Neulich hatten wir es einmal wieder, die Frage, wie viel Wind man machen darf, um auf sich aufmerksam zu machen. Aber vielleicht ist das ja schon die falsche Frage.
Sich im Netz im stillen Kämmerlein zu präsentieren und dann aufgrund der vermeintlich überragenden Qualität entdeckt zu werden, ist ein Ammenmärchen der frühen Blogosphäre. Es gehört einfach dazu, dass man sich finden lässt, weil das gefunden werden meist nur dann funktioniert, wenn man entweder was extrem peinliches, extrem dummes oder extrem ungerechtes zu bieten hat, was bei Selbstbetroffenheit auch nicht unbedingt das Ziel der Träume ist.
Die Windmacher dominieren wie einst die Werber in den 90ern die Szene. Die, die sich nicht zu schade sind wirklich überall ihren virtuellen Aufkleber aufzukleben und sich anzubiedern und selbst zu beweihräuchern, bis der Fremdschämfaktor den Rand der Skala eigentlich überschritten haben sollte. Das Schlimme ist ja nur, es funktioniert. Und natürlich beschränkt man sich nicht nur auf virtuelle Aufkleber, sondern benutzt auch richtig reale Aufkleber, um die Werbetrommel anzukurbeln.
Haben wir uns gefragt, warum man, man es schon erkannt hat, nicht auch ordentlich Wind macht. Aber nicht jeder ist eben zum virtuellen Klingelputzer und Staubsaugervertreter geboren. Und weil es neben dem Wind machen noch eine andere Art gibt, auf sich aufmerksam zu machen, das Klappern. Der Handwerker klappert, damit er den Passanten zeigt, dass hier gearbeitet wird und der Laden läuft, die Nachfrage stimmt. Und wo Nachfrage ist, da schauen die Leute hin, weil der Mensch eben Herdentier ist und dabei wohl eine Schafherde im Sinn hatte, denn der Mensch ist eben auch ein Neidhammel – was die anderen wollen, das will er auch, zumindest will er immer Dabeisein, wenn alle dabei sind.
Drum muss man nicht in Understatement untergehen, während die Poser einem die Show vor ihrer Hollywood-Fassade stehlen, während man vielleicht selbst wirklich was zu sagen hätte. Man muss nur ordentlich klappern.

