Schweinegrippe offiziell jetzt in Frankfurt angekommen

Man höre und staune – die Stadt Frankfurt lässt durch ihren Presse-Herold wissen:

Schweinegrippewelle ist in Frankfurt angekommen

Die Schweinegrippe ist definitiv in Frankfurt angekommen. 999 an der neuen Grippe erkrankte Personen hat das Amt für Gesundheit allein in der letzten Woche registriert. Auch in den Frankfurter Krankenhäusern werden vermehrt Patienten stationär aufgenommen, die an der „Schweinegrippe“ erkrankt sind

Quelle: www.frankfurt.de

Man möge mir trotz der Ernsthaftigkeit der Meldung die Ironie nachsehen, denn was hier nun offiziell gemeldet wird schlägt der Realität viel ironischer ins Gesicht. Durch die ganze Stadt und Umland zog die letzten Tage und wahrscheinlich Wochen eine Ansteckungswelle, die schlicht nicht als Schweinegrippe tituliert war, weil man es nicht so bezeichnen wollte!

Man mag sich die Ausbreitung gar nicht ausmalen, wenn jetzt von 999 erkrankten gemeldeten(!) Personen die Rede ist, denn die Praxis sah so aus: „Interessiert mich nicht!“ – Das ein Originalzitat eines Kinderarztes auf die Frage einer besorgten Mutter, ob das fiebrige Kind mit Husten, Kopf- und Halsschmerzen vielleicht den H1N1-Virus in sich hat. „Interessiert mich nicht!“ mag hart klingen, entbehrt aber nicht einen gewissen Realitätssinn, denn weder ändere sich was in der Behandlung noch löst die Vermutung einen Test auf den Erreger aus, denn getestet wird in der Regel eh nicht, da die kolportierten Kosten von 130 Euro für so einen Test nicht von der Krankenkasse getragen werden. Entsprechend hat man wohl auch sich der Realität gebeugt und die Meldepflicht für Ärzte gestrichen.

Ich wollte schon einen großen Artikel daraus machen, aber das depremiert mich alles viel zu sehr. Es depremiert mich, wie sehr unsere Politik in der Schweinegrippe versagt hat. Nicht nur die Impfvorbestellung, vor allem aber die Kommunikation zum Thema, die Information an die Bürger und die damit verbundene Verantwortung der politischen Entscheidungsträger ist in meinen Augen ein Skandal.

Die Realität sieht so aus: Zwar gibt es eine offizielle Impfempfehlung, doch der Impfstoff steht in zumindest vielen Landstrichen doch eh nur denen mit „guten Beziehungen“ zur Verfügung. Und ob Impfen generell zu empfehlen ist, ist vollkommen offen. Unter der Hand weiß nahezu jeder im privaten Umfeld von Ärzten, die klar von der Impfung abraten und sich selbst auch nicht impfen lassen würden. Dazu kursieren E-Mails mit Warnmeldungen von Adjuvans (Wirkverstärker, Stichwort: „Squalen“, vgl. hier), die angeblich mit der Golfkriegskrankheit zu tun haben und entsprechend Panik verbreiten. Fast durch die gesamte Bevölkerung geht der Graben zwischen erbitterten Impf-Gegnern und -Befürwortern, die sich quasi mit gleicher Vehemenz Verantwortungslosigkeit im Umgang mit der eigenen, noch schlimmer aber der Gesundheit der eigenen Kinder vorwerfen – von der gesellschaftlichen Verantwortung da mal gar nicht die Rede.

Auszug einer erhaltenen E-Mail:

„Die beiden Impfstoffe gegen die so genannte „Schweinegrippe“ Pandemrix® und Focetria®, enthalten als Adjuvans (Wirkverstärker) Squalen. Beim Menschen ist Squalen bei den US-Soldaten des ersten Golfkriegs als Impfverstärker eingesetzt worden. 23-27%, also jeder Vierte von ihnen und auch solche, die zu Hause blieben(!), bekamen die sog. Golfkriegskrankheit, mit chronischer Müdigkeit, Fibromyalgie (Muskelrheuma), neben Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen, persistierenden Kopfschmerzen, Erschöpfung und ausgedehnten Schmerzen charakterisiert. Die Krankheit kann auch chronische Verdauungsprobleme und Hautausschlag einschließen.“

angeblich versandt von einer Ärztin Juliane Sacher, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Frankfurt

Die Mail klingt zwar nach Hoax, ist aber keine Falsch-Mail. Der Inhalt der Mail findet sich tatsächlich auch auf der Website der Praxis Sacher mit Titel „Impfung gegen Schweinegrippe“

Dort ein Verweis auf eine Pressemitteilung des Deutschen Berufsverband der Umweltmediziner (PDF):

„Pandemrix® stellt wegen fehlender Sicherheitsnachweise ein erhebliches Gesundheitsrisiko bei Massenimpfungen dar. Wegen der Haftungsfreistellung des Herstellers durch die Bundesregierung liegt das Risiko von Nebenwirkungen und/oder bleibenden Schäden durch den Impfstoff letztlich beim Patienten.

Der Deutsche Berufsverband der Umweltmediziner dbu hat trotz der in den Medien von Seiten der Regierung, des Paul-Ehrlich-Instituts wie des Herstellers geäußerten Unbedenklichkeitsbeteuerungen ernsthafte Bedenken gegen den von der Bundesregierung als einzigem für die breite Massenimpfung gegen die „neue Grippe“ zur Verfügung gestellten Pandemieimpfstoffes „Pandemrix®“ der Fa. GlaxoSmithKline (gsk).“

Dem widerspricht der SPON-Artikel „Die Mär vom Risiko der Impfverstärker“ und setzt sich dabei mit der Rundmail von Juliane Sacher mehr oder minder sachlich auseinander, folgt ihr aber im Ergebnis nicht (wie die Headline schon erahnen lässt). Bleibt für den Bürger die Frage: Alle nennen sich ja Fachärzte, wen soll man denn nun glauben? Und Spiegel Online ist ja nun auch nicht gerade ein Fachblatt…

Dies nur zitiert um einmal die unterschiedliche Informations-Lage an einem Beispiel zu dokumentieren.

Ärzte sagten uns persönlich, dass längst im Kollegenkreis deutschlandweit keine 80.000 Infektionen vermutet werden, sonder eher 800.000 und mehr. Verkündete Zahlen wie die der Stadt Frankfurt sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt werden – denn mangels Test und in Anbetracht der Weigerung vieler Ärzte eine Schweinegrippe als Schweinegrippe zu bezeichnen und die Eltern mit „nennen sie es einfach Bronchitis und lassen sie das Kind zu Hause“ wegschicken, tauchen nie in Statistiken auf.

Es gibt keinen Grund Panik zu verbreiten. Die vielen Fälle, die durch das gesamte persönliche Umfeld inklusive aller Meldungen aus Schulen und Kindergärten zu Ohr kommen, gehen „harmlos“ aus. Ein Verlauf wie bei einer Grippe, nur im Fieber zum Teil etwas heftiger und teilweise mit parallelen Erbrechen/Durchfall. Nach einer Woche ist dann der „Spuk“ vorbei. Was aber von „offizieller“ Seite aus zum Thema verkündet wird ist zum Teil genau der blanke Hohn, ein Pendeln zwischen Panikmache und Verharmlosung, die keinem hilft. Ein Beispiel die hier vorliegende Info der Stadt Frankfurt an Kindergärten, bei denen dem Erkrankten das tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorgeschlagen wird – eine Maßnahme, die sonst nach fast allen vorliegenden Informationen einvernehmlich als höchst zweifelhaft angesehen wird, da in der Regel nicht praxistauglich und zudem für den Erkrankten eine Zumutung – man muss sich da ein kleines Kind nur vorstellen, bei dem die Eltern sagen „ist nicht so schlimm“ aber dazu zwingen eine Maske zu tragen…

Leider wurden in dieser Sache die Bürger ziemlich fies im Regen stehen gelassen. Ein Zeichen dafür auch die Erklärung, die man bei Impfung unterzeichnen muss und von der mir nach Hörensagen gesagt wurde, man zeichne quasi jeden und alles von jedweder Schädigung durch die Impfung frei. Ob am Ende bei Folgeschäden jemand haftet oder nicht, ist verbindlich von keinem zu erfahren. So geistern durch Deutschland eine Wolke auf Angst, Verunsicherung, Informationswirrwarr und Halbwahrheiten – zusätzlich befeuert von solch „hochoffiziellen“ Informationen wie die der Stadt Frankfurt von heute oder die Aussage des Robert-Koch-Instituts „Wer Grippe hat, hat Schweinegrippe“ (Quelle)

Man kann nur hoffen, dass die Schweinegrippe sich als das erweisst, wonach es momentan aussieht: Eine ziemlich ansteckende Grippeerkrankung, die aber im wesentlichen genauso gefährlich ist wie die „normale“ Grippe. Wenn man sich dieses Chaos und der Umgang mit so einer Pandemie aber vorstellen mag, wenn tatsächlich eine Art „Spanischer Grippe“ oder ähnlichem, kann man nur sagen „Gnade uns Gott“. Das einzige, was man am Ende in Deutschland dann sicher hinbekommen hätte wäre dann wohl, dass niemand für den Schaden finanziell haftet oder sich politisch verantworten muss …