Frieden im Nahen Osten: Der wahre Albtraum der westlichen Welt?

Dass der „Nahe Osten“ ein Pulverfass darstellt, bekam man als Kind der 80er indoktriniert. Dass nun – gut 30 Jahre später – diese Region durch interne Konflikte innerhalb der jeweiligen Staaten aber nun eine neue Dimension erreicht, ja sie fast destabilisiert, hatte man aber vielleicht so nie erwarten können. Konflikte eines Aggressors sind das eine, aber interne Konflikte einer Bevölkerung, die einfach ihren Frieden will und genug hat von ihren Despoten? – Das Damoklesschwert einer zunehmenden radikalen Islamisierung ist dabei ja das eine, aber was wäre eigentlich, käme es am Ende ganz anders? Käme es am Ende zur „großen Befried(ig)ung“! Wäre das nicht der eigentliche Albtraum der westlichen Welt?

Man stelle sich nur mal laut vor: Die Menschen im Nahen Osten (und vielleicht gar noch weiter bis tief in den schwarzen Kontinent) finden zur Ruhe, zu Toleranz und Frieden in den eigenen Grenzen. Man brauche dann keine Hilfslieferungen mehr, vor allem aber auch keine Waffen. Man stelle sich nur vor, die Länder würden sogar Korruption und Misswirtschaft aufräumen und bekämen Regierungen, die mit Unterstützung ihrer Völker die Ausbeutung ihrer Bodenschätze als ökologischen Wahnsinn entlarven und den Peak Oil als Bedrohung empfinden. Man stelle sich vor, sie beschließen, ab sofort nur im sinnvollen Rahmen den Abbau und die Förderung zu erlauben, damit auch die Nachfolgegenerationen weltweit davon profitieren könnten?

Man stelle sich vor, die Länder begönnen zufrieden zu werden und widersetzen sich dabei auch noch vehement den Verlockungen des „Wohlstands“. Ganz im Geiste des „This is Afrika“ einfach das Leben als Leben zu leben und zu genießen, vielleicht nur eben etwas sicherer und mit verantwortungsvollem Blick auf eine medizinische und ernährungstechnische Grundversorgung aller. – Kurzum: Ein ganzer Kontinent, eine ganze Region, wo eine regulierte Vermarktung der eigenen Rohstoffe eine Gegenwart und Zukunft erlaubt, die moderaten Fortschritt bei hoher Grundabdeckung mit Bedarfsgüter sichert – ganz ohne den Westen.

Und man stelle sich dann noch vor, man begönne aus einer Art grenzüberschreitendem „Patriotismus“/“Solidarität“ regionale Produkte (auch im Technikbereich) bevorzugt zu konsumieren und entsprechend auch solche zu entwickeln – afrikanische Handys, arabische Pkws. Man stelle sich also vor, man entwickele sich so zu einer komplexen Region, die nur noch moderat Rohstoffe exportiere und fertige Produkte importieren muss (und möchte) und eigentlich vor allem ab sofort eines will: Andere in Ruhe lassen und selbst in Ruhe gelassen werden.

Man stelle sich nur vor, wie das im Westen „einschlagen“ würde: desaströs.

Kann man ja nur „hoffen“ (und das sei mit einer großen Portion Ironie zu verstehen), dass niemand auf den Gedanken kommt. Aber dafür wird man schon Sorgen, dass die Feuerchen weiter lodern, die Lieferungen mit Rohstoffen bezahlt werden und man als selbst ernannter Retter immer wieder sich selbst die Legitimation schafft, einen Fuß in der Tür und eine Hand drauf zu haben. Wie soll man denn sonst die gigantischen Militärausgaben rechtfertigen, den unersättlichen Hunger nach Rohstoffen befriedigen, von den eigenen politischen Problemen ablenken und nicht zuletzt unserer Schrott verramschen?