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Neulich am Glühweinverkauf

2,80, 3,20, 1,10, 2,90, Grüß Gott!, 2,70, 2 mal 1,20, 1,30, Grüß Gott!, 1,90 macht 18,30 – haben sie 30? – dann die 2 auf die 20 und schönen Tag! Ach Frau Meier, 1,10, 1,90, das sind 3 mal 70, Grüß Gott!, und 1,10 …

Ich wohnte früher über einem kleinen Einkaufsladen in meinem Dorf und in den Zeiten als es noch keine digitalen Scannerkassen gab, da ging das so bei der Chefin an der Kasse den ganzen Tag. Mit der Registrierkasse und zur Not auch im Kopf, während man nebenbei noch Kunden begrüßte und manchmal ein Schwätzchen hielt. Großes Kino!

Daran musste ich denken, als ich am Sonntag am Höchster Weihnachtsmarkt meinen Standdienst für den Schwimmverein beim Glühweinverkauf bezog. Genauer gesagt: Ich musste danach daran denken, davor machte ich mir nicht so viele Gedanken.

Kann ja nicht so schwer sein, so ein Standdienst. Dann ging es los: Zwei einfache Glühwein bestellt – schon versagt. Weil Pfandmarken vergessen. Dann die nächsten Kunden: 1 mal Glühwein, ach nein 2 mal Glühwein – ah sie haben Heidelbeer, dann doch 1 mal Heidelbeer und 1 mal Glühwein – was kostet der? 1,30. Und der Heidelbeer? 2,00. Ok, hier ein Fünfer. Aber da kommt noch Pfand dazu. Ah ok, dann hier noch 50 Cent und das passt dann aufs Wechselgeld. – Äh wie? Verzweiflung. Sie machen das wohl nicht so oft?

Den Zettel neben der Kasse mit den Rechenbeispielen (1×1,30=2,30, 2×1,30=4,60, 3×1,30=6,90, …) hab ich da schon nicht mehr belächelt. Abi mit Mathe-Leistungskurs – und am Glühweinstand gescheitert. Das sind mal die Fakten.

P.S.: Wer hat oben nachgerechnet?

Zum Abschluss des Tages

Mit Schneefall begann er, im Vollmond versinkt er.

Advantage Herbst

Blitzlicht-Gewitter über ABC-Schützen

“… und darum bitte ich Sie, liebe Eltern, Verwandte und Freunde, das Fotografieren während des Gottesdienstes zu unterlassen. Es wird danach ausreichend Gelegenheit dazu geben” – sprach der Herr Pfarrer und fand sich nur kurze Zeit später im Kreis der zu segnenden Schulkinder noch einmal umringt von einer ganzen Battalion von allem was in der Lage ist, Bild und Ton irgendwie festzuhalten. Die Frage, was wohl geschehen würde, würde Herr Pfarrer vor einem Gottesdienst ausdrücklich auffordern alles abzulichten, was der Akku hergibt, mag man sich da gar nicht mehr stellen.

Zum zweiten Mal als Repräsentant des Standes deutscher Familienväter bei der Einschulung seines Erbguts zugegen, und daher wohl auch mit etwas emotionalen Abstand gesegnet, der in der überbordenden Aufregung der Premiere beim älteren Filius noch nicht möglich war, merkt man erst, wie bescheuert wir Eltern uns doch an solchen Tagen aufführen. Als ginge es um die Dokumentation der Papstsegnung, dem Stapellauf eines Jahrhundertschiffes oder die 1. Marslandung, kein Detail des Geschehens darf unfotografiert vergehen, keine Gesangseinlage ungefilmt. Fällt eines Tages einer Außerirdischen Invasion unser gesamtes Datenmaterial in die Hände, sie ersticken in allein sicher 100 GB Fotos und Videomaterial des Einschulungstages am 14.8. einer einzigen Schule im hessischen Frankfurt.

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dA wAREN wIR: dOCUMENTA (13)

Gelebte Tradition von Herrn und Frau Endl: die Documenta – bewährt seit 1997.

Ein schöner Tag, vor allem weil das Wetter mitspielte und die Erkundung der Karlsaue mit all den kleinen Installationen und Pavillions zur Wanderung einlud. Witzig allerdings, dass zeitgleich die Zissel stattfand und im karnevalesken Umzug durch die Stadt zog. Die Mischung aus Umzug, Kirmes, Occupy-Zeltlager und documenta hatte schon was.

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Fast schon Mülldeponie – heute Weltnaturerbe

Gestern mit Kindern einen Ausflug in die Grube Messel, ein UNESCO Weltnaturerbe. Man erfährt dort beeindruckendes über Fossilien und die zweistündige Familienführung ist absolut auch mit jüngeren Kindern zu empfehlen.

Eigentlich unfassbar, dass man bis 1995(!!) noch darum stritt, ob das ganze zu einer riesigen Mülldeponie wird. Heute gilt die Grube Messel als einer der bedeutendsten Fund- und Grabungsstätten für Fossilien in Deutschland. Als trauriges Mahnmal ‘ziert’ heute noch die fertige Mülldeponie-Zufahrtsstraße in die Senke. Dazu hat ein Baumittelhersteller schon mal prophylaktisch einen Hang vollgemüllt.

Aber schon auf der Hinfahrt wird man dem Irrsinn von Projekten unserer Gesellschaft gewahr. Irgendwo auf freiem Feld stand ein fertiges Brückensegment – ohne Brücke, ohne zugehöriger Straße oder Schiene, ohne Berg, Fluß oder sonstiges zu überwindendes Hindernis.

Kunst im Wald

Entstanden im Rahmen eines Ferienprojekts bei Kelkheim.

Wir haben im Wald damals als Kinder doch eher profaneres produziert.