Herausforderungen

Was ist eigentlich die größere Herausforderung für den Menschen?

Etwas nicht zu können,
etwas nicht zu sollen
oder etwas nicht zu dürfen

was man will,
was einem aber nicht gut tut?

Was man sät…

Ist es nicht beruhigend, dass am Ende die meisten das bekommen, was sie selbst immer gewollt haben?

Wer sich über sein Geld definiert, wird auch über sein Geld gemessen.
Wem seine Schönheit das wichtigste war, wird daran auch immer beurteilt.
Wer sich nie was aus Menschen machte, aus dem machen sich auch die Menschen nie was. Usw.

Das ist die Urform von Gerechtigkeit.

Mir ist jetzt noch schlecht, wenn ich dran denke.

Heute morgen an der Königsteiner Straße/(Schulweg-)Ampel – Müllauto steht auf Straße, kommendes Auto schert schwungvoll aus, sieht wohl auch die vom Müllwagen verdeckte Ampel gar nicht und rast unter Rot drüber. Eine Schulklasse mit 8-10 Kindern stand gerade dort und wollte losgehen… Ein Wimpernschlag und das Leben von vielen wäre jetzt nicht mehr das gleiche.

Leute, leute. Nix auf der Welt kann so dringend sein, dass es das Wert gewesen wäre …

Warum ich mich vor dem Hobbit fürchte

Weil ich mich sorge, dass Jackson auch diesen Teil zu einem Jackson-Film gemacht haben wird.

Man müsste da zu weit ausholen, daher versuch ich es sehr verkürzt. In den Herr der Ringe-Büchern ging es darum, dass ein Volk, die Auenländer, in eine Weltgeschichte geworfen wurden und darin eine Rolle zu spielen hatten, die für ihr Selbstverständnis zu groß war – in allen Belangen – und die es trotzdem bestanden, weil sie Werte hatten, die größer waren. Dazu hätte man das erst mal herausarbeiten müssen, den Zuschauer hinein versetzen, was im Kino nicht geht, deswegen galt das Buch auch zu Recht als unverfilmbar. Was aber Jackson darüber hinaus machte, war ein Menschheits-Epos zu zimmern, in dem Humanoide die Helden waren, die anderen die netten, mitunter lustigen Helfer (wie man überall seinen Jar Jar Binks braucht) oder bösen Gestalten. Es fehlte die Leichtigkeit der Hobbits, die sich immer wieder gegen das zunehmende Grauen zur Wehr setzte – nicht mit Waffen, sondern aus sich selbst heraus, ihrem Wesen. Und es fehlten elementare Figuren, wie Tom Bombadil. Allein die Hektik der Ents konterkarierte alles, was das Buch auszeichnete. – Es wurde ein Schlachtgemetzel mit ‘schön viel’ Grauen – eben Jackson. Ich hab mir die Filme auch gern angesehen, da gut gemacht, aber mit den Büchern haben sie eben nicht viel gemein. Oder anders: So hätte wohl ein menschlicher Chronist die Ereignisse beschrieben, nicht Tolkien.

Wer sich auf die Bücher einließ, der fand sich erkannt – weil wir Menschen wie die Auenländer in der Regel eben keine Helden sind, sonder kleine Lichter, von denen man nicht mal Notiz nimmt. Und doch werden manche von uns in Ereignisse hineingezogen und müssen dort dann so einen entscheidenden Schmetterlingsflügelschlag für die Geschichte tun, ohne eigentlich in die Gesellschaft der großen Rädchendreher hinein zu passen. Keine „Earthshakers und Historymakers“, weil wir uns still und heimlich lieber auf unseren Fernsehsessel an einem alltäglichen Abend in einer alltäglichen Woche wünschen, als die Geschichte zu beeinflussen.

Diese Geschichte erzählte mir Tolkien. Jackson muss er wohl eine andere erzählt haben.

Neulich am Glühweinverkauf

2,80, 3,20, 1,10, 2,90, Grüß Gott!, 2,70, 2 mal 1,20, 1,30, Grüß Gott!, 1,90 macht 18,30 – haben sie 30? – dann die 2 auf die 20 und schönen Tag! Ach Frau Meier, 1,10, 1,90, das sind 3 mal 70, Grüß Gott!, und 1,10 …

Ich wohnte früher über einem kleinen Einkaufsladen in meinem Dorf und in den Zeiten als es noch keine digitalen Scannerkassen gab, da ging das so bei der Chefin an der Kasse den ganzen Tag. Mit der Registrierkasse und zur Not auch im Kopf, während man nebenbei noch Kunden begrüßte und manchmal ein Schwätzchen hielt. Großes Kino!

Daran musste ich denken, als ich am Sonntag am Höchster Weihnachtsmarkt meinen Standdienst für den Schwimmverein beim Glühweinverkauf bezog. Genauer gesagt: Ich musste danach daran denken, davor machte ich mir nicht so viele Gedanken.

Kann ja nicht so schwer sein, so ein Standdienst. Dann ging es los: Zwei einfache Glühwein bestellt – schon versagt. Weil Pfandmarken vergessen. Dann die nächsten Kunden: 1 mal Glühwein, ach nein 2 mal Glühwein – ah sie haben Heidelbeer, dann doch 1 mal Heidelbeer und 1 mal Glühwein – was kostet der? 1,30. Und der Heidelbeer? 2,00. Ok, hier ein Fünfer. Aber da kommt noch Pfand dazu. Ah ok, dann hier noch 50 Cent und das passt dann aufs Wechselgeld. – Äh wie? Verzweiflung. Sie machen das wohl nicht so oft?

Den Zettel neben der Kasse mit den Rechenbeispielen (1×1,30=2,30, 2×1,30=4,60, 3×1,30=6,90, …) hab ich da schon nicht mehr belächelt. Abi mit Mathe-Leistungskurs – und am Glühweinstand gescheitert. Das sind mal die Fakten.

P.S.: Wer hat oben nachgerechnet?

Unisex

Wer jetzt an Geschlechtsakte im Rahmen der Hochschulausbildung denkt, der hat den gleichen blöden Kalauer-Humor wie ich. Dabei ist das Thema richtig spannend und vor allem bisweilen sehr humorlos, weil … weil es um Gleichberechtigung geht und irgendwie auch um Gleichmacherei.

Überraschung! Zwischen Männern und Frauen gibt es Unterschiede. Nicht nur den “kleinen” Unterschied, auch ganz große. Frauen sind … anders. Nicht immer verstehe ich sie wirklich, was allerdings auch wieder wenig zu bedeuten hat, weil ich auch viele meiner geschlechtsgleichen Artgenossen nicht verstehe. Dennoch gibt es gewisse Verhaltensmuster, die man (auch wenn die Ausnahmen unstreitig vorhanden sind) schlichtweg beobachten kann.

Übrigens: Männer bspw. reden mit viel weniger Adjektiven. Ich kann mich an kaum eine Konversation erinnern, in der ein Mann damit um sich geworfen hätte. Sätze wie: “Und dann hatte sie so einen wunderbaren mauve-farbenen Pullover an, den sie in diesem niedlichen kleinen Ladengeschäft mit der adretten Verkäuferin gegenüber des niedlichen Café mit dem schnuckeligen Kellner, der mich an Jason Segel erinnert, gefunden hat.” hab ich selten aus dem Mund eines Mannes gehört. Aber das nur mal am Rande.

Unisex bezeichnet nicht die Gleichmacherei der Geschlechter, wie man das eher unter Androgynie versteht, es bezeichnet Dinge, Einrichtungen und Produkte, die für alle Geschlechter gleichermaßen konzipiert worden sind. Und irgendwie ist das genau der Punkt, an dem viele beim Gedanken an Gleichberechtigung scheitern. Es geht nicht um das Gleichmachen, es geht um die Herstellung eines Zustandes, in dem Mann wie Frau die gleichen Voraussetzungen vorfinden. Eine geschlechterneutrale Basis auf der geschlechtsspezifische Entwicklung gleichermaßen möglich ist.

Der Unterschied mag nicht jedem sich gleich erschließen, aber ich denke da immer an eine Linkshänderschere. Wer schon mal versucht hat mit Links eine Schere für Rechtshänder zu benutzen, der weiß, dass Linkshänder sich dabei nicht wirklich einfach tun oder sich eben umstellen müssen. Aber warum? Warum hat noch keiner die Beidhändig-Schere erfunden, an der Rechts- wie Linkshänder gleichermaßen sich wohl fühlen, ohne dass sich ein Linkshänder entweder umstellen oder sich ein Zusatzprodukt wie eine Linkshänderschere kaufen muss.

Natürlich gibt es geschlechtsspezifische Charakteristika, die eine Unterscheidung (ganz nüchtern kalkulatorisch) sachdienlich erscheinen lassen. So ist die Lebenserwartung der Frau rein statistisch schlicht länger als die eines Mannes. Es würde also Sinn machen, hier Mann und Frau bspw. bei Versicherungen zu unterscheiden. Aber genau das sieht der Europäische Gerichtshof anders und hat entschieden, dass eine geschlechtsunabhängige Tarifkalkulation erfolgen muss. Ab 21. Dezember 2012 wird dies nun gefordert, es gibt aber solche faire Unisex Tarife über Ergo Direkt (u.a.) auch jetzt schon. Und das ist auch richtig so, dass hier der EuGH auch sachliche Gründe für eine Unterscheidung nicht zulässt. Wenn nämlich die eiskalte Logik der Menschlichkeit widerspricht, ist die Politik und Rechtsprechung korrigierend gefordert. Leider wird man diesem Anspruch nur noch selten gerecht.

Unterschiede der Geschlechter gibt es und ich finde das ist auch gut so. Das Leben sollte aber in einem aufgeklärten 21. Jahrhundert allen Menschen egal welcher Herkunft oder Geschlecht die gleichen Chancen bieten. Aber nicht mit Bestrebungen dahin gleicher zu machen. Ob eine verbindliche Frauenquote im Beruf bspw. hier zum Ziel führt, halte ich da für mehr als fraglich. Quoten verpflichten einfach nur, ohne zu hinterfragen ob die Rahmenbedingungen das überhaupt hergeben. Will man mehr Frauen, die “ihren Mann stehen”? Oder will man ein gesellschaftlich modifiziertes Bild des “Berufs” an sich, das eben nicht männerorientiert bzw. nach Werten der Männerwelt ausgerichtet ist. Nur wenn dazu Bereitschaft und ein gesellschaftlicher Konsens besteht, wird sich hier etwas verändern – und ich glaube nicht zum “Schaden des Mannes”.

Der letzte Wunsch

Ich finde die Geschichte des “Letzten Wunsch von Jens Pascal” sehr tragisch und als Vater junger Kinder leidet man immer ganz besonders mit, wenn man von solchen Schicksalen hört. Aber bei aller Betroffenheit – daraus nun einen Shitstorm für die Kirche basteln? Ich mein: 1. Waren die Eltern nicht mal in der Kirche und 2. Ist auch die Trauer der anderen zu berücksichtigen und eine dezente Grabgestaltung manchernorts eben auch wichtig.

In Frankfurt hab ich bspw. einen Grabstein gesehen, der neben einem BVB-Logo (dort scheinbar zulässig) einen zerfledderden Adler zeigte, weil der Verstorbene eben nicht nur glühender BVB-Fan, sondern auch entschiedener Eintracht-Hasser war. read more »