Monthly Archives: Oktober 2011

Was einem die Woche noch so einfiel

  • Read my response to "Wie zufrieden bist du mit dem inhaltlichen Angebot des Lebens? #samstagsfrage quot;: http://t.co/kvJ1nTVf #
  • 1.000.000.000.000 Euro – Der wohl teuerste Schirm der Welt und das mit Dachschaden … #EFSF #Politik #EU #
  • Google Buzz wird eingestellt. Ach was. http://t.co/jGRUEM0j #buzz #google #
  • Abstimmung mit Arsch: Euer Spieltagstipp im DFB-Pokal Erzgebirge Aue vs. 1. FC Nürnberg http://t.co/85ukXNtM #fcn #aue #
  • Ich liebe es Haken in meinem Kalender bei Aufgaben zu setzen. #
  • Prima, danke! Hab es minimal angepasst auf "@oliisoaho Ob Meister oder Abstieg: FCN, mein Club!" #
  • Höre gerade: "Die Vermessung der Welt." Daniel Kehlmann http://t.co/iXp1doQT #hoerbuch #
  • Wer erinnert sich eigentlich noch an den singenden Beuys? http://t.co/0C4gpkhT #ohrwurm #galore #
  • "Wenn man alles, was man tut, zu spät und zu lange tut, kann man nicht erwarten, dass die Menschen noch da sin… (cont) http://t.co/IVIq0RlZ #
  • Veranstaltung: 29.10.2011 | mayführung 50 (Ernst-May-Gesellschaft) http://t.co/VdGmxR5z #frankfurt #kultur #
  • "Du musst noch in der config.sys die Buffers hochsetzen!" – Man, womit wir uns früher die Zeit vertrieben haben. #
  • Muss einfach gerade sein: Sage NEIN! http://t.co/3ClSnLd4 #
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Digitaler Totenschein

Alle fanden sich an dem Tag zusammen als der digitale Totenschein bestätigt wurde. Im Prinzip war es nach der Beerdigung nur noch eine Formalität, aber als die Bestätigung kam und damit der Verstorbene aus allen digitalen Netzen verschwand, war dann doch für die Familie und den Freunden der Moment der gemeinsamen Andacht ein Bedürfnis. Das war es jetzt endgültig, in Facebook, Qype, Google, Twitter und Co. war mit einem mal ein Mensch nicht mehr existent. Die digitale Bestattung war vollzogen.

Was ich heute Nacht geträumt habe, ist vielleicht gar nicht so utopisch und vor allem gar nicht mal so abwegig. Nachdem ich mich dieses Jahr das erste Mal von einem Menschen verabschieden musste, mit dem mich neben dem realen Leben auch ein “digitales Leben” verband, stellt man fest, wie lange der Nachklang eines Menschen in den digitalen Verzeichnissen wie Fragmente nachhängen – manche scheinen fast auf ewig in Stein gemeiselt. Bei Qype noch gerade eine Rezension geschrieben, in Facebook noch auf der Pinnwand, die eigene Website bis zum Auslaufen des Providervertrages eingefroren auf dem letzen Stand kurz vor dem Tod. Wenn ein Mensch stirbt, wird im realen Leben damit begonnen das “Jetzt” in die “Vergangenheit” zu bringen. Man ordnet die Dinge, Wohnungen werden aufgelöst, die Habseligkeiten verteilt oder entsorgt. Im digitalen Leben fällt das ungemein schwerer. An viele Dinge kommt man nicht mal ran, jetzt erst langsam finden sich bspw. bei Qype oder Google Maps Möglichkeiten, auch als Außenstehender auf ein Ableben eines Menschen hinzuweisen, damit auch dort endlich geordnet wird – auch damit die Trauernden endlich abschließen können und nicht immer wieder schmerzlich an den Verlust erinnert werden.

Der digitale Totenschein wäre am Ende nicht mehr oder weniger wie ein Teil einer Art digitalen Signatur oder Zertifikat. Ich finde die Idee nicht schlecht, gäbe es dazu eine – freiwillige – vielleicht auch staatlich geführte oder zumindest kontrollierte Zertifizierungsstelle, bei der man eine Authentifizierung durchführen lassen kann. Damit könnte man, was ja in Ansätzen bei Twitter bspw. erfolgt, eine Echtheitsprüfung durchführen, damit sich auch in Facebook und Co. digitale Fakes schnell enttarnen lassen können. Selbst Artikel in Blogs könnten so verifiziert werden, ebenso wie viele andere Anmeldungen. Das digitale Zertifikat eines Lebens sollte im Prinzip nur eine Bestätigung enthalten – ein Schlüssel-Schloss-Prinzip. Der Dienst wird authorisiert, die zentrale Stelle bestätigt. Zentral werden die Berechtigungen vom Menschen dahinter gesteuert und verwaltet, der dort einmalig (oder regelmäßig) seine Identität bestätigt. Nach seinem Ableben könnten dann die Hinterbliebenen durch eine Sterbeurkunde mit einer einzigen Aktion auch das digitale Leben beenden.

Mich wundert eigentlich, wenn man bisschen darüber nachdenkt, wie wenig man sich doch im Netz bisher damit auseinandersetzt, dass es in einer digitalen Gesellschaft neben dem digitalen Leben auch einen digitalen Tod gibt.


Dazu passend mit Dank an Sylvie für die Dossier- und Artikel-Empfehlungen:

Ratgeber: Die digitalen Spuren nach dem Tod: Unser Leben wird zunehmend digital – und damit auch das Ende des Lebens. Wir hinterlassen überall digitale Spuren, doch was mit diesen nach dem Tod geschieht, ist weitgehend unbekannt.

Was passiert mit dem digitalen Ich von Verstorbenen?
Ein Unfall, eine Krankheit – das Leben kann ganz plötzlich enden. Im Internet dagegen scheint es endlos: Im Netz “leben” viele Verstorbene auf ihren Profil-Seiten mit Fotos, Pinnwandeinträgen und Freundschaften noch jahrelang weiter. Dieses Problem rückt erst langsam ins Bewusstsein von Usern und Internet-Anbietern.

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Parabel der verpassten Gelegenheiten

Er stand entspannt,
blickte gelangweilt umher.
Sah nach links,
mal nach rechts.
Einer, den keiner was kann,
der keinen was will.
Und wartete
auf die grüne Ampel.

Und als er so stand
und mal nach links
mal nach rechts
in losen Gedanken versunken
den Verkehr verfolgte
sprang die Ampel um auf Grün
- doch er sah nicht hin.

So stand er und schaute
mal hierhin
mal dahin
und als er endlich aufsah
war die Ampel Rot – wie sie immer war.
Was ihn dazu trieb
verärgert den Taster zu betätigen.

Er hatte es wohl gar nicht mitbekommen,
das Grün dazwischen.
Er ärgerte sich über die Ampel,
die Technik, die Stadt, das lange Warten.

Und mir kam es vor
wie eine Parabel
der verpassten Gelegenheiten.

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Versteckte Kosten, Verarsche, Ende Freude

Scheint so ne Art “Anti”-Guerilla-Werbekampagne zu sein. Hat was. :mrgreen:

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Was einem die Woche noch so einfiel

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Occupy Wall Street und der Baader Meinhof Komplex

Gestern im Nachtprogramm der ARD: Der Baader Meinhof Komplex – Sendestart Teil 1 um 23:30 Uhr, Sendestart Teil 2 um 1:15 Uhr, offenbar findet man für solche Filme keine besseren Sendeplätze im vollgepackten Qualitätsfernsehen, aber das nur am Rande.

In der Sendepause zwischen Teil 1 und Teil 2: Das Nachtmagazin. Eines der Themen dort: Aufstände des Volks in Europas Städten gegen die internationale Finanzkrise – und die Aktion “Occupy Wall Street” (Video).

Der direkte Vergleich zwischen der politischen Stimmungslage im Film, dort die aktuelle Stimmungslage in Europa, war frappierend. Da die Machtlosigkeit der nach politischer Mitsprache strebenden jungen Menschen, hier die Machtlosigkeit des Volkes in Anbetracht des Kapitals. Worthülsen hier, Worthülsen da, Resignation, Straßendemonstrationen, politische Ignoranz, zunehmend zum Teil krasse Missstände, die sich auch in Zahlen belegen lassen (vgl. Artikel der sz vom 14.10.2011), das ist der Nährboden, auf dem sich das politische und wirtschaftliche Establishment aktuell die gesellschaftlichen Probleme selbst in einer Petrischale namens Kapitalismus großzieht.

“Das pure Streben nach Profit kann nicht so weiter gehen.” (Wolfram Siener, Sprecher: “Occupy Frankfurt”) – “Wer sehr viel Macht in Händen hat, muss auch Verantwortung übernehmen, das erfolgt nicht.”

Es wird nie mehr einen Hitler geben, sagte man mir in meiner Jugend, weil die Gesellschaft dazu zu aufgeklärt sei und sowieso alle viel zu satt wären. Daran hatte ich schon damals so meine Zweifel, heute umso mehr. Und selbst wenn es keinen Hitler mehr geben sollte, ob es auch keine neue RAF geben wird, kann ich derzeit erst Recht nicht mehr so entschieden von mir weisen. Die Grundlage des Gefühls der Handlungsunfähigkeit, das Gefühl, das Reden nichts mehr bringt, dass die Demokratie längst derart in Fesseln des vor allem kapitalgetriebenen Lobbyismus liegt, lässt sich kaum leugnen.

Dass auf dieser Grundlage nicht nur Extremismus aus (im Übrigen ebenso mindestens mitinitiiert vom gnadenlosen Kapital- und Machtstreben des Kapitalismus) dem Islam kommt, sondern auch aus den Reihen unserer europäischen Gesellschaft, kann zwar deswegen nicht toleriert werden, wer aber heute die Augen davor verschließt, dass diese Entwicklung denkbar und möglich ist, und entsprechend sich weigert, dem entgegenzusteuern, handelt zumindest politisch grob fahrlässig.

Möge die Gesellschaft aus ihrer Geschichte gelernt haben und heute die Chance ergreifen, das Ruder herumzureißen. Ich meine mich aber an ein sehr treffendes Zitat aus einem Henning Mankell-Buch zu erinnern (sinngemäß): ‘Wir haben die alte Gesellschaft und ihre Werte mit Überzeugung aus den Angeln gehoben, aber wir haben vergessen uns eine neue zu geben.’

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Nashledanou Škoda

Gestern hot mis Glück verlosn” sang 1980 Rainhard Fendrich über seinen verflossenen Boliden, der den Weg allen automobil Irdischen gehen musste. Ganz so pathetisch war der Abschied von unserem Škoda Octavia dann gestern auch nicht und statt Autofriedhof heißt es heute “Heim nach Tschechien” (oder vgl. Staaten in unmittelbarer östlicher Nachbarschaft).

Und richtig beneidet hat einen auch nie einer über den praktischen Tschechen, dazu war er viel zu vernünftig. Aber er war eben für uns genau das richtige Auto und ich hab seinen Kauf nie bereut. Wenn man die 9 Jahre mal Revue passieren lässt, hat er gerade mal 1.000 Euro pro Jahr an Wert verloren, das sind nicht mal 100 Euro im Monat. Den kompletten Wertverlust erreichen manche Neufahrzeuge schon beim berühmten “Tür auf/Tür zu”.

Unser Škoda hat unsere Kinder fast von den ersten Stunden an ‘gesehen’ und meine Tochter hat sich gestern sogar ein Tränchen verdrücken müssen. So ein Auto ist natürlich ein Gebrauchsgegenstand, aber eben doch was besonderes, denn man vertraut ihm viel an und man kauft sich nicht allzu viele davon im Leben. Und sein “Gesundheitszustand” beschäftigt nicht nur aus monetären Gesichtspunkten bisweilen die ganze Familie.

Dass sich unsere Wege trennen (müssen) hat mich schon manchen Blogbeitrag verfassen lassen, denn der dahinterstehende Unsinn ist mir ein nicht heilen wollender Dorn im Auge. Als wir 2001/2002 nach einem Auto für eine junge Familie Ausschau hielten, hieß es, man müsse auf Diesel setzen, wenn man ein Herz für die Umwelt habe. Heute wird man als Diesel-Fahrer der damaligen Stunde als Stinker und Umweltsünder stigmatisiert. Ich habe nix gegen (sinnvollen) Wertewandel, aber warum ein alter 7er statt meinem Škoda, der bis zuletzt mit knapp 5-6 Litern auskam und sogar einen Partikelfilter spendiert bekam, in eine “Umweltzone” einfahren darf, wird mir trotz aller feinpartikularen Ausführungen mit Blick auf das Große und Ganze nicht in den Kopf gehen.

Was soll’s, nun steht ein “Nachtschatten” vor unserer Tür und erfreut die ganze Familie. Braucht halt mehr Sprit und dazu noch Super, aber die Umwelt freut das ja angeblich wie Hulle. Nein, kein Grund zum Jammern, eher ein Rückblick auf politischen Schmarrn, auch wenn es am Ende für uns eher ein “guter Anlass” war, hier mal was Neues zu kaufen. Aber so blöd das klingen mag, meine Tochter und ich standen dann doch davor und wünschten unserem Škoda alles Gute und ihm und dem neuen Besitzer noch ein paar gute Jahre. So sind wir halt, sentimentale Backen …

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