re:publica 12, Tag 2 – „Ois Chicago“

Alles prima, alles klar, alles läuft (aber jetzt keine Scherze wegen WLAN), alles tutti – eben alles „Ois Chicago“. Die rp12, das kann man schon am zweiten Tag konstatieren, ist angekommen und heimisch. Die wenigsten weinen hinterher, eher nickt jeder verständnisvoll im Chor „War ja auch wirklich zu klein geworden und so“. Die Location passt und die Orga hat einen guten Job bis dato gemacht. Man ist nun eben im NowHere.

Es ist kein Klassentreffen mehr, dazu fehlen einfah zu viele Gesichter … mir fehlen zu viele Gesichter. Und das „man läuft sich übern Weg“ ist auch bei den Anwesenden viel schwieriger geworden.
Einer sagte gestern sehr treffend (sinngemäß wiedergegeben): Die re:publica besteht heute aus einem Drittel originären Bloggern und zwei Dritteln aus Leuten, die sich das eine Drittel mal ansehen will und spüren will, wie sich das alles anfühlt.

Die Vorträge pendelten zwischen informativ und – heute auch dabei -„unmotiviert“, immer aber vor großem Publikum jetzt. Vielleicht bezeichnend dabei, dass gerade die Beiträge der alten Hasen da abfallen. Mein schwächstes Panel bisher eine Zukunftsdiskussion mit Mario Sixtus. Ein Abspielen von eigenen Filmchen und plaudern über Gemeinplätze ohne Konzept und mit dem Gefühl, dass sich keiner ( außer vielleicht Frau Bunz) groß vorbereitet hatte, genügt nicht. Besser machen es da bezeichnenderweise die Medienprofis, die bisher von Social Media keine Ahnung hatten, wie z.B. die ARD. Man war personell bestens vertreten, fand die richtige Ansprache und hatte auch auf kritische Fragen immer eine Antwort. Eben 1a vorbereitet. Die nehmen das alles offenbar nun ernst, was man ihnen so lange predigte. Und die Prediger von damals werden müde…

Erfrischend dann der Abendauskang mit der Verleihung des silbernen Sellerie für miese Webvidoes und atürlich die Royal Revue mit dem unvergleichlichen Duo Herm und Nilzensburger – oder wo kann man sonst noch so geil Bingo um einen Justin Bieber-Radiergummi spielen. Und dann danach das Meet & Greet am Hof … Das war sogar aufgrund der re:fill-Bar direkt am Ort fast besser als frueher, als sich doch meist alles schnell verlief.

Gooooood Morning Berlin!