Der Traum vom Berg

Umblickend und gewahr, dass dieser Berg nicht zu verlassen ist.
Die karge Spitze wird mich nähren, doch hinabzusteigen fehlt der Mut.
Ein schmaler Weg, ganz ohne Absicherung, führt an einer Seite hinab,
mit sicherem Tritt vielleicht zu schaffen, doch ein Fehltritt kostet Leib & Leben.

Was einem blieb, das sind die wenigen Sachen, die man bei sich trug.
Und die Erkenntnis: Man wird hier überleben können,
aber das was kommt, an Einsamkeit und Entbehrung,
steht wie ein Schatten vor dem eigenen Auge.

Ich befragte viele Menschen, ob sie Hilfe wüssten, nach Rat und Tat.
Beschwerte mich über die Behörden, die nichts taten, mich zu retten.
Suchte Trost und Zuspruch in tröstenden Armen,
ergoß mich selbst in meinem Leid.

Bis mir gewahr war, dass ich in dem Moment
in dem ich Menschen frage, mich beschwere, Trost suchte,
ja gar nicht auf dem Berg sein konnte.
Und dass dieser Zustand mich befähigte
mich nur jetzt zu entscheiden,
einfach nicht zurückzukehren.

So einfach!

Und dennoch … zögerte ich.
Bedachte ernst, dass dann ja alle Habseligkeiten
dort nun zu belassen wären.
Und auch der Trost, die Anklage und das Schicksal.

Hinter sich lassen – ohne auch nur einmal noch zurückzukehren.
Denn würde man dies tun, so würde man riskieren,
dass man an diesen einen Punkt, den man gerade inne hat
und an dem man sich einfach nur noch entscheiden muss,
nicht mehr kommen wird.

Vielleicht gerade ob des Wissens und der Erkenntnis.
Und dann am Gipfel bleiben muss.
Oder den Abstieg wagen.