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Bürger-Sponsoring: Regierung plant jedem Bürger 400 Euro Konsumscheck zu schenken

Ich hielt es auch für einen Scherz – aber wer weiß das heutzutage schon noch. Laut RP-Online erwägt die Bundesregierung bei anhaltender Rezession die Konjunktur durch Ausgabe von Konsum-gebundenen Wertschecks an die Bürger anzukurbeln.

Im Gespräch sind personalisierte, mit einem Verfallsdatum versehene Schecks für jeden Erwachsenen. Das Gesamtvolumen würde 26 Milliarden Euro betragen, eine Größenordnung wie bei der letzten Steuerreform der rot-grünen Bundesregierung. Die Konsumschecks könnten nicht gegen Bargeld eingelöst, sondern müssten ausgegeben werden. So könnte die Regierung gewährleisten, dass die Bürger das Geld nicht sparen.

Quelle RP-Online: Wirbel um Konsumschecks gegen die Krise

Was mehr so als eine Art Witz kursierte, in Anbetracht der Milliarden-Geschenke an Wirtschaft und Finanzmärkte, könnte nach diesem “Plan” Realität werden. Würde man spontan auch als “Ente” ad acta legen – aber mal so im Ernst: Warum nicht? Ist doch alles nur noch virtuell, das ganze Geld. Alles eine Momentaufnahme – heute ist eine Firma Millionen schwer, morgen das Papier nicht wert auf dem die Aktie gedruckt ist. Andere Länder, wie die USA, machen einen großen Haufen auf internationales Fairplay, von den Chinesen brauchen wir gar nicht zu reden.

Also: Nur Mut! Und übermorgen erlassen wir unserem Staat einfach die Schulden per Beschluß. Was bei den Finanzmärkten Recht ist, ist bei Staaten doch nur billig. Wir sprechen uns international einfach frei von Schulden und machen wieder weiter wie bisher! Warum da nicht eher einer drauf gekommen ist!

[via]

P.S. Wie Udo Vetter im lawblog bereits andeutet, würde sowas wohl ein bürokratisches Scharmützel zur Folge haben. Im Sinne von “nur Bares ist Wahres” würde mancher versuchen die Schecks zu Geld zu machen und am Ende wird man mehr im Fernost einen signifikanten Boom an Elektronik-Artikel-Absätzen verzeichnen als in der deutschen Wirtschaft. Also bliebe nur das vorgeschlagene “Bundesamt für die Konsumscheckkontrolle” und vielleicht eine “3. Durchführungsverordnung für die Ausgabe- und Einlösungs-Regelung basierend auf dem 2. Ergänzungsgesetz der Konsumscheck-Regelung”, in der geregelt würde, dass ausschließlich Produkte aus europäischer Produktion erworben werden könnten, die wiederum mit einer DIN-Norm-versehenen “Konsum-Siegel”, das in einer europäischen Richtlinie grundsätzlich an die Regierungen zur individuellen staatlichen Umsetzung verabschiedet würde, gekennzeichnet wären. Aufgrund der so notwendigen Abstimmung inklusive der Umsetzungsfristen und der folgenden Klage diverser internationaler nicht-Konsum-Siegel-konformen Einzelhandelsketten, die sich in ihrem freien Wettbewerb gestört fühlen und eine Beseitigung der Benachteiligung vor dem EuGH einklagen, könnte mit dem Konsumscheck voraussichtlich 2016 gerechnet werden. Zu diesem Zeitpunkt würde der Wert des 400-Euro-Scheck dann auch umgelegt auf die heutige Kaufkraft noch geschätzte 22,50 Euro betragen, was ja auch deutlich besser im Haushalt zu rechtfertigen werden, der dann regierenden Ampel-Koalition, bestehend aus »Die Linke – FDP und Bündnis90/Die Grünen«.

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Machen wir uns nichts vor: Meine Einbürgerung stand auf der Kippe

Mit 4 falschen Antworten bei 33 Fragen sieht es um meine Staatsbürgerkunde ziemlich lausig aus.

Oder anders ausgedrückt: Mit unter 90% Testergebnis bin ich kein richtig »guter Deutscher«.

Wer selbst testen will (Fokus »Hessen« bei der FNP):
Sind Sie ein guter Deutscher?

Aber ich bin ja auch nur im Exil! Die Farben des fränkischen Wappens hätte ich sofort auswendig gewußt und bei mir hat da wohl die Corporate Communication ne Farbe dazuaddiert. Ein Flüchtigkeitsfehler war dabei und eine peinliche Panne, denn ich wußte tatsächlich was in punkto Kommunalwahl nicht (und das mir…). Was am 27. Januar für ein Gedenktag ist kann und sollte man an dem Tag dann wissen, aber – unter uns – auswendig nicht unbedingt, wie ich meine.

Der Rest war durchaus knifflig, wie ich finde, bzw. mitunter auch doppeldeutig respektive spitzfindig. Bspw. die Frage nach der “Freizügigkeit”, gerade in Anbetracht der Diskussion darum auf EU-Ebene. Auch die Zuständigkeit zwischen Bund und Länder finde ich eine schöne Übung für den Schul-Unterricht, aber ob man das wissen muss um in Deutschland zu überleben?

Da wären mir Fragen wichtiger wie:

  • Was muss ich als Deutscher immer bei mir führen? (Waffe? Personalausweis?)
  • Was ist straflos, was eine Ordnungswidrigkeit, was eine Straftat? (Lügen? Falschparken? Steuerhinterziehung? Trickbetrug? Hütchenspiel? Prostitution?)
  • Was für Voraussetzung braucht ein Auto um auf der Straße zu fahren? (Reifen? Schlüssel? TÜV? ADAC Lichttest?)
  • Darf ich meine Kinder schlagen? (Ja? Nein? Ein bisschen?)
  • Darf ich ein Tier töten? (Fliege? Hund? Nur wenn es schnell geht? Nie zum Spaß?)
  • An wen muss ich meine Steuern zahlen? (Den beiden Herren in schwarz, die immer montags kommen?)
  • An wen wendet man sich im Notfall? (Feuerwehr? Gesundheitsamt?)
  • Kostet die Polizei etwas, wenn ich Hilfe brauche? (Ja? Nein? Immer wenn sie was verlangen…?)
  • Wo kann ich Recht bekommen? (Talkshow? Rechtsanwalt? Gericht?)
  • Brauche ich eine Krankenversicherung? (Ja? Nein? Nur wenn ich krank bin? Nur wenn ich Arbeit finden will?)
  • Was muß ich tun, wenn ich einen Arzt brauche? (Krankenhaus? Ohne Versicherung nur zum Heilpraktiker?)
  • An wen wende ich mich, wenn ich Zahlungsaufforderungen bekomme, die ich nicht zuordnen kann? (Bank? Inkasso-Büro? Gerichtspfleger?)
  • Wohin gehe ich, wenn ich Arbeit suche? (Ins Ausland? Sozialamt? Arbeitsagentur?)

Das alles wären Fragen, die man zu einer Einbürgerung wissen sollte und die man vorher zur Not auch vermittelt bekommen muss. Aber bitte nicht was für ein Gedenktag am Tag x ist oder welche Farben die Bayerische Flagge hat. Typisch Deutsch eben, da durften die Bürokraten und Theoretiker ran und die Praktiker wurden nach Konzepterstellung beurlaubt.

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Deutschland gegen die Türkei

Bild © Endl 2008

Darf man das so überhaupt sagen, ‘gegen’ die Türkei? Bei Clubfans.de schrieb ich – ganz aus fußballerischer Sicht – »Halbfinale unter Freunden« und die Nähe zum Motto der WM 2006 »Zu Gast bei Freunden« ist da kein Zufall.

Fußball ist in der Lage zu trennen und zu verbinden. Einerseits holt sie – für viele mit argwöhnischen Blick beäugt – ein bis dato verbrämtes öffentlich zur Schau getragenen Nationalbewußtsein zu Tage, was mir bereits zur WM 2006 einen längeren Artikel wert war (»Die Sache mit dem national stolz«), doch führt das nicht zwanghaft zu einer Distanzierung, sondern eher zu einer Art völkerübergreifenden Schicksalsgemeinschaft. Alle leiden, alle fiebern, alle haben die gleichen Probleme zu Hause, warum man denn nun wirklich auch noch dieses Vorrundenspiel unbedingt ansehen muss, wo Cousine doch nicht jeden Tag Geburtstag hat.

Bei der WM 2006 war das jedenfalls so. Und dass ausgerechnet in Deutschland dieses gemeinsame Fan-Gefühl, wenn nicht geboren, so doch zumindest ‘wiederentdeckt’ wurde, hat uns wirklich viel Sympathien eingebracht. So viel Sympathie, dass uns gar ein englischer Fan im aktuellen 11Freunde-EM-Sonderheft den EM-Sieg gönnen würde. Das macht einen ja fast schon wieder skeptisch.

Ein deutsch-türkisches Zusammenleben funktioniert in einer Großstadt wie Frankfurt eigentlich ohne Probleme, ich würde sogar soweit gehen, dass die türkischen Elemente der Stadt längst einen eigenen Stempel gegeben haben, es zum Gemeingut machte.

Doch von Sympathie für die Türkei, ja gar Freundschaft zu sprechen, erfordert eine nicht unkomplizierte Diversifizierung. Denn in der Wahrnehmung des Deutschen gibt es drei, eigentlich sogar vier Arten des “Türken”, die Unterteilung beginnend mit seinem Lebensmittelpunkt. Da ist zum einen der Türke, der in der Türkei lebt, und der in Deutschland lebende Türke, dank Herrn Koch von der hessischen CDU jetzt ja in der öffentlichen Wahrnehmnung wieder sauber als »Person mit Migrationshintergrund« einsortiert. Der in der Türkei lebende Türke wird wiederum gedanklich sortiert in die zwei Gruppen, die entweder für den europäischen Integrationsprozeß sind, oder eben dagegen – die sich der westlichen Welt öffnen, oder eben irgendwie doch als islamische Fundamentalisten angesehen werden – oder eben gar geographisch sortiert, die auf der asiatischen oder der europäischen Seite des Bosporus leben. Der Deutsch tut sich schwer, wenn er an das aktuelle Kopftuch-Urteil denkt oder das Vorgehen gegen die Kurden – es befremdet ihn, und Fremdheit macht Angst, und es entrüstet ihn, denn das militärische Vorgehen gegen die Kurden widerspricht seinem Verständnis vom Lösen von Konflikten und Menschenrechten.

Doch wäre das nicht schon kompliziert genug, so hat man auch mit den »in Deutschland lebenden Personen mit türkischen Migrationshintergrund« so seine Probleme mit der emotionalen Einsortierung. Da ist zum einem der integrierte Türke, der sich an Deutschland schön ordentlich angepasst hat, so lustig höchstens noch einen Akzent hat und vorwiegend in Döner-Buden arbeitet bis hin zum Typus ‘smart, politisch engagiert’ eines Cem Özdemir, die sind gern gesehen und mit den würden wir uns auch freuen, wenn sie uns im Halbfinale nach tollem Spiel besiegen (naja, ein kleines Lächeln könnten wir uns dann abringen, vielleicht), anders die nicht-integrierten Türken, die auch im Jahre 2008 noch im Auto sitzen bleiben, ihren Sohn neben sich am Beifahrersitz, während die Frau, die besser auch gar kein Deutsch spricht und sich gesellschaftlich nur in türkischen Kreisen aufhält, und die Tochter nach gemeinsamen Großeinkauf die Sachen nach oben tragen müssen. Auch die gibt es in Deutschland – und gerade die sind immer wieder der Anknüpfungspunkt für die vielen und langen Diskussionen über gescheiterte Integrationsbemühungen in einem Land, dass selbst oft ganz offenbar bis heute ein Problem mit seiner eigenen Identität hat.

Zwei Kommentare von »Clyde« drüben bei clubfans.de gefielen mir ausgeprochen in dem Zusammenhang:

Er schrieb: »Ich hab so das Gefühl dass meine Generation (Ü20, aber U30) ein bisschen unbefangener damit umgeht. Ist auch gut so…« und gesagt hat er das in dem Zusammenhang: »egal wo man einschaltet (N24, n-tv…) immer soll der bessere gewinnen und feiern egal wer gewinnt… das nervt aber auch alles. die glauben doch nicht wirklich dass ich nach einem verlorenen halbfinale mit den türken über den plärrer tanze!!!«

Dabei trifft er wahrscheinlich den Nagel ziemlich auf den Kopf: Während alle noch ringen um die political correctness bei der öffentlichen Kommunikation, würden viele der Jüngeren die ganze Sache endlich einmal unkompliziert und normal sehen. Und wenn dann ein türkischer Spieler von »deutsche Panzer in die Knie zwingen« spricht, dann sollte man das vielleicht einfach ohne gesamtgesellschaftlichen Aufschrei als stinknormale bloße provokante Redewendung nehmen können (denn für die Türken sind wir halt die Panzer wie für die Österreicher die Piefkes, kein Grund also gleich ein Boulevard-Faß aufzumachen wie SPON). Und dann will ich mich auch nicht mit den türkischen Nachbarn zusammen über deren Sieg über Deutschland freuen müssen, möge er dann noch so fußballerisch verdient gewesen sein. Die Mär »Deutschen Türken ist der Sieger egal« mag da glauben wer will – da ist wohl mehr der Integrationsbeauftrage der Vater des Gedankens.

Normalität ist manchmal viel einfacher, wenn man nicht über alles nachdenkt. In dem Sinne: Allen einen schönen Fußball-Abend und hoffentlich schmeißen wir die Türken hochkant raus. :grin:

Mein Mitgefühl hätten sie dann trotzdem, aber nicht weil es just die Türkei wäre, sondern weil sie durch Leidenschaft und Begeisterung bisher meinen Respekt auf dem Platz erworben haben. Vielleicht ist das auch ein Stück Normalität.

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Unentnusslich

Bildzitat

Auch wenn es für eine gute Sache ist … so viel Zeit muss sein: Unentnusslich!

Weil es eben eine Nuß ist.

Manche behaupten, ich könnte mich an einem Thema festbeißen, aber das ist natürlich ein Gerücht.

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Warum die Erdbeere eine Erdnuß und die Erdnuß eine Erderbse ist

Bild © Endl 2008

Oder kurz: Ronny Schmelzer hat Recht!

Der wahrscheinlich beste Nachbar und PC-Schrauber der Welt hatte Recht, als er behauptete, die Erdbeere sei eher eine Nuß als eine Beere – und hiermit leiste ich wie versprochen Abbitte.

Nicht Beere, sondern Nuss
Der Begriff “Erdbeere” birgt übrigens eine Überraschung, denn Erdbeeren sind botanisch gesehen gar keine Beeren! Beeren sind Früchte, deren Samen in das saftige Fruchtfleisch einer Frucht eingebettet sind (z. B. Weinbeere, Johannisbeere, Stachelbeere). Die Früchte der Erdbeere sind aber die vielen kleinen, braunen Samen, die leicht auf der Außenhaut der Erdbeere zu erkennen sind. Nach der botanischen Definition sind sie Nüsschen, von denen jedes aus einem eigenen Fruchtknoten bzw. einer eigenen Samenanlage entstanden ist.

Quelle: waswiressen.de

Und wo wir gerade dabei sind: Die Erdbeere, die also eigentlich eine Erdnuß ist, würde damit legitim dieselbe ablösen dürfen, da die Erdnuß eigentlich eine Erderbse oder sowas ist:

Die Frucht der Erdnuss ist botanisch eine Hülsenfrucht und keine Nuss im eigentlichen Sinne. Diese Verwechslung dürfte sich aus der Beschaffenheit der Samen erklären, insbesondere der Konsistenz, dem hohen Fettgehalt und dem vergleichsweise niedrigen Anteil an Stärke.
Quelle: Wikipedia

Wieder was gelernt, und auch wenn Kompasse immer noch Kompasse und keine Kompanden sind, geht der Punkt an Ronny.

Und P.S. der vielleicht beste PC-Schrauber im Rhein-Main-Gebiet ist auch noch käuflich – und der Tipp ist gratis. :grin:

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Mein Lieblingswort bekommt Konkurrenz

Lange unangefochten vorne:

Steuervergünstigungsabbaugesetz

Aber das hier hat als Wortkombination Potential auf den Titel:

morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich

Kurz: der Morbi-RSA. Auch schon mal drüber nachgedacht, welcher Morbiditätsgruppe man angehört?

Guten Abend, Deutschland.

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Frankfurt, leicht bewölkt, 10 Grad

Bild © Endl 2008

Fehlt bloß noch Vogelgezwitscher. Sorry, ich hatte Februar aus der Kindheit irgendwie anders in Erinnerung.

Die Zeitreihe ist gekennzeichnet durch eine Häufung besonders kalter Winter und das Fehlen sehr warmer Winter in der Mitte des Jahrhunderts. Die letzten 10 Jahre waren allerdings auch hier wieder sehr mild. 7 der letzten 10 Winter waren sogar überdurchschnittlich mild. Drei davon (1994/95, 1997/98 und 1999/2000) gehören zu den 10 wärmsten Wintern des Jahrhunderts. Der wärmste Winter überhaupt lag nur kurz davor (1989/90 mit 3,6°C). Mit dem Winter 1995/96, der eine Mitteltemperatur von –-2,3°C hatte, liegt aber auch der zehntkälteste Winter des Jahrhunderts in diesem Jahrzehnt. Der kälteste Winter war der Winter 1962/63 (–-5,5 °C).
Klimatrends in Deutschland – G. Müller-Westermeier (DWD, 2001)

Aber ok, jetzt pisst es wieder. Jetzt sieht’s wieder aus wie Herbst.

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