Zeitlos schön

Als ich neulich mein Streifenfreizeithemd anzog, musste ich mir glatt sagen lassen, dass es unmodern sei. So eine Sauerei. Dabei hatte meine Frau mir das 2002 genau deswegen gekauft, damit ich mal was modernes hab. Und da geht man pfleglich mit seinen Sachen um (… ok, soo toll fand ich es eh nie …) und dann das.

Ich halte es da ja eher mit zeitlosem Outfit, wobei die Gratwanderung von „zeilos“ zu „laaaangweilig“ naturgemäß ein Parforceritt ist – manche sprechen gar von einem Oxymoron. Aber ist es nicht auch ein individueller Stil, wenn man sich selbst und seinen Klamotten treu bleibt? Muss ja nicht auf hochgezogene beigefarbene Socken in Sandalen und Shorts rauslaufen. Auch coole Sachen, wie neulich in einem dieser Streetwear Marken Shops entdeckt, kann man ja zum persönlichen Stil erklären. Bei mir sind es eben vor allem die Kombi aus Jeans und Schwarz, wobei mir solche Hoody in Schwarz auch ausgesprochen gut gefallen (drum hab ich auch zwei Hoodies im Schrank). Und da ist mir meine 4 vor der Jahreszahl auch sowas von egal.

Neulich meinte unsere Praktikantin: „Du kannst dich echt verwandeln! Ins Büro kommst du wie nach einem Outdoor-Trip und wenn du vom Umziehen zurückkommst siehst du so voll business-mäßig aus.“ (Aber auch nur, wenn ich einen Termin hab.)

Kleider machen Leute – Stilfragen finde ich sind eine Frage von Anlass und Persönlichkeit. Es ist keine Frage von Persönlichkeit, wenn man unpassend angezogen ist, das ist einfach nur „schlechter Stil“, weil Stil auch eine Frage gesellschaftlicher Konventionen sind. Aber man kann, so finde ich zumindest, seinen Stil auch auf alle Looks anpassen. Dazu gehört auch mal was moderneres oder förmlicheres einzustreuen. Aber mit Hoody im Meeting erscheinen geht eben nur, wenn man eh als „durchgeknallter Kreativer“ durchgeht, sonst sollte man auch da zum Jacket greifen – und schwarzes Jacket mit schwarzem Hemd geht ja auch durch, ohne sich zu verbiegen.

Ach ja. Wie kam ich drauf? Genau. Was ziehe ich jetzt eigentlich an?