Category Archives: Lyrisches

Schlafende Lieder

„Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das Zauberwort.“

Joseph von Eichendorff

Das Bild stammt vom Berg “Hohe Salve” in Tirol. Wenn man das Objekt richtig in den Wind dreht, was bisweilen Geduld erfordert, erzeugt die Membran im Inneren einen langen dunklen Klang.

{lang: 'de'}

Was bleibt?

Wenn wir nicht mehr schreien können
wenn uns all die Erinnerungen überkommen.
Was bleibt dir noch zu sagen?

Wenn du nicht mehr weinen kannst
obwohl du dich wie ausgebrannt fühlst?
Was bleibt dir noch um es zu löschen?

Wenn du nicht mehr denken sollst
obwohl es das einzige ist
was blieb.

Was bleibt dir dann?

Inspired by that song in a night in july.

{lang: 'de'}

Der Traum vom Berg

Umblickend und gewahr, dass dieser Berg nicht zu verlassen ist.
Die karge Spitze wird mich nähren, doch hinabzusteigen fehlt der Mut.
Ein schmaler Weg, ganz ohne Absicherung, führt an einer Seite hinab,
mit sicherem Tritt vielleicht zu schaffen, doch ein Fehltritt kostet Leib & Leben.

Was einem blieb, das sind die wenigen Sachen, die man bei sich trug.
Und die Erkenntnis: Man wird hier überleben können,
aber das was kommt, an Einsamkeit und Entbehrung,
steht wie ein Schatten vor dem eigenen Auge.

Ich befragte viele Menschen, ob sie Hilfe wüssten, nach Rat und Tat.
Beschwerte mich über die Behörden, die nichts taten, mich zu retten.
Suchte Trost und Zuspruch in tröstenden Armen,
ergoß mich selbst in meinem Leid.

Bis mir gewahr war, dass ich in dem Moment
in dem ich Menschen frage, mich beschwere, Trost suchte,
ja gar nicht auf dem Berg sein konnte.
Und dass dieser Zustand mich befähigte
mich nur jetzt zu entscheiden,
einfach nicht zurückzukehren.

So einfach!

Und dennoch … zögerte ich.
Bedachte ernst, dass dann ja alle Habseligkeiten
dort nun zu belassen wären.
Und auch der Trost, die Anklage und das Schicksal.

Hinter sich lassen – ohne auch nur einmal noch zurückzukehren.
Denn würde man dies tun, so würde man riskieren,
dass man an diesen einen Punkt, den man gerade inne hat
und an dem man sich einfach nur noch entscheiden muss,
nicht mehr kommen wird.

Vielleicht gerade ob des Wissens und der Erkenntnis.
Und dann am Gipfel bleiben muss.
Oder den Abstieg wagen.

{lang: 'de'}

Parabelisiert

An einem Dienstag überraschte eine Ameise einen dicken Hund
mit der bemerkenswerten Erkenntnis,
dass Lichtgeschwindigkeit keine Frage von Calcium ist,
was den Hund wirklich überraschte, vor allem an einem Dienstag.

Zwei Männer rätselten über den Fund eines Kaffeefilters der Größe 102,
weil beide keine solche Kaffeemaschine besitzen
und im Grunde auch eher Tee mögen.
(Seine Gastritis verschwieg der eine Mann.)

Als nach 14 Sekunden Luft anhalten immer noch nichts passierte
ging die Frau aus der Wanne
trocknete sich ab
und dachte an ein Mettwurstbrot mit Zwiebeln.

Ein Schreiber stand vor seiner Maschine,
sah sie an und begriff,
dass er das, was er schreiben will,
nicht auf den Buchstaben fand.

{lang: 'de'}

Bloguzius sagt

Es ist kein Naturgesetz,
dass Menschen immer dahin streben,
wo der Erfolg ist,
um diesen dann mit Menschen zu teilen,
die sich auch nur deswegen dort befinden.

Sondern es gibt auch Menschen
die wollen den Erfolg zu sich holen,
wo sie gerade sind,
und ihn mit denen teilen
mit denen sie ihn gemeinsam erreichten.

Bloguzius – Lebensweisheit eines Bloggers

{lang: 'de'}

Bloguzius sagt

Das trügerische
am gefühlten Im-Recht-Sein ist,
dass das Gefühl
wie auch das Recht
trügen kann.

Bloguzius – Lebensweisheiten eines Bloggers

{lang: 'de'}

Bloguzius sagt

Gut Ding braucht Weile
sagt der Volksmund
doch er vergisst:
Schlecht Ding leider manchmal auch.

Bloguzius – Lebensweisheiten eines Bloggers

{lang: 'de'}