Category Archives: Lyrisches

Falsch Geld

Wer mit Geld bezahlen will, wird scheitern.
Man kann damit das, was man kaufen will, gar nicht bezahlen.
Denn der Preis für Zufriedenheit ist nicht in Geld bemessen.

Ihr sät viel und bringt wenig ein;
ihr esst und werdet nicht satt;
ihr trinkt und werdet nicht einmal betrunken. *

Geld ist falsch, weil es die falsche Währung ist.
Es kauft nur Dinge, die Zufriedenheit nach Außen zeigen soll.

Glück ist sich selbst genug und braucht keine Zeugen. *

Geld kauft ein Placebo
und manche wissen gar nicht mehr,
wie Zufriedenheit wirklich schmeckt.

Und sie merken es erst,
wenn Geld nicht mehr da ist
und andere reich bleiben
obwohl sie nie welches hatten.

{lang: 'de'}

Bewunderung ist eine Droge

Bewunderung ist eine Droge

Bewunderung
versetzt in Euphorie
lässt Grenzen überwinden
macht glücklich
und ist erotisch.

Bewunderung
verändert die Wahrnehmung
verschleiert die Dinge
und hinterlässt einen Kater

Bewunderung
ist zu Beginn neu, frisch, motivierend,
wird immer wichtiger und schließlich vom Mittel zum Zweck,
um irgendwann nur noch wahrgenommen zu werden, wenn sie fehlt
oder wenn die Angst, sie zu verlieren, immer lauter wird.

Bewunderung ist eine Droge
Am Ende bleibt der Cold Turkey
oder man verliert sich und die Realität.

{lang: 'de'}

Parabel der verpassten Gelegenheiten

Er stand entspannt,
blickte gelangweilt umher.
Sah nach links,
mal nach rechts.
Einer, den keiner was kann,
der keinen was will.
Und wartete
auf die grüne Ampel.

Und als er so stand
und mal nach links
mal nach rechts
in losen Gedanken versunken
den Verkehr verfolgte
sprang die Ampel um auf Grün
- doch er sah nicht hin.

So stand er und schaute
mal hierhin
mal dahin
und als er endlich aufsah
war die Ampel Rot – wie sie immer war.
Was ihn dazu trieb
verärgert den Taster zu betätigen.

Er hatte es wohl gar nicht mitbekommen,
das Grün dazwischen.
Er ärgerte sich über die Ampel,
die Technik, die Stadt, das lange Warten.

Und mir kam es vor
wie eine Parabel
der verpassten Gelegenheiten.

{lang: 'de'}

Bloguzius sagt

Wenn du meinst,
du musst dein Leben ständig disziplinieren,
damit es lange lebenswert bleibt,
und du dabei vergisst den Moment zu leben,
in dem du gerade bist,
dann wirst du bald vergessen haben,
was es überhaupt heißt zu leben.

Bloguzius – Lebensweisheiten eines Bloggers

{lang: 'de'}

Grenzverschiebung

Müde strampelnd schien der Anstieg nie zu enden.
Da zog ein anderer Radler mühlos an mir vorbei.
Neugierig machte mich nur das Radel,
das doch meinem ziemlich ähnlich sah.

So trat ich nun in die Pedale, getrieben rein von purer Neugier,
ob denn dies Velo wirklich, dem meinen mehr als ähnlich war.
Kraftreserven mobilisiert, schloss ich auf und um festzustellen:
Dies Rad gleicht meinem fast auf’s Haar.

Den Anstieg, den so mühsam ich erkämpfte,
gelang dem Mann mit gleichem Rade, so mühelos und behände.
Dies dacht ich mir als ich gewahr, dass ich nun während ich das denke,
die ganz’ Zeit fast mühlos nun hinter ihm herfahr.

Ist es das? Dass man erst vorgeführt bekommen muss,
was man mit seinen Möglichkeiten auch erreichen kann?
Um dann selbst zu entdecken,
auch in diesen Fußspuren geh’n zu können?

Mag sein, doch gilt’s nicht immer,
denk ich und seh vor mir das Bilde,
als einst ein Freund mein Gitarre sich zu Händen nahm
und es bespielte wie ich das Instrument nimmer klingen hörte.

Wohl wahr, für manches fehlt uns das Talent,
das dir Vorgezeigte je zu schaffen,
doch manchmal braucht es auch mehr als nur den Versuch,
da braucht es Geduld und Müh, um’s aufzudecken.

{lang: 'de'}

Ich lese, also bin ich … nur was?

Als Kind begannen meine Bücher oft mit dem Tod
und endeten im Leben.

Als Jugendlicher hatten meine Bücher für den Tod einen Täter
und es war die Aufgabe der Lebenden ihn zu ermitteln,
damit das Leben weitergehen kann.

Als junger Erwachsener hatten meine Bücher den Tod als Frage
um ihn mit dem Leben zu beantworten.

Heute beginnen meine Bücher mit dem Leben,
um mit dem Tod zu enden.

Ich lese, also bin ich. Bin ich, was ich lese?

{lang: 'de'}

Bloguzius sagt

Wenn du einen Menschen
mit harter Schale, aber weichem Kern,
wirklich erreichen willst,
probier es nicht mit einem Nussknacker.

Bloguzius – Lebensweisheiten eines Bloggers

{lang: 'de'}