Tag Archives: auto

Mir ist jetzt noch schlecht, wenn ich dran denke.

Heute morgen an der Königsteiner Straße/(Schulweg-)Ampel – Müllauto steht auf Straße, kommendes Auto schert schwungvoll aus, sieht wohl auch die vom Müllwagen verdeckte Ampel gar nicht und rast unter Rot drüber. Eine Schulklasse mit 8-10 Kindern stand gerade dort und wollte losgehen… Ein Wimpernschlag und das Leben von vielen wäre jetzt nicht mehr das gleiche.

Leute, leute. Nix auf der Welt kann so dringend sein, dass es das Wert gewesen wäre …

Nashledanou Škoda

Gestern hot mis Glück verlosn” sang 1980 Rainhard Fendrich über seinen verflossenen Boliden, der den Weg allen automobil Irdischen gehen musste. Ganz so pathetisch war der Abschied von unserem Škoda Octavia dann gestern auch nicht und statt Autofriedhof heißt es heute “Heim nach Tschechien” (oder vgl. Staaten in unmittelbarer östlicher Nachbarschaft).

Und richtig beneidet hat einen auch nie einer über den praktischen Tschechen, dazu war er viel zu vernünftig. Aber er war eben für uns genau das richtige Auto und ich hab seinen Kauf nie bereut. Wenn man die 9 Jahre mal Revue passieren lässt, hat er gerade mal 1.000 Euro pro Jahr an Wert verloren, das sind nicht mal 100 Euro im Monat. Den kompletten Wertverlust erreichen manche Neufahrzeuge schon beim berühmten “Tür auf/Tür zu”.

Unser Škoda hat unsere Kinder fast von den ersten Stunden an ‘gesehen’ und meine Tochter hat sich gestern sogar ein Tränchen verdrücken müssen. So ein Auto ist natürlich ein Gebrauchsgegenstand, aber eben doch was besonderes, denn man vertraut ihm viel an und man kauft sich nicht allzu viele davon im Leben. Und sein “Gesundheitszustand” beschäftigt nicht nur aus monetären Gesichtspunkten bisweilen die ganze Familie.

Dass sich unsere Wege trennen (müssen) hat mich schon manchen Blogbeitrag verfassen lassen, denn der dahinterstehende Unsinn ist mir ein nicht heilen wollender Dorn im Auge. Als wir 2001/2002 nach einem Auto für eine junge Familie Ausschau hielten, hieß es, man müsse auf Diesel setzen, wenn man ein Herz für die Umwelt habe. Heute wird man als Diesel-Fahrer der damaligen Stunde als Stinker und Umweltsünder stigmatisiert. Ich habe nix gegen (sinnvollen) Wertewandel, aber warum ein alter 7er statt meinem Škoda, der bis zuletzt mit knapp 5-6 Litern auskam und sogar einen Partikelfilter spendiert bekam, in eine “Umweltzone” einfahren darf, wird mir trotz aller feinpartikularen Ausführungen mit Blick auf das Große und Ganze nicht in den Kopf gehen.

Was soll’s, nun steht ein “Nachtschatten” vor unserer Tür und erfreut die ganze Familie. Braucht halt mehr Sprit und dazu noch Super, aber die Umwelt freut das ja angeblich wie Hulle. Nein, kein Grund zum Jammern, eher ein Rückblick auf politischen Schmarrn, auch wenn es am Ende für uns eher ein “guter Anlass” war, hier mal was Neues zu kaufen. Aber so blöd das klingen mag, meine Tochter und ich standen dann doch davor und wünschten unserem Škoda alles Gute und ihm und dem neuen Besitzer noch ein paar gute Jahre. So sind wir halt, sentimentale Backen …

Einfach nur schön

Jaguar E-Type

Führerschein mit Verfallsdatum – Die Angst vor Volkes Stimme

Deutschland muss seine Führerscheine auf EU-Standard bringen und führt dem entsprechend ein “Verfallsdatum” à la Personalausweis ein. Nerviger Bürokratismus, sagen die einen, längst überfällig, sagen die anderen und verweisen allein schon auf die bisweilen schon fast lustigen Führerscheinbildchen aus den eigenen Jugendjahren, die bei so manchem nur mit guter Menschenkenntnis noch zuordenbar sind.

Das Thema ist mir einfach einen eigenen Beitrag wert. Ich zitiere vorweg den SPIEGEL:

Die Führerscheine in Deutschland sollen in Zukunft ein Verfallsdatum erhalten. Ab 2013 wird die Fahrerlaubnis den Vorstellungen der Regierung zufolge nur noch 15 Jahre gültig sein – dann muss eine neue beantragt werden. Deutschland setzt damit eine entsprechende EU-Richtlinie um.

[...]

Ist der Geltungszeitraum abgelaufen, muss der Bürger einen neuen Führerschein beantragen. Eine neue Fahrprüfung soll aber nicht nötig sein. [...] Mit dem regelmäßigen Austausch seien die Dokumente zudem stets auf dem neuesten Stand der Sicherheitstechnik, zusätzlich werde “ein immer relativ aktuelles Passbild dafür sorgen, dass die Erkennbarkeit des Inhabers des Führerscheins verbessert wird”, sagte ein Sprecher dem Blatt.

Gesundheitschecks alle 15 Jahre im Zuge des Austauschs, wie die EU zusätzlich angeregt hatte, soll es demnach allerdings in Deutschland nicht geben. “Der Umtausch wird mit keiner ärztlichen oder sonstigen Untersuchung verbunden”, teilte das Ministerium demnach mit. Der Bundesrat muss den Plänen noch zustimmen.

Quelle: Führerschein soll nur noch 15 Jahre gelten

Genau diese Art der Umsetzung aber, ohne neue Fahrprüfung und ohne weitere Untersuchungen, ist aber mindestens eine verpasste Chance, ich würde sogar sagen: Ein Fehler. So, wie die Umsetzung jetzt angedacht ist, ist es reiner Bürokratismus und Geldmacherei dazu, denn am Ende ist mal wieder davon auszugehen, dass der Bürger die Kosten der Dokumente selbst tragen muss, plus die Kosten der Bürokratie über seine Steuern. Und das alles, nur um Daten zu erhalten, die man auch über den (immer mit sich zu führenden) Personalausweis eh schon hat.

Tatsächlich wären aber mindestens ein Gesundheitscheck, besser aber noch eine rudimentäre Prüfung von Praxis und Theorie, nicht nur sinnvoll, sondern auch der Vernunft geschuldet. Sätze wie (aus dem Leben gegriffen!!): “Wir fahren immer zu zweit. Er hat den Führerschein, ich die besseren Augen.” aus dem Munde von Seniorenpärchen, müssten der Vergangenheit angehören, wenn man Sicherheit im Straßenverkehr auch nur halbwegs ernst nimmt. Auch wären Update-Kurse in punkto Regelkunde bei so manchem mehr als sinnvoll.

Man könnte das alles sehr vernünftig gestalten und regeln, bspw. gestaffelt nach Alter oder auch nach Vorgeschichte – ein notorischer Raser oder eine ständig in Unfälle verwickelter Kandidat könnte andere Auflagen bekommen als ein untadeliger Fahrer. Man könnte die Prüfung durch Vorlage von Nachweisen umgehen, bspw. wer ständige Fahrpraxis nachweist, Fahrsicherheitstrainings oder regelmäßig selbstständig initiierte Gesundheitstests.

Das müsste man alles mal abwägen und auch danach überprüfen, was am Ende auch praxisgerecht wäre – aber gänzlich darauf zu verzichten ist schlicht und ergreifen nur einem Grund geschuldet: Die Politik hat Angst vor Volkes Stimme! Es gibt eigentlich nur zwei Gründe, die einem Bürger ernsthaft aus dem Sessel erheben würden: Höhere Steuern (aber auch das kann man umgehen, wenn man es nur verklausuliert oder schlicht ihn anlügt) oder indem man ihm Rechte wegnimmt, die er mal hatte. Und wenn es um das Auto geht, kennt man in Deutschland erst Recht keine Freunde mehr. Allein der Vorstoß vor einiger Zeit, Führerscheinentzug als mögliche Strafsanktion (bspw. bei Diebstahl, weil gerade bei Gelegenheitsdieben, die eigentlich finanziell das gar nicht nötig hätten, eine Geldstrafe keine Wirkung zeigt) einzuführen, rief nahezu die gesamte Automobillobby auf den Plan.

In Deutschland kann man leichter seine Versprechen brechen, wie einen Atomausstieg, auch wenn nach wie vor die Sorge um die Entsorgung nicht geklärt ist, aber eine Führerschein-Nachprüfung einführen zu wollen, würde - da muss man wahrscheinlich kein Prophet sein - ein gefundenes Wahlkampf-Fressen des politischen Gegners sein (und eines der wahlentscheidenden Themen dazu).

Politik, die sich aber nur noch daran misst, was einem in der politischen Karriere schadet, ist ärmlich. Auch mir würde sicher der Gang zur Nachprüfung oder zum Gesundheitscheck nicht schmecken, aber wenn man ansieht, dass der Verkehr zunehmend dichter wird, die Fahrzeuge technisch überladener und zugleich die Anforderungen an den Fahrer durch div. Einflüsse von Werbung bis technischen Kram wie Navigationsgeräte immer höher, wäre es angebracht wenigstens eine rudimentäre Kontrolle durchzuführen, ob der Kandidat noch geeignet und in der Lage ist, am Verkehr teilzunehmen – jedenfalls als Führer eines Kraftfahrzeugs mit einem ja nicht unerheblichen Gefahrenpotenzial.

Vielleicht siegt ja doch noch die Vernunft. Und leichter würde man das wahrscheinlich der Politik machen, wenn die Wähler selbst signalisieren, dass auch sie den Argumenten der Vernunft offen gegenüber stehen, auch wenn es mal ans Eingemachte geht.

Merke: Wenn du nach Österreich fährst

… vergiss nicht das Kartenmaterial auf das Navi aufzuspielen vor der Fahrt.

Gelassenheit ist

… wenn der Werkstattmensch gestern die Ersatzteil-Bestellung ohne Blick auf das Fahrzeug aufnahm,
weil ja alles sonnenklar und Standard ist.

Um heute festzustellen, dass er rechts und links verwechselt hat…

*grmpf

Bei Zuse in der Tiefgarage

Über den Kongress Zuse 2.0, Roland Koch, Volker Bouffier, das Social Web und die re:publica’10 wurde drüben im anderen Blog ja schon genug gesagt, aber die wahren Highlights fanden sich in der Tiefgarage unter dem Kurhaus! Oder wer hat die drei Nummernschilder (“Gi-na Wi-ld F-SK 1-8″) schon mal so zusammen gesehen!

Kongress Zuse 2.0 – Ein Bericht und ein Vergleich mit der re:publica

Ach ja … und das war der Tiefpunkt:

read more »