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Verkehrsmittel vergleichen, Reise planen

Erinnert ihr euch an den 17. März 2009? Ich nicht wirklich, aber an dem Tag schrieb ich sage und schreibe drei Blogeinträge, einen darunter über das Thema „Verkehrsmittel vergleichen“. Und dazu heute mal ein Update. Aus Gründen.

Neben Bekleidungsgeschäften und einem Besuch in einem Geschenkartikel-Shop, was jedesmal für mich einen spontanen mentalen Zusammenbruch respektive ein olfaktorisches Desaster auslösen, gehörten von jeher das Betreten eines Reisebüros für mich zu einem der schlimmsten Momente des Jahres.

Reiseplanung! Wie viele Tage gibt es eigentlich, auf die man wirklich enorme Erwartungen im Jahr setzt? Ca. 17. Das sind Silvester, Geburtstag und Weihnachten – und eben 14 Tage Urlaub. Silvester und Geburtstag sind unvermeidlich und kommen wie Urgewalten, doch Weihnachten und Urlaub verbindet etwas ungemein wichtiges: Beides erfordert Planung. Und für die Reiseplanung ging man früher ins Reisebüro und ggf. zum ADAC für die Landkarten. Heute hat man … THE INTERNET! Doch wirklich klüger (sorry: smarter) wird man deswegen noch nicht.

Im Reisebüro buchte man früher meist das Rundum-Glücklich-Paket, zumindest bis Reiseantritt. Wählte man Flug, war die Planung ab Flughafen der kundigen Fachangestellten in die Hände gegeben, die nach Wälzen unzähliger Kataloge und hektischem Tippen auf runtergekommenen Tastaturen endlich den perfekten Reiseplan aus dem Nadeldrucker surren ließ – und dann zur Kasse bat. Wenig überraschend war dann allerdings oft, dass die hübsche Planung spätestens am Reisetag dann oft nicht mehr aufging. Wie viele herumirrende Menschen traf ich in meinem Leben, die mit „eigentlich müsste doch“-Gesichtern auf Flughäfen und Abfahrtshaltestellen herumirrten, wie viele Menschen sprechen, die im Chianti ihren Frust ertränkten, dass der Blick aufs Meer wohl vom Schornstein des Hotels aus aufgenommen worden sein musste und unvergessen die Gesichter der Familie aus Oberbayern, die wir vor dem Rohbau des gebuchten Hotels an der Riviera mit ihren Koffern standen…

Das Internet hat da wirklich viel gebracht. Wer sich die Mühe macht, sein Schicksal heute selbst in die Hand zu nehmen, der wird problemlos eher auf „zu viel“ als falsche Informationen über das Reiseziel finden. Oder anders: Wenn ein Reiseziel zu wenig Informationen im Netz anbietet und ich keine (authentischen!) Kundenrezensionen finde, scheidet es eben sofort aus. Sich selbst ein Bild machen können, selbst beim Hotel zu buchen und die Reise zu planen, macht sicher mehr Arbeit, senkt aber die Enttäuschungswahrscheinlichkeiten bis nahe dem Wetterfaktor. Und richtig interessant wird es, wenn man bei der Buchung und Preisverhandlung weiß, was denn überhaupt marktgerecht ist – sei es bei Hotels, Ferienwohnungen oder auch Flügen. Dabei helfen die gängigen Vergleichsportale im Netz enorm. Soweit, so gut.

Nun stellt sich aber die Anreise heute als neue Herausforderung. Nicht nur (aber auch) wegen des enorm gestiegenen Spritpreises (ok, und Umweltaspekten) ist die Wahl zum Auto längst nicht mehr die im Zweifel günstigste Lösung. Billigflieger locken mit niedrigen Preise, die Bahn bietet Komfort und jetzt mengen auch noch die Fernbusse mit, die nach der Öffnung für den Markt zu einem wahren Fernbusboom geführt haben. Neben Auto, Zug oder Flug ist nun also auch noch der Bus eine Option und unter dem Schlagwort „intermodal“ hat auch noch die Kombination der Verkehrsmittel im Köcher. Wer soll da noch durchblicken? Richtig. THE INTERNET!

Ein Dienst, der das versucht zu kombinieren, nennt sich GoEuro. Ein Start-Up, das verspricht die Verkehrsmittel nicht nur im Preis sondern auch in der Zeit zu vergleichen und dabei live Flug-, Bahn- und Busverbindungen zu berwerten. goeuroDie Idee dazu hatte Naren Shaam, ein Harvard-Absolvent, während einer Europareise im Jahr 2010. GoEuro macht einem damit zum echten kleinen Reisebüro at home. Und was mir dabei am Besten gefällt: Es ist herrlich einfach, nahezu googlesk simpel zu bedienen. Eine Maske mit „von“, „nach“, „wann“ und „wer“. Und ab geht’s, die Maschine rattert.

goeuro_home

Gefällt mir und ich spiel gern mit rum, weil die Ergebnisse auch interessant sind. Bspw. kann man sich schön ausrechnen lassen, warum das „Junge, nimm doch nächstes Mal die Bahn!“ einen handfesten Unterschied von 27,10 Euro (einfach) ausmacht! Plus eine um 1 Stunde längere Fahrtzeit. Während ich mir für meinen nächsten Besuch der re:publica im Mai doch mal überlegen sollte, ob der Flug (ermittelt: 39,99 € einfach) nicht doch die bessere Wahl wäre als der zuletzt immer genutzte Zug, während das Auto offenbar ja überhaupt gar keinen Sinn macht.

Derzeit erscheint das Angebot von GoEuro, das man mit gutem Recht mal als gelungenes Beispiel für „Smart Big Data“ bezeichnen kann“, gerade im Bus-Sektor noch ausbaufähig bei längeren Vorlaufzeiten, aber das hat wohl auch mit der Fluktuation der Preise der Verkehrsmittel-Anbieter zu tun, bspw. sind auch Preise für Bahn-Tickets heute ja fast so zuverlässig vorherzusagen wie Schweinebauch. Aber allein um sich einen Überblick zu verschaffen und mit der Option der Verkehrsmittel-Kombination (die gerne auch noch etwas komplexer ausfallen darf!) lohnen sich ein Bookmark.

PR bei Facebook: So einfach geht’s eben nicht

So schwer kann das ja nicht sein, dieses Social Web. Wenn jeder Hinz und Kunz mitmachen kann, dann werden das unsere Presseprofis ja wohl auch können. Da holen wir uns dann noch nen Social Media Expert aus dem Consultant-Pool und schon haben wir die gute PR im Sack. Wäre ja gelacht. Aber zum Lachen ist vielen nicht zu Mute – auf beiden Seiten der Kommunikation übrigens. Und so haben die „Fans“ des sonst so erfolgsverwöhnten FC Bayern nicht gelacht sondern sich die Augen gerieben, als man ihnen sich selbst als Neuzugang und den „12. Mann“ unterjubeln lassen sollte. Statt auf den neuen Star blickte man in die eigene Visage am Bildschirm – die Grenze zwischen „witziger Idee“ und „sich verarscht vorkommen“ ist manchmal sehr sehr schmal.

Facebook ist für viele Unternehmen zu einem wichtigen Instrument für Werbung und Kundenbindung geworden. Und die, die es verstanden haben, setzen sich länger und vor allem konzeptioneller damit auseinander (siehe auch m2: Wie Social Media das Corporate Publishing verändert). Das ist vielen aber zu mühselig und auch im Verhältnis zur Gesamt-Kommunikation (noch) zu unbedeutend. Aber Dabeisein möchte man natürlich trotzdem und sich so eine Scheibe vom Reichweiten- und Reputationskuchen reservieren – und sei es nur für die Chart in der Vorstandspräsentation. Dabei unterschätzen leider viele Marketing- und PR-Verantwortliche, die sich sonst in ihrem ganzen Leben nur um die klassischen Kanäle kümmerten, die Macht des sozialen Netzwerks und welche Konsequenzen falsches oder falsch verstandenes Agieren und Reagieren haben kann. Produktmängel oder andere Missstände werden sofort öffentlich gemacht, ein falsches Wort und schon macht sich die Community über den „schlechten Umgang mit dem Kunden“ her. Ob die vielen Online Casinos, Telefonanbieter, Wohltätigkeitsorganisation oder unsere Regierung: Aus Facebook heraus erreicht der Fauxpax Twitter, Weblogs und schließlich auch die Medien, die immer schneller und aggressiver auf den Zug aufspringen – und ein PR-Desaster ist perfekt. Beispiele gefällig? Da muss man nicht lange suchen und findet drei recht bekannte:

Schlechter Kundenservice und TelDaFax (Quelle/Fundort: www.indiskretionehrensache.de)

Der sich laut Wikipedia im Insolvenzverfahren befindenden Anbieter von Billigstrom, TelDaFax, ist wohl der Vorwurf schlechten Kundenservices bei seinem Facebook-Engagement zum Verhängnis geworden. Besser gesagt: Vor allem die (ausbleibende) Reaktion des Unternehmens auf angesprochenee Problem ließ die Sache eskalieren. Folgender Fall wird beschrieben und könnte stellvertretend für viele Unternehmen sein: Ein Kunde beschwerte sich auf der Pinnwand über schlechten Service und beschreib sein Problem. Wie reagiert man als Unternehmen darauf? Denkbar schlecht ist es nun erst gar nicht und dann besonders locker rüberkommen zu wollen. Und so teilte man schließlich salopp mit, dass Facebook ja „echt nicht der geeignete Platz für Beschwerden und Kundenanliegen“ sei. Das offenbart gleich zwei kardinale Denkfehler: Erstens ist die „lockere Sprache im Social Web“ nicht gleichbedeutend mit belanglos und zweitens wird genau das in einem Netzwerk erwartet: dem Kunden die Möglichkeit bieten, direkt und für alle sichtbar mit dem Unternehmen in Kontakt zu treten mit seinem Problem.

Was passierte war absehbar: Andere Nutzer (nicht immer gleichzusetzen mit „Fans“ des Unternehmens) stürmten die Seite mit Beschwerden über mangelhaften Service. Statt also mit einer einzigen Entschuldigung und dem glaubhaften Versprechen, sich um das Anliegen zu kümmern, die Sache als gute Tat zu beheben, löste man die geballte Wut, den Shitstorm, derjenigen aus, die sich sonst gern vertreten lassen und als stille Beobachter den Gang der Dinge beobachtet hätten.

Kreativ, aber bitte nicht skurril: Pril (Quelle/Fundort: www.zeit.de)

Die Geister die ich rief, werd ich nun nicht wieder los. Das mahnende Beispiel des Zauberlehrling hätte man sich auch seitens der Verantwortlichen der Firma Henkel vor Augen halten sollen. Wenn man schon seine Fans nach ihrer Meinung fragt im Social Web, dann sollte man die auch so nehmen, wie sie kommt. Sonst passiert das, was fast wie ein Muster-Beispiel für eine misslungene Reaktion auf eine eigentlich ganz schöne Facebook-Idee vor einiger Zeit mit Pril passierte. Auf der Facebook-Seite bat man die Fans, Entwürfe für das neue Design einer „Pril“-Flasche einzustellen und abzustimmen, welche es als neue Flasche in den Handel schaffen sollte. Dem wurde prompt und reichlich Folge geleistet. Die Fans waren engagiert dabei und begeistert von der Aktion. Eigentlich alles perfekt gelaufen also. Die Designs wurden bunt wie Spielautomaten, teilweise skurril, aber auf jeden Fall äußerst kreativ. Besonders ungewöhnliche Entwürfe gewannen schnell an Stimmen. Doch offenbar war da die Toleranz des Unternehmen damit auch erreicht und Henkel änderte – so der Vorwurf der Kritiker – kurzerhand die Teilnahmebedingungen. Von einer „Akzeptanz im Handel“ war nun da die Rede, die sich in den Entwürfen finden müsse.

Auch hier war die Reaktion fast absehbar: Die so gefilterten und verbliebenen Entwürfe wurden von der Community als langweilig und teilweise gar als grottenhässlich abgestempelt. Der Shitstorm brach über die Aktion aus und was gut gemeint war, kehrte sich um ins PR-Debakel. Wenigstens zeigte sich Henkel offenbar reumütig und lernfähig und man bemühte sich die Wogen zu glätten. Zukünftig, so versprach man, wolle man bei künftigen Aktionen „noch offener den Dialog“ suchen. Die Aktion zeigte, wie wichtig faire und transparente Regeln sind und dass diese auch konsequent eingehalten werden müssen.
Eine gute Planung mit Abwägung der Entwicklung solcher PR-Aktionen darf also nicht unterschätzt werden und im Zweifel sollte man Plan B in der Schublade haben, wie man sich elegant aus der Affäre ziehen kann, wenn die Nutzer auf eine andere Art kreativ werden als man das selbst erwartete.

Video? Wo? Nestlé und das Netz, das nicht vergisst (Quelle/Fundort: www.spiegel.de; turus.net)

Neben überkochendem Unmut von Kunden oder zürnende Fans kann es aber auch ganz dick kommen, wenn man Social Web und seine Mechanismen nicht versteht, und es droht die Beschädigung des Image. Ein Beispiel dazu konnte man im Lebensmittelkonzern Nestlé vor einiger Zeit am eigenen Leib erfahren: Anfang 2010 publizierte Greenpeace, dass bei der Herstellung der KitKat-Schokoriegel Palmöl verwendet werde, bei dessen Produktion die Lebensräume von gefährdeten Orang-Utan-Populationen zerstört würde. Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, startete die Umweltschutzorganisation eine Social-Media-Kampagne gegen Nestlé u.a. mit einem ziemlich ekligen Video – was allein schon ein profundes Image-Problem für den Hersteller ist. Ungewollt lieferte man aber auch noch einen Beitrag, um die Sache noch richtig hochzukochen. Auf der Facebook-Seite begann es zu brodeln ob der Kampagne, wobei man davon ausging, dass sich diverse Aktivisten unter die Menge mischten und das Feuer ordentlich anfachten.

Wie geht man als Hersteller damit um? Nun, man hätte clever und vor allem schnell reagieren können und zu den Vorwürfen offen Stellung nehmen, sie prüfen lassen und im Idealfall ankündigen, die Missstände beheben zu lassen. Das hätte damit das aufkommende Imageproblem vielleicht sogar ins Positive umkehren lassen, aus der Welt brachte man die Vorwürfe ja so oder so nicht mehr – Greenpeace ist ja durchaus ein gewisser Meinungsmacher. Stattdessen aber schwieg man sich aus und ließ erst mal das Video löschen. Hat man wirklich geglaubt, damit sei das Thema aus der Welt? Noch so ein großer Irrtum aus den Zeiten, als man dem Chefredakteur mit einem Anruf auf die Mailbox noch zur Raison rufen konnte. Natürlich tauchte der Film kurze Zeit später gleich mehrfach an anderen Stellen im Web auf („Streisand Effekt“) und das Video wurde natürlich herumgereicht via Youtube – je ekliger, desto mehr Potenzial für „Hast du schon gesehen?!“ und mit dem Zusatz „das verbotene Video von“ ist die Aufmerksamkeit auf dem Höhepunkt. Das Video ist noch heute im Netz problemlos zu finden, auf einen Verweis so kurz nach dem Mittagessen soll an der Stelle verzichtet werden. Erst als Nestlé Tage später reagierte, interne Konsequenzen in Aussicht stellte und mit der erbosten Masse zu kommunizieren begann, legte sich der Sturm der Entrüstung allmählich. Das hätte man auch schneller haben können und mit geringerem Kollateralschaden.

Welcher Facebook-GAU ist euer Favorit im PR-Gruselkabinett?

Versteckte Kosten, Verarsche, Ende Freude

Scheint so ne Art „Anti“-Guerilla-Werbekampagne zu sein. Hat was. :mrgreen:

Nashledanou Škoda

Gestern hot mis Glück verlosn“ sang 1980 Rainhard Fendrich über seinen verflossenen Boliden, der den Weg allen automobil Irdischen gehen musste. Ganz so pathetisch war der Abschied von unserem Škoda Octavia dann gestern auch nicht und statt Autofriedhof heißt es heute „Heim nach Tschechien“ (oder vgl. Staaten in unmittelbarer östlicher Nachbarschaft).

Und richtig beneidet hat einen auch nie einer über den praktischen Tschechen, dazu war er viel zu vernünftig. Aber er war eben für uns genau das richtige Auto und ich hab seinen Kauf nie bereut. Wenn man die 9 Jahre mal Revue passieren lässt, hat er gerade mal 1.000 Euro pro Jahr an Wert verloren, das sind nicht mal 100 Euro im Monat. Den kompletten Wertverlust erreichen manche Neufahrzeuge schon beim berühmten „Tür auf/Tür zu“.

Unser Škoda hat unsere Kinder fast von den ersten Stunden an ‚gesehen‘ und meine Tochter hat sich gestern sogar ein Tränchen verdrücken müssen. So ein Auto ist natürlich ein Gebrauchsgegenstand, aber eben doch was besonderes, denn man vertraut ihm viel an und man kauft sich nicht allzu viele davon im Leben. Und sein „Gesundheitszustand“ beschäftigt nicht nur aus monetären Gesichtspunkten bisweilen die ganze Familie.

Dass sich unsere Wege trennen (müssen) hat mich schon manchen Blogbeitrag verfassen lassen, denn der dahinterstehende Unsinn ist mir ein nicht heilen wollender Dorn im Auge. Als wir 2001/2002 nach einem Auto für eine junge Familie Ausschau hielten, hieß es, man müsse auf Diesel setzen, wenn man ein Herz für die Umwelt habe. Heute wird man als Diesel-Fahrer der damaligen Stunde als Stinker und Umweltsünder stigmatisiert. Ich habe nix gegen (sinnvollen) Wertewandel, aber warum ein alter 7er statt meinem Škoda, der bis zuletzt mit knapp 5-6 Litern auskam und sogar einen Partikelfilter spendiert bekam, in eine „Umweltzone“ einfahren darf, wird mir trotz aller feinpartikularen Ausführungen mit Blick auf das Große und Ganze nicht in den Kopf gehen.

Was soll’s, nun steht ein „Nachtschatten“ vor unserer Tür und erfreut die ganze Familie. Braucht halt mehr Sprit und dazu noch Super, aber die Umwelt freut das ja angeblich wie Hulle. Nein, kein Grund zum Jammern, eher ein Rückblick auf politischen Schmarrn, auch wenn es am Ende für uns eher ein „guter Anlass“ war, hier mal was Neues zu kaufen. Aber so blöd das klingen mag, meine Tochter und ich standen dann doch davor und wünschten unserem Škoda alles Gute und ihm und dem neuen Besitzer noch ein paar gute Jahre. So sind wir halt, sentimentale Backen …

Verlockende Angebote

Aber wir konnten der gepflegten Außendarstellung widerstehen.

Ob ich mich wohl für steuerbegünstigte Abschreibungsmodelle interessiere?

„Endl, Guten Tag!“ – „Hallo Herr Endl, schön dass ich sie gleich persönlich erreiche. Hausewitz* mein Name – Sie hatten ja vor einiger Zeit mit meiner Kollegin gesprochen. Leider ist sie nicht mehr bei uns im Haus tätig, hat hier aber notiert, dass Sie an steuerbegünstigten Abschreibungsmodellen mit denkmalgeschützten Objekten im Frankfurter Raum und Wiesbaden interessiert sind und gerne zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal angerufen werden wollten. Ich möchte mich daher als Nachfolger vorstellen und ihnen einen Überblick über die attraktiven aktuellen Möglichkeiten für steuerbegünstigte Abschreibungsmodelle aus unserem Haus einmal …“

Die Geisel der Menschheit heißt heute Telefonmarketing. Als Douglas Adams die Bewohner von Golgafrincham der Klasse B, namentlich Filmproduzenten, Telefondesinfizierer, Frisöre, Unternehmensberater und Versicherungsvertreter, in die Weltall-Wüste schicken ließ (und die unglücklicherweise auf der Erde landeten und die dort lebenden Humanoiden verdrängten, während auf Golgafrincham alle Wissenschaftler, geniale Führungspersönlichkeiten und bedeutende Künstler (Klasse A) und alle die, die die ganze Arbeit machten (Klasse C), zurückblieben), ahnte selbst er noch nicht, dass aus der Symbiose von Telefondesinfizierer, Unternehmensberater und Versicherungsvertreter einmal das Telefon-Marketing hervorkommen würde. Wahrscheinlich hätte man dann auf Golgafrincham wenigstens ein schlechtes Gewissen gehabt.

Ich verstehe zwar nicht wirklich, wie man gerade immer wieder auf mich kommt für solche Angebote, meine aktuellen Immobilien benötigen derzeit noch keine Immobilienverwaltung Software noch sieht es in naher Zukunft so aus, dass ich mir denkmalgeschützte Abschreibungsobjekte außer zu Mietzwecken für den Eigenbedarf auch nur ansehen darf, aber die Resistenz der Anrufer gegen klare und eindeutige Aussagen wie „NEIN, ICH WILL NIE MEHR WAS VON IHNEN ODER KOLLEGEN HÖREN“ ist bemerkenswert.

Vielleicht muss ich mir doch mal das Abwehrskript für Telefonmarketing ausgedruckt einmal bereitlegen. Geronimooo!!

*Name frei erfunden

Bild: Schloss Hemhofen nur als illustratives Element (ob steuerbegünstigt, ist nicht bekannt)

Rucksack für den Junior

Endlich fündig! Ferienzeit, Rucksackzeit – aber wer meint, man kann so einfach irgendwo einen vernünftigen Rucksack für den Junior (8 Jahre) kaufen, der irrt. In der Regel darf man sich im Kinderbereich vor allem in eine wahre Merchandise-Schlacht werfen oder man greift zum stylischen Rucksack eines Sportartikel-Labels, um nach Erhalt festzustellen, dass man sich dort besser weiter auf die Herstellung von Schuhen etc. konzentrieren sollte. Die Rücksendung liegt schon im Postausgang.

Oder man landet eben gleich im gut sortierten Rucksack-Fachhandel und stößt über kurz oder lang auf die Marke Deuter. Ich mach keinen Hehl daraus: Auch wenn die Anschaffung eines Kinderrucksacks keine große ist, so freut doch die ganze Familie, wenn man was in Händen hält, wo man sich sofort klar ist: Beim Deuter Junior hat man sich von A bis Z mal Gedanken gemacht. Da passt auch ein DIN A4 Heft rein, da hat man vorne auch nen Quer-Brustgurt zur Fixierung, der hat mit 43 cm die richtige Länge und vor allem auch mit 24 cm die richtige Breite, die eben nicht nach unten tropfenförmig auseinandergeht, sondern gerade bleibt, wodurch sich unten nicht alles wie in einem großen Sack absetzen wird. Vernünftige Außentaschen (mit Wertsachenfach, Namensetikett und Karabiner), Flaschenhalter und ein ventilierendes Rückenmaterial bei nur 420 Gramm aber 18 Liter Fassungsvermögen. Bestellt bei Bergzeit und noch genau rechtzeitig vor dem Ausflug nächste Woche geliefert.

Sohn froh, Frau froh, ich froh – Thema erledigt. Dachte ich – denn jetzt will auch noch die kleine Maus einen … Da werden wir aber mal die Modelle »Schmusebär« oder »Waldfuchs« demächst ins Auge fassen.