Dank an Sarrazin für die offenen Worte

Reflexartig wünschte man sich, wenn man auch nur auszugsweise Sarrazins Thesen mitbekommt, selbige samt Buch einfach verbieten zu lassen – tatsächlich aber bieten sie mehr Chance als Risiko. Mir haben da schon wieder viel zu viele laut oder leise genickt, wenn sie von Sarrazin sprachen und dabei zustimmend skandierten, dass da schon einer endlich mal wieder sage wie es wirklich sei.

Ich vertraue insoweit unserer Demokratie, dass wir diese krude Thesen aushalten, und setze meine Hoffnung in den Rest an Diskussionskultur, der in Deutschland noch verblieben ist. Dank Sarrazin kann man solches Gedankengut endlich mal wieder erkennen und jemanden argumentativ an die Wand nageln, der solchen rassistischen Müll zum Besten gibt – sowas wie: ‚Es sei schon was dran, mit der Überlegenheit der Gene, und dass die Unterschicht im Wesentlichen ja aus Migranten und Asylanten bestehe, während die deutsche Elite nur verschütt gehen würde unter dem Ganzen Schlamm aus Zuwanderern und Geduldeten‘.

Erst gestern hatte ich dazu wieder die Gelegenheit das zu diskutieren und solch braunes Gedankengut mal als solches zu benennen und klar zu stellen, dass es ganz sicher nicht so ist, dass nur die lieben deutschen Bürger ihre Kinder fördern und fordern, während die unerzogenen Kinder der Migranten nahezu marodierend unsere deutschen Straßen unsicher machen würden. Das ist nicht nur verblendet, das ist schlicht falsch. Und gerade wer in Frankfurt-Höchst wohnt, weiß, wovon er spricht.

Dummheit, Faulheit, Gier, Gewalt sind keine Frage der Gene, sondern des Einzelnen – und vielleicht der Gesellschaft, die ihn prägt.