Brief an den Geliebten

Geliebter,

zu lang du nun fern des Weges
seit des trüben Morgen Ruf
als die Hand des Schicksals sich eröffnet
und ein Dunkel sich verhieß.

Hast du vergessen was wir einst versprachen
wo der Wogen Wiege wie der forsche Wind
sich in nimmermüde Himmel streckte
und doch so greifbar die Geschicke lenkte?

So lasse ich nun die Zeilen tönen
was mein Mund nicht sagen kann.
Kein Ohr ihm nah.
Der Klang wie Hammer und Amboss
muss als Trost sich weisen.

Geliebter, sei nicht zu lange fern,
lass Bilder nicht Gemälde malen
und Zeit wie Firnis sie bedecken.

Schreib schnell
vertreib was milde Worte,
bittersüß wie Trank gereicht,
schon verdrängen wollen
in Vergessen ohne Wiederkehr.

Deine Geliebte