Selbst Zweck

Kaufen, um zu konsumieren.
Arbeiten, um zu arbeiten.

Wir produzieren nicht weil wir Bedarf haben,
sondern um eine Produktion hoch zu halten.
Wir wachsen, nicht weil wir uns entwickeln,
sondern weil unser Wirtschaftsprinzip ständigen Wachstum verlangt.
Wir brauchen immer mehr Geld,
nicht weil wir mehr Bedarf haben,
sondern weil mehr Bedarf eine Bedingung für Wachstum ist,
damit die Produktion hoch gehalten werden kann.

Bedarf schaffen, um des Bedarfs Willen.

Deswegen müssen wir konsumieren,
deshalb brauchen wir das Geld,
und für das Geld müssen wir arbeiten.

Würden Ärzte nur für die Medizin praktizieren,
braucht man keine Patienten mehr,
sondern nur noch die Krankheiten.

Indem wir die Relation von Mittel und Zweck für unser Leben verlieren
machen wir uns entbehrlich und im Wesentlichen überflüssig.

Darum kommunizieren wir nur noch,
ohne etwas sagen zu wollen.
Darum lassen wir uns unterhalten,
um unsere Zeit tot zu schlagen.

Wenn unsere Motive und Handlungen
das konkrete Bedürfnis des Individuums verliert
dann wird der Mensch zum Teil einer Masse
und damit als Individuum entbehrlich.

Produzieren, um zu produzieren.
Verbrauchen, um zu verbrauchen.

Eine Gesellschaft schafft den Bedarf nach sich selbst ab,
wenn das, was übrig bleibt um das Prinzip aufrechtzuerhalten,
den Menschen eigentlich gar nicht mehr benötigt.