Pünktchen Pünktchen Pünktchen

Das Internet ist voller Missverständnisse – vor allem weil man auf die reine Textkommunikation beschränkt ist und die eben viel Interpretationsspielraum bietet. Ohne bspw. ein schelmisches Grinsen im Gesicht wirkt ein „Du Idiot!“ vollkommen hart und beleidigend, obwohl es eher kumpelhaft gemeint ist. Versuche es mit Smileys aufzubrechen scheitern meist kläglich – entweder es driftet ins Alberne oder wirkt doppelt irreführend. Ein „Du Idiot! :grin:“ kann dann schon mal als hämisch und abfällig gewertet werden.

Geschriebenes ist eben Schwarz auf Weiß ohne Nuancen – bzw. nur wenigen gelingt es diese auf den Punkt zu bringen. Apropos „Punkt“. Eine meiner absoluten „Lieblinge“ der Kommunikationspannen sind die „Pünktchen Pünktchen Pünktchen“.

„Mit dieser Formulierung wird im Mündlichen angedeutet, dass der Satz noch weitergeht und/oder dass es da etwas gibt, was man/frau gerade nicht sagen möchte.“
Vom richtigen Umgang mit drei Pünktchen

Viele setzen sie aber ein, ohne wirklich zu wissen ‚warum‘. Für mich sind „Pünktchen Pünktchen Pünktchen“ Ausdruck von Ironie, also dass ich das gerade Gesagte im Zweifel eher nicht meine oder sogar ins Gegenteil verkehre, weil ich das, was ich eigentlich meine, besser nicht sage.

Wenn einer sagt „Du siehst heute gut aus …“ denke ich mir also, dass er das eben gerade nicht so meint und im Gegenteil sagen will, dass er das Aussehen übel findet. Frage ich jemand, ob man sich heute Abend wie vereinbart sieht und er antwortet „sicher …“, dann liest sich das nahe am „du kannst mich mal“ oder wenigstens als „jaaa, wenn es sein muss, aber nerve mich nicht“. Apropos „jaaa“, die Verlängerung der Vokale ist auch so was. Aber dazu vielleicht ein anderes mal … 🙂