Tag Archives: Bloggersdorf

Bloguzius sagt

So manche Eitelkeit
mag durchaus begründet sein.
Beruft sie sich auf tatsächliche Leistungen
oder herausragende persönliche Fähigkeiten.

Aus diesen Vorzügen
mag – durchaus berechtigt –
Stolz entstehen.

Doch Eitelkeit ist wie eine Blume,
bei der Stolz nur ihr Samen ist.
Nährboden ihres Wachstums
ist der Schleim der Bewunderer.

Bloguzius – Lebensweisheiten eines Bloggers

Bloguzius sagt

Das geschliffene Wort zu führen
ist wie ein scharfes Katana in Händen zu halten.

In des einen Hand ist es Verantwortung und Ehre
in des anderen eine unberechenbare Waffe.

Und bei dem Versuch es zu beherrschen
kommt der Tor selbst zu Schaden.

Bloguzius – Lebensweisheiten eines Bloggers

Bloguzius sagt

Reaktion (lateinisch „reactio“: Rückhandlung)

Wenn du eine Reaktion zeigst
und es kommt nichts zurück
liegt es manchmal daran,
dass dein Gegenüber sich schon nicht als Handelnder verstand,
der die Rückhandlung auslöste,
und wird daher dein Rückhandeln
als Handeln begreifen,
das er nicht versteht.

Der Versuch dann Handeln und Rückhandeln zu erklären
ist vergebene Liebes Mühe.
Denn entweder wird der,
der eigenes Handeln nicht verstand und reflektierte,
auch die Rückhandlung nicht verstehen oder reflektieren,
oder wird nach Erkenntnis des Zusammenhangs
die Schuld in dir suchen,
der du mit seinem Handeln
ja offenbar nicht umgehen konntest,
oder mit deiner Rückhandlung
stets unverhältnismäßig warst,
schließlich hätte er es ja sonst verstanden.

Bloguzius – Lebensweisheiten eines Bloggers

Bloguzius sagt

Was nutzt es dem Menschen,
wenn ihm 1.000 applaudieren,
nur der nicht,
dem er gefallen wollte.

Bloguzius, Lebensweisheiten eines Bloggers

Bloguzius sagt

Ist der Ruf erst ruiniert …
wird er dir ständig auf’s Brot geschmiert.

Bloguzius, Lebensweisheiten eines Bloggers

Robert Basic ist bald nicht mehr Basic Thinking

Im Gegensatz zu anderen spektakulären Bloggern, deren spektakuläre Aktionen sich in der Regel als „kleiner Joke“, „PR-Gag“ oder irgendsoeine „virale Aktion“ in Luft auflösen und alle anderen dann blöd sind, weil keiner lachte, macht Robert aus einer Idee/einem Gedanken nun Realität: „Zeit das sich was dreht“ – Robert Basic will sein Basic Thinking Blog nun tatsächlich verkaufen.

Offenbar ‚ist es Zeit‘ für bloggerexistenzielle Fragen, über Sein oder Nicht-Sein und wann ein Blog sich von einem selbst emanzipiert oder man sich von seinem Blog. Auch mich bewegte das die letzten Monate enorm und ich schrieb paar Zeilen zu, der Unterschied ist natürlich der – ganz unweinerlich festgestellt -, dass sich bei Robert jemand dafür interessiert, genauer gesagt die halbe Welt inkl. SPON, das ist doch schon mal was (wenn auch nicht das, was es mal war…).

Dass Robert nun Taten Folgen lässt, überrascht mich nicht wirklich, denn Robert hat sich – und das machte ihn (neben seiner immens hohen Posting-Frequenz, seinem Fach- und Insiderwissen und seiner ganz eigenen Schreibe, die man eben mochte oder eben nicht) zu dem Blogger, den eigentlich fast jeder Blogger in D kennt. Robert machte kein Ballyhoe, Robert machte einfach. Auf Filzos Gedanken, es könne sich (rein theorethisch) um einen dieser oben beschriebenen „Scherze“ handeln, kam ich daher erst gar nicht (was nicht ausschließt, dass es sich am Ende dann doch als solcher entpuppt, das Leben ist immer für Überraschungen gut).

Ich kann Roberts Gedanken gut nachvollziehen und sehe in seinem Verkaufsprojekt auch durchaus Potenzial. Viele größere Blogs sind längst dazu übergegangen (manchmal lauter, manchmal leiser) Gastautoren einzuschleusen und so die Schreiblast auf mehrere Schultern zu verteilen, aber eben auch um aus einer One-Man-Show eine Publikation/ein Magazin zu machen. Dass Robert nicht diesen Schritt vor dem anderen gegangen ist, zeigt eigentlich nur, dass er authentisch ist, dass er seine Gedanken offen ausspricht und nicht taktiert. Das kann man belächeln, das kann man kritisieren, das muss man aber auch respektieren – und ich schätze es sogar, jedenfalls mehr als die „guten Scherze“ anderer oder die auch bei Blogs längst üblichen politischen Scharaden oder die semi-marketingorientierten ‚Schachzüge‘.

Der Verkauf kann gelingen, denn das Basic Thinking Blog hat imho Potenzial auf einen guten Preis und auch Zukunft. Jedenfalls mit den geschäftsüblichen Vorgängen flankiert, wie eine mittelfristige Bindung Roberts an das Blog mit einem klaren Übergabeplan. Für Robert aber wird es vielleicht eine schwerere Trennung werden, als man das vielleicht gerade (zumindest aus den Zeilen) ableiten kann: Das ist kein Zweitprojekt, dieses Blog, das ist sein Baby, ein Teil von ihm, ein Stück seiner Persönlichkeit. Dieses Blog hier ist mein Baby, mein Ich, Clubfans United ist auch eine Herzensangelegenheit, aber nicht so untrennbar mit mir verbunden wie „dieses mein Blog“. Es wird vielleicht so schmerzlich sein wie die Trennung von einem langjährigen Lebenspartner. Eine Trennung, bei der man sicher positive Seiten finden wird: neue Freiräume, das Aufbrechen von festgefahrenen Strukturen, frische Eindrücke, neue Liebe. Aber genau so wird man merken, wie sehr einem das Vertraute fehlen wird, wie schwer es wird, die alten Deals, die man mit sich schon ausgekämpft hatte, im neuen Umfeld wieder durchzukämpfen. Man wird merken, wie einem die Sicherheit (des Erfolgs?) fehlt, wie man spürt, dass es eben auch ganz daneben gehen kann und man gerade noch alles hatte und nun steht man vor dem Nichts, eben noch eine feste Größe, ein Leuchtturm, nun nur noch einer von vielen.

Es ist ein Risiko, aber auch eine Chance. Diese Tage brachte sich ein Großindustrieller in seiner Mutlosigkeit vor der Zukunft um, nachdem ihn sein Mut zum Risiko (oder doch eher: seine unersättliche Gier?) an den Rand des Ruins brachte – hier will ein kleiner (in Bezug auf die große Welt) großer (in Bezug auf Bloggersdorf) Blogger sich (ohne einen Zwang zu haben) in ein Wagnis werfen aus Lust auf neue Ufer. Hier verspekulierte sich einer aus einer schier grenzenlos mächtigen Position heraus, um noch mächtiger und reicher zu werden, dort ist einer bereit Ruhm und (vielleicht) Macht aufzugeben, weil er neue Herausforderungen sucht, bevor ihn der alte Ruhm zu etwas macht, was er gar nicht mehr ist/sein will.

Andreas zum „Tod eines Spekulanten“ mit einem Friedrich Nietzsche-Zitat:
Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, daß er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.

Auch wenn man es pietätslos bezeichnen will, hier Parallelen zu ziehen, für mich haben solche kleinen großen Begebenheiten dieser Tage durchaus Signalcharakter – und das Signal Roberts gefällt mir da eindeutig besser und sollte allen Mut machen, die eine Idee haben und an sich glauben.

Update 09.01.2009:
Hier der Link zur eBay-Auktion – allein die Daten & Fakten werden so manchen interessieren.

Blogroll Daily Essentials

114 Feeds müssen ja auch erst mal gelesen werden. Und um ehrlich zu sein, wird das zunehmend nicht einfacher. Und wenn man in der Informationsflut zu ersticken droht, führt man am Besten neue Schubladen ein. Daher gibt es bei mir neben den „wichtig“, den „echt wichtig“ und den „richtig echt wichtig“ Blogs nun noch die „richtig echt wichtig, aber echt!“-Ordner, der die Dinge enthält, die ich täglich unbedingt lesen will, auch wenn ich eigentlich gar nicht zu komm. Sind naturgemäß Dinge, die auch schnell konsumierbar wären (sonst klappt das nicht), also kurze, prägnante und inspirierende Dinge, die auch nicht zu hohe Postingfrequenz haben. Das macht sie nicht zum „besseren Blog“, aber zur täglichen Mindestdosis.

Und hier sind sie, die aktuellen »Daily Essentials«:

  • Textspeier – Nichts ist so hart wie das Leben
    Textliche Hirnwendungen im handlichen Happen – kann nicht besser beschrieben werden als mit einem Zitat „über sich“ selbst »Nihilist mit leichtem Hang zu Misanthropie. Trotzdem Kind gezeugt, aber entschuldbar, da besoffen und geil. Kam nach langjährigen Beobachtungen und Selbstversuchen zu dem Schluss, dass der Mensch nicht nach Hautfarbe, Religion oder Lieblingsplüschtier einzuordnen ist, sondern nach dem Grade seiner Verblödung.«
    http://textspeier.blog.de/
  • Sympatexter – rules the word
    Judiths Blog passt nur bedingt hier rein, weil Sympatexter sich durchaus die Allüren eines absolut normalen Blogs erlaubt und auch mal ausschweifender (#duckundweg) wird oder filmsneakberichtet (#nichtmeinding). Aber die Rubrik »Wort des Tages« darf ich einfach nicht vepassen.
    http://www.sympatexter.de/
  • Jojos illustrierter Blog – Toonblog
    Wie kann man zeichnerisch auf den Punkt kommen, dabei auch noch unglaublich witzig sein und das ganze auch noch Blog nennen? Jojo kann. Eines der wenigen Blogs, mit denen ich sogar meine Frau begeistern kann und bei dem man sich penetrant so fühlt, als ob man beobachtet worden wäre.
    http://blog.beetlebum.de/

Wird sicher noch erweitert und über „Qualität“ sagt die neue Rubrik nur im positiven Sinn was aus, nicht aber im Umkehrschluß. Und wenn auch die Schublade überquillt gibt es sicher bald eine neue mit Label »Daily Essentials wichtig«!