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Ich lese, also bin ich … nur was?

Als Kind begannen meine Bücher oft mit dem Tod
und endeten im Leben.

Als Jugendlicher hatten meine Bücher für den Tod einen Täter
und es war die Aufgabe der Lebenden ihn zu ermitteln,
damit das Leben weitergehen kann.

Als junger Erwachsener hatten meine Bücher den Tod als Frage
um ihn mit dem Leben zu beantworten.

Heute beginnen meine Bücher mit dem Leben,
um mit dem Tod zu enden.

Ich lese, also bin ich. Bin ich, was ich lese?

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Harry Potter – Ich nehme Abschied

Als ich gestern mit der besten Ehefrau aus dem Kino kam, wussten wir, dass mit “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2” für uns eine Ära zu Ende geht. Nun hab ich den letzten Teil von Potter also auch im Kino gesehen. Das war’s.

Komisch, dass wir uns beide noch so genau daran erinnern konnten, wo wir die ersten beiden Bände erstanden haben, in einem kleinen Buchladen irgendwo an der Ostsee, nachdem uns eine Bekannte davor aus einem Schulunterricht ein paar kopierte Seiten als Leseproben mit auf dem Weg gegeben hatte. Als meine Frau längst bei Band 2 war, übernahm ich die Nachhut mit Band 1. Natürlich in English als “Harry Potter and the Philosopher’s Stone“, das war sogar damals ein Running Gag von Harald Schmidt – der Klassiker der Entschuldigung, warum man als Erwachsener ein Kinderbuch liest: Zum Englisch lernen/verfestigen. Später hat keiner über 20 mehr Entschuldigungen gebraucht, wer mit Potter unter dem Arm zur Strandliege schlenderte.

Harry Potter war der “Karl May”, der “Herr der Ringe” unserer Generation. Wir erlebten seine Geburt, lernten ihn kennen und lieben und fieberten schon lange vorher dem nächsten Erscheinungstag entgegen. Wir versuchten uns virtuell die Augen und Ohren zuzustopfen um der groben Unsitte der Spoiler zu entkommen. Ja, damals starteten wir sogar Gegen-Spoiler-Aktionen um den Spaßvögeln den Spaß auszutreiben.

Potter war vielleicht nicht mal ein literarisches Meisterwerk (wer immer das beurteilen mag, ich bin kein Ranicki), aber hatte eine wunderbare Phantasie, eine mitreißende Story und schaffte eines, was es dann doch zu einem Meisterwerk machte, dass eine Story bis zum Ende eine Linie behält und gerade am Ende man entdeckt, wie genial sich nun alle Puzzle-Teile sich noch einmal zu einem großen Ganzen zusammenfügen: 7 Puzzle, die sich am Ende zu einem Gesamtwerk zusammenfügen. Chapeau, J.K. Rowling!

Es tat gut, gestern den letzten Teil nun auch im Kino zu sehen. Es war toll, spannend (obwohl man die Story ja kannte) und wieder einmal gut umgesetzt. Auch dass zeichnete die Reihe aus, dass die filmische Umsetzung gelang. Sicher waren sie keine 1:1 Buchverfilmungen, das ist auch dem Format gar nicht gerecht, aber man schaffte es eine eigene Linie zu verfolgen, Schwerpunkte zu setzen und so einfach einen anderen Blick auf die Story zu geben, ohne sie zu verkaufen.

Ich werde es vermissen, auf einen “neuen Potter” zu warten. Und ich beneide sogar ein wenig meine Kinder, die alle Teile noch neu entdecken können, auch wenn ich kaum vermeiden kann, dass sie sie vielleicht auf einem eBook wie dem Kindle lesen werden, statt die wunderbaren gebundenen Ausgaben in den Händen zu halten, oder sich gar zuerst die Filme reinziehen wollen – was definitiv ein Verlust wäre und ich werde versuchen werde die Magie des Buchs so zu vermitteln, dass sie es auch verstehen.

Ob wir alle noch eine weitere Geburt einer solchen Reihe in unserem Leben mitverfolgen dürfen?


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Die Buchvorlage

Glauben Sie an Gott? An das jüngste Gericht? Auch unwichtig an der Stelle, es geht eigentlich nur um die Metapher, denn eigentlich soll es um Buchverfilmungen gehen, wobei man aber da doch genauer das Partikulargericht meint, aber ab da wird es dann zu kompliziert. Bleiben wir also beim Bild eines Gerichtssaals und eines Engels, als Art Chronisten, der einem das eigene ganze Leben vor einem Richter ausbreitet. Am Ende kommt dann der Richter zu einem Schluss: Himmel oder Hölle, gut oder schlecht.

Eine Buchverfilmung eines großen oder doch zumindest umfangreichen Werks löst in mir das gleiche Gefühl dieser Situation aus. Als ob das ganze Leben eines Buches, all seiner Facetten, seiner Entdeckung, seiner langatmigen Seiten, seiner Schwächen, seiner Geniestreiche, seiner Triumpfe und seiner Niederlagen noch einmal zusammengefasst werden, damit ein Richter, hier der Betrachter, sich ein Bild machen kann und ein Urteil fällen: gut oder schlecht.

Vielleicht hat sich schon so mancher dieses “jüngste Gericht” schon vorstellen wollen. Wir würde das wohl sein? Wird dann eine Art Essenz, eine Summary zum besten gebracht? Eine Art Power-Point-Vortrag – mit je ein Bulletpoint für die Kernthesen und mit Oberpunkten, anschaulichen Verlaufs- und Torten-Grafiken – Marke: stetig absteigende Tendenzen in Sachen xy, dafür ein proportional überdurchschnittliches soziales Engagement gerade in den gesellschaftlich unterrepräsentierten Altersgruppen zwischen 30 und 40? Oder spielt gar Zeit und Raum keine Rolle und man sieht sich das ganze Leben als Art Film an. Aus welcher Perspektive? Ob es dann Untertitel gibt, die einem die Gedanken dabei vermitteln? Oder gibt es dann noch ein Making Of, eine Art Interview mit dem Betroffenen, der dann schildern kann, wie es hier und dazu erst kommen konnte? Was er gemeint hatte? – Nein. Wohl eher ersters, eine Zusammenfassung, eine mundgerechte Aufbereitung mit Highlights, kondensiert auf das Wesentliche, erläuternd und ergänzend, wo nötig.

Eine Buchverfilmung ist für den Leser wie der Beiwohnung beim jüngsten Gericht der Buchvorlage. Gespannt nimmt man seinen Platz ein. Beim einen ist man der tiefsten Überzeugung, dass es dieses Buch garantiert schaffen wird am Ende ein “gut” zu erhalten und in den Bücherhimmel zu kommen, während man das andere bereits in der Hölle schmoren sieht. Man hat das ganze Leben des Buchs vor Augen, man freut sich auf die besonderen Momente, von denen man bisher nur in seinem Kopf ein Bild hatte, und ist gespannt, wie das, was man sich selbst dazudachte, denn der “Wahrheit” entsprach – oder eben dem, was der Chronist dazu sagt.

Bücherfreunde sind für das Jüngste Büchergericht nicht geschaffen – jedenfalls in den seltensten Fällen. Man ist enttäuscht, man muss enttäuscht sein! Weil die Essenz nicht rüberkommt, das Leben, das dem Buch innewohnte, die Tiefe, die Finesse, das Mark seines Lebens. Es ist wie der Verhandlung eines Menschen beizuwohnen, den man kennt, dessen Leben man begleitete, dessen Freund man wurde.

Dann steht vielleicht so ein schnöseliger Jung-Engel auf und fängt an zusammenzufassen: Ja, das Leben von ihm bis zu seinem 17. Geburtstag war ziemlich gewöhnlich, übliche Kindheit, bisschen Tamtam mit den Eltern, aber wer hat das nicht. Schule, Pupertät, erste Liebe, Blabla – man kennt das ja. Dann Ausbildung und hier mal ein echter Kracher, der Streit mit seinem ersten Chef. Hab hier mal einen Videomitschnitt über 30 Minuten – ziemlich heftige Sache das.

Und da will man schon um Luft ringen, einschreiten, sich zu Wort melden. Die Bedeutung der Kindheit betonen, die Sache mit seiner Mutter, die ihn doch so sehr prägte, oder dieses Mädchen, in die er für immer verliebt bleiben sollte. Und die Sache mit dem Chef? Das war heftig, ja, ein Fehler sicher, aber doch nicht so schlimm! Er wäre auch so gegangen, irgendwann – und der Chef hatte das auch verdient. Doch man kann nicht, man hat keine Stimme. Bilder, Eindrücke, Worte überfluten einen, ergeben ein Bild, ein neues Bild, ein Bild, das so gar nicht zu dem Bild passte, das man hatte. Man sieht in die Gesichter um sich, entdeckt die, die ebenso entsetzt oder nur irritiert, und andere, die einfach neugierig sich ein Bild machen. Man meint die ausmachen zu können, die den vorne vor dem Richter genauso kannten, wie man selbst, und andere, die vorher nie von ihm gehört hatten.

Gestern sah ich zum ersten Mal die Verfilmung von Tintenherz von Cornelia Funke und Batzmann von den Fünf Filmfreunden spricht (wieder einmal) die richtigen Worte: Man versteht, dass es ‘unausweichlich ist, dass man umbaut und kondensiert, solange der Geist des Buches erhalten bleibt.’ Gelang das nicht, sieht man sich nach der “Verhandlung” ratlos, weiß nicht, was man tun soll, ob man all die Fehlinterpretationen anprangern soll, irgendjemand packen und ihm erzählen, dass das Leben dieses Buches missverstanden werden wird, wenn man das hier gesehen und gehört hat. Man will zum Anwalt des Buches werden, eine Berufung verlangen!

Doch ist die Verfilmung kein Jüngstes Gericht, es entscheidet nicht über “gut” oder “schlecht”, es ist einfach nur ein Film. Eine Interpretation. Und auch diese kann dem, der die Vorlage nicht kennt, etwas geben oder ihn einfach gut unterhalten – wie Nilz, an gleicher Stelle bei den Fünf Filmfreunden.

Der Film wird über das Buch nicht entscheiden, auf dessen Grundlage wird kein generelles Urteil gesprochen, höchstens von einzelnen, die aber auch sonst das Buch nicht gelesen hätten. Bücherfreunde werden sich das eigene Bild machen wollen, eintauchen in das Leben des Buchs, seine wahre Geschichte erfahren und selbst urteilen.

Tintenherz war für mich wie die Herr-der-Ringe-Verfilmung: Maximal eine Interpretation, nicht mehr, nicht weniger. Gelungen ist beides nicht. Bei Herr-der-Ringe wurde die Faszination, die Welt aus den Augen der Hobbits zu erleben, nicht erreicht, es wurde ein Menschenwerk aus Menschenaugen betrachtet. Bei Tintenherz wurde die Faszination “Lesen” nicht einmal versucht einzufangen, niemand, der diesen Film gesehen hat, wird auch nur im Ansatz verstehen können, welchen Zauber das Vorlesen Mos gehabt haben könnte. Welche Angst in diesem Buch steckt und auch Melancholie – und selbst wenn auch nur ein Funken davon vorhanden war, wurde dieser in einem kitschigen Ende ertränkt, der das Buch endgültig vergessen lässt.

Wenigstens hat Tintenherz keinen Schaden angerichtet – wie Herr der Ringe. Wenn ich weiterlese im Fortsetzungsband Tintenblut und dann Tintentod wird Basta nicht das Gesicht sein, den ich im Film sah und Mo nicht die Stimme haben, die ich hörte. Eliza Bennet wird nicht Meggie in meinen gelesenen Gedanken, dafür war diese Meggie einfach viel zu alt, und die Elster wird sicher nicht zu der gespielten durchgeknallten Hexe wie im Film, sondern bleibt das italienische alte Weib mit verhärmten Gesichtszügen und zusammengebundenen schwarzen Haar, deren kühler Hass mich beim Lesen schaudern ließ. Herr der Ringe war da “schädlicher”, “mein” Frodo ist für immer verloren gegangen.

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Hörbuch-, mp3-Player und Audible-Test

Philips GoGear und Herr Lehmann

Was tut man nicht alles aufgrund einer netten Anfrage, einem mp3-Player und 10 Hörbücher. :grin:

Aber es war super interessant und ich war eh schon Hörbuch-angefixt und jetzt erst Recht. Der mp3-Player-Test ist bisschen kurz ausgefallen, aber es gab auch nicht viel zu zu sagen außer dass das Gerät an sich in Ordnung ist, mit 8 GB gut ausgerüstet und sauber verarbeitet – nur die PC-Installation bisschen zickig ist.

Audible selber hat mir prima gefallen und ich hör schon die ganze Zeit Herr Lehmann … war klar, dass das meine erste Wahl wird…

weiter lesen bei:
Hörbucher im Online-Download – Audible im Praxistest | Zielpublikum.de

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Wer will ein Hörbuch geschenkt haben?

Kein Witz, kein doppelter Boden. Sandra von sonic grape hat mich darauf hingewiesen, dass man im Blog von audible.de ein Hörbuch kostenlos runterladen kann.

Handelt sich um das Hörbuch: Der Patient von John Katzenbach (Psychothriller)

Einfach dem Link folgen und diesen Gutscheincode eingeben: VJRLA63I

www.audible.de/blog

Ich teste das in den nächsten Tagen auch aus. Netterweise darf ich dabei sogar in die Vollen greifen und mir gleich 10 Hörbücher downloaden und einen mp3-Player zum Testen gab es obendrauf. Aber dazu mehr in Kürze drüben bei zielpublikum.de

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Herr Lehmann ist wieder da: Der kleine Bruder – Sven Regener

Ich lese wieder. Herr Lehmann. Kann vielleicht sein, dass ich in nächster Zeit wieder anders schreibe. Das passiert, das kann man nachlesen.

Meine Frau kam ziemlich begeistert von Autorenlesung in Frankfurt zurück und nun habe ich sogar ein signiertes Exemplar. Und nachdem ich ein paar Tage darum rumgetigert bin, wie einer, der nur auf den richtigen Moment gewartet hatte, hab ich gestern die ersten Seiten gelesen.

Kollege meinte ja, die anderen beiden waren besser, aber man weiß ja, dass es im Leben immer Kollegen gibt, die wissen, dass das Buch davor besser war oder das Buch nicht an den Film ran kommt (oder umgekehrt) oder man sowieso lieber “das Original” lesen sollte, weil der Autor ja eigentlich eine reine Copycat von xy wäre. Das ist nun nicht gegen die Meinung des Kollegen gerichtet, es soll nur heißen, dass ich mich deswegen nicht minder darauf freue das Buch zu lesen.

Herr Lehmann jedenfalls war so ein Buch, dass mich sehr stark beeindruckt hat. Weniger wegen der Story, sondern wegen des Stils. Eine Art zu erzählen, die einen Lust macht, seinen eigenen Stil zu finden.


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Mein Buch

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Jedenfalls das Cover ist schon fertig, jetzt muss nur noch das Skript angefangen und der Verlag überzeugt werden. ;-)

Ok, das ist schon was eher Spezielles für Insider:
Der O’Reilly-Buchcover-Generator.

Und wer O’Reilly nicht kennt – ab zur Pflichtlektüre.

Schon wieder was für die Generatorenliste

[via]

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