehmen. Und so ungewöhnlich sei es nun auch nicht, immerhin hätten die beiden bereits sämtliche Vorstellungen von Mittwoch bis Sonntag überwacht.

Na, was sagt man dazu? Ist das der Grund für die steigenden Kinopreise? Die erhöhten Personalkosten? Die Cinestar-Filialleiterin wehrte sich gegen den Vorwurf, cineastische Spitzel bereitwillig in ihr Haus zu lassen: “Wenn wir das nicht zugelassen hätten, würden wir von Warner keinen Film mehr bekommen”, klagte die Dame gegenüber der “Volksstimme“, die die Story als erste aufgriff.

via Warner Bros. beschäftigt Spanner mit Nachtsichtgeräten | Basic Thinking Blog.

Statt die Personalkosten für solche Maßnahmen zu investieren würde ich empfehlen mal die Kassen besser zu bestücken. Im KINOPOLIS im Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach war man offenbar ‘total überrascht‘ vom Zuspruch zum neuen Harry Potter am Sonntag – daher war um 20:00 Uhr die mit 2 Kassen minimalst besetzte Essensausgabe vollkommen überlastet, es bildeten sich Schlangen mit 30 Minuten Wartezeit (handgeschätzt) und dem Ergebnis, dass das Sortiment (um 20:00 Uhr !!) schon mehr als löchrig war: Keine großen Popcorn-Tüten mehr, keine Cola etc. und die letzte einsame Erdnuss-Dose wurde gerade noch mein.

Statt in Überwachung sollte man ‘in Service machen’ und damit den Verkauf ankurbeln – ist ja eh im Kino schon nahe am gefühlten Wucher, was Speisen und Getränke angeht, aber dann da nicht genug Personal und Nachschub und dort die Überwacher mit Nachtsichtgeräten, das geht gar nicht.

Nicht vergessen: Wir = Kunde <-> Ihr = Dienstleister

P.S.: Zum Thema “Wenn wir das nicht zugelassen hätten, würden wir von Warner keinen Film mehr bekommen” – im Kinopolis hab ich die Überwacher nicht gesehen. Also entweder gut getarnt oder sie waren auch “aus”, würde mich ja nicht wundern…

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3 Comments

  • 1
    23. Juli 2009 - 23. Juli 2009 15:16 | Permalink

    Jo, war vor kurzem im CineStar am Eschenheimer Tor, da war das auch so. Das war aber auch ne Vorpremiere (bei der man verstehen kann, dass gewisse Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden).

    Sie haben es aber vorher angekündigt bzw die Leute informiert. Man war also vorbereitet. Hab während des Films aber keine Securityleute mit Nachtsichtgeräten gesehen. Die Geräte sind vielleicht schon fest installiert. WEr weiß das schon …?

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  • 2
    24. Juli 2009 - 24. Juli 2009 08:00 | Permalink

    Hey, Toller Artikel. Bin ein totaler Harry Potter Fan.

    AntwortenAntworten

  • 3
    Corinna
    24. Juli 2009 - 24. Juli 2009 15:11 | Permalink

    Investitionen in Service gibt es ja nicht einmal mehr in Flugzeugen – in die Überwachung schon. Wenn Warner nicht nur die mit den Nachtsichtgeräten bezahlen müsste, sondern auch am Service verdienen könnte, sähe das vielleicht anders aus…

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    Ich glaub, das war's.