re:publica’10: Panel Fussball-Bloggen im Jahr der WM

Gestern war es soweit, unser erstes Panel auf einer re:publica – und das zum Thema Fußball: Heimspiel quasi. Am Podium waren neben Ronny und mir als Moderatoren unsere Gäste Frederic Valin (Spreeblick), Johannes Ehrmann (Mauertaktik.de), Robert Burkhardt (Hertha BSC Berlin) und Thorsten Feldmann (Rechtsanwalt und Blogger auf feldblog.de).

Mit mehr Ruhe und Zeit und im Rückblick mal mehr zum konkreten Verlauf und Inhalt der Diskussion, aber auf diesem Weg schon mal unser Dank an die Gäste, den vielen interessierten Zuhörern im vollen Saal, den Wortbeiträgen und vor allem auch für die vielen Gespräche danach. Neben all den kleinen und mittleren Problemen als Blogger, von Logo-Nutzung bis fehlender Anerkennung seitens der Vereine als vollwertiges Mitglied im „Medienverbund“, zeigte sich am Ende aber doch vor allem eines: Der Wille und Wunsch nach Fan-Kommunikation besteht und wird immer lauter. Ob die klassischen Medien und eben vor allem auch die Vereine dieser Kommunikation nun zuhören, als „Rückkanal“ nutzen oder gar in die eigene Arbeit einbinden ist dabei sicher eine spannende Frage, sie ist aber nicht die entscheidende Frage, denn wenn dies nicht geschieht, wird es der Sache keinen Abbruch tun. Die Fans emanzipieren sich und suchen nach Ausdrucksformen, Plattformen und einer hörbaren Stimme – und findet sich in Blogs, Foren und Social Web wieder. Man kommuniziert, man holt sich insoweit den „Volkssport“ Fußball einfach wieder zurück. Und das wirklich interessante, was sich vielleicht aus den Gesprächen ergeben hat und den bereits bestehenden Eindruck bestätigt hat: Vereinsgrenzen gibt es da nicht. Man diskutiert natürlich vor allem mit Seines(vereins)gleichen, aber schlägt im Netz die Brücke zum sportlichen Gegner mühelos und ohne Scheuklappen – man liest die Meinung der gegnerischen Fans zum bevorstehenden Wechsels ihres Spielers zum eigenen Club, interviewt sich gegenseitig vor Spielen, fragt auch einfach mal nach bei Auswärtsspielen über Infos.

Diese Fan-Kommunikation, das hat sich gezeigt bei dem Panel und den Gesprächen, ist weitesgehend unabhängig von der Akzeptanz der Vereine und Medien. Eine Presse-Akkreditierung würde vielleicht manches Angebot aufwerten, notwendig ist das aber in der Breite nicht. Ob man ein Logo verwenden kann, ein Foto veröffentlichen, einen Spieler interviewen kann – sind sicher spannende Fragen im Einzelnen, sie sind aber nicht der Kern der Sache, denn da geht es um Kommunikation der Fans und zwischen Fans. Wenn die Vereine da das Potenzial erkennen, dass sie bspw. auf einem Blog zwar auf keine homogene unkritische Masse, aber doch auf eine in Bezug auf den Verein nahezu 100% loyale Anhängerschaft treffen, dann könnten sie das als Rückkanal nutzen. Für die Blogs und Online-Fan-Magazine wäre das vielleicht ein ehrenvoller Ritterschlag – aber wie gesagt: für ihre Existenz und ihre Notwendigkeit, das muss man auch in aller Offenheit sagen, ist es vielleicht fast ohne Bedeutung.