Aus der Rubrik: Bilder, die die Welt nicht braucht (1)

Bild von einer Latte auf Mülleimer

Der Photograph bedient sich in seinem Bild »Latte, die auf einem Mülleimer lehnt« der natürlichen Groteske. Der Betrachter wird aufgefordert sich zu entscheiden, ob er die Latte als aufsteigend oder absteigend definiert und findet sich und seine Denkweise auf diese Weise wieder. Der natürliche Drang sich als Betrachter zurückzuziehen wird konterkariert, er wird ins Bild gezogen und somit Teil des Werkes.

Auf der emotionalen Bildebene stechen die Fahrzeuge in den Farben Rot, Orange und Grün in einer Reihe heraus, eine Metapher für Ampel, Verkehr und Fluß. Indem das grüne Fahrzeug in ein Grau abtaucht wird bildhaft eine kritische Außeinandersetzung mit der Entmenschlichung des urbanen Umfelds erzählt.

Der Mülleimer ist nicht zufällig eine Papiermülltonne, die Latte ist aus Holz. Natürliche, warme Rohstoffe werden umgeben von Beton, Teer und Metall – und doch sind sie Endprodukte, Abfall. Die Natürlichkeit trifft den Werksstoff, das Vergängliche trifft seine Vergänglichkeit.

Die Frau läuft weg, der Regen hat aufgehört. Und alles was hier steht ist vollkommener Schwachsinn und die Mülltonne für Plastik.