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Titelsammlung – Heute: SPOX

Was für meine Titel-Sammlung für’s Ego: Startseitenartikel beim Sport-Portal SPOX im Rahmen der User-Redaktion mit diesem Artikel:

Marek Mintal: Phantom im Schatten

Bild: Screenshot als Bildzitat

Heute Relegation

Emotionaler Ausnahmezustand – und das an Pfingsten.

Die Chronologie des Tages: D-Day bei Clubfans United

Was macht eigentlich »Das große Fanduell«?

Das Fanduell (Bild © eigene Herstellung)

Es war im Spätsommer 2006, als sich die Fans dreier Bundesligisten aufmachten ihr „Fachwissen“ in einem kleinen Wettstreit zu messen – ein großes Fanduell war ausgerufen, wobei das ‚Große‘ am Fanduell weniger die herausragenden Akteure waren, noch waren die verehrten Vereine (Borussia Mönchengladbach, Eintacht Frankfurt, 1. FC Nürnberg) gemeint, eher die ‚große Herausforderung‘ sich so öffentlich mit seinen Stammtisch-Weisheiten zu messen.

Der Einsatz war niedrig, der Spaß an der Sache hoch – jedenfalls für zwei der drei Beteiligten, denn der dritte im Bunde musste bereits in dieser damaligen Saison die Schattenseite des Fan-Daseins erleben – Absturz, Abstieg.

Bis heute, nun gut 2 Jahre später, ist viel passiert. Nürnberg gewann sensationell den DFB-Pokal, spielte durchaus erfolgreich UEFA-Cup und stieg dann ab. Frankfurt konsolidierte sich, schaffte es sich in der Liga festzusetzen und begann am Transfermarkt u.a. mit zwei hochgehandelten Neuzugängen (Fenin, Caio) Aufmerksamkeit zu erzeugen und die Marschrichtung „gesichertes Mittelfeld“ nachhaltig zu unterstreichen. Der Dritte im Bunde stieg ab, dann aber nach einigen Zündaussetzern mit begeisterndem Fußball auch wieder auf.

Heute trennen uns wieder eine Liga, diesmal ist Mönchengladbach wieder und Frankfurt noch oben in Liga 1, der Club in Liga 2. Was uns immer verband war Teil einer großen Fangemeinde zu sein, denn allen drei Vereinen darf man das Attribut „Traditionsverein“ verpassen und alle drei Vereine verfügen über eine sehr begeisterungsfähige Anhängerschar – begeisterungsfähig und leidensfähig, und das ist genau das, was uns wieder verbindet: Frust & Leid.

Die Eintracht ist da noch Top of the Flops sozusagen – nach 6 Spieltagen ohne Sieg Tabellenplatz 17 in der BuLi (ein Nachholspiel gegen KSC steht noch aus, aber auch das muss ja erst mal gespielt werden…), im DFB-Pokal zu Hause gegen einen Zweitligisten ausgeschieden und mit vier geschossenen Toren nur noch von Cottbus unterboten, denen es aber gelang mit nur 2 Toren 5 Punkte zu hamstern. Mönchengladbach, auch im DFB-Pokal gegen eben jene aus Cottbus ausgeschieden (mit 0:3!), ist derzeit spielerisch jenseits von Gut und Böse, wie man attestiert, mit 5:13 Toren und einem einzigen Sieg – bezeichnenderweise gegen Bremen, die die Bayern in der Arroganzarena 5:2 demütigten, auch so eine Geschichte … Und der Club? Als klarer Aufstiegskandidat nach dem Abstieg ins Rennen gegangen steht Nürnberg vor einem Desaster in Liga 2. Nur 1 Sieg in 6 Spielen, gesamt 5 Punkte gesammelt und damit nur 2 Punkte vor einem Abstiegsplatz und natürlich auch im DFB-Pokal ausgeschieden … was aber noch schlimmer ist, sind die gezeigten Leistungen, gestern live im DSF in der ganzen Republik in Augenschein zu nehmen. Da ahnt man fast: Da geht noch was … nach unten…

Das ‚große‘ Fanduell ist also quasi wieder vereint, damals in der Hoffnung auf eine stabile und gesicherte Zukunft in Liga 1, heute im Leid und Fanfrust. Kollege meinte da vor kurzem per Mail, nun endlich wüssten wir, was wir mit dem Pott, in den jeder einen Obulus einwarf und der immer noch unangerührt rumsteht, sinnvoll anfangen können: Versaufen.

Der Trainer ist ein … ? Fußball, Vereine und Gesellschaft

Der harte Hund ist wohl mit Werner Lorant endgültig als Trainertypus in der Bundesliga ausgestorben, selbst Magath gilt zwar als Schleifer, aber doch mehr als der Zampano, der alle Fäden im Griff hat und andere Methoden kennt, seine Ziele zu erreichen, als den Fön vor versammelter Mannschaft einzuschalten und am Tag nach der Niederlage Zirkeltraining mit anschließendem Fußballtennis mit Medizinbällen anzusetzen.

Ob nun der harte (wie Magath) oder der zarte (wie Doll?), am Ende zählt doch nur, ob der Trainer Erfolg hat! Oder nicht? Ich meine Nein – und weiß, dass man die Meinung nicht teilen muss, aber ich wage den Versuch einer Erklärung.

Ein Fußball-Verein ist ein Unternehmen. – Falsch. Das hätten zwar viele gern, es ist aber nicht so. De fakto sind Fussballvereine Vereine. Was wie ne Binsenweisheit klingt, scheint in vielen Köpfen verdrängt worden zu sein.

Als Verein (Rückbildung aus vereinen) bezeichnet man eine Personenvereinigung, die auf Dauer angelegt ist, einen eigenen Namen führt und in der sich Personen von wechselndem Bestand zu einem bestimmten gemeinsamen, durch Satzung festgelegten Zweck etwa zur Pflege bestimmter gemeinsamer Interessen zusammengeschlossen haben.
Quelle: Wikipedia

Und wenn ich mir meine Satzung des 1. Fußball-Club Nürnberg Verein für Leibesübungen e.V. so aus dem Regal nehme, steht da in § 2 Vereinszweck und das klingt in etwa so:

Zweck und Aufgabe des Vereins sind die Hebung und Förderung der körperlichen Ertüchtigung durch Ausübung von Fußball. Eine wesentliche Aufgabe sieht der Verein in der sportlichen und charakterlichen Erziehung der Jugend und in der Förderung der Jugendpflege.

Die Profiabteilung hat sicher noch weitere Ziele und sind auch häufig im Rahmen von Kapitalgesellschaften ausgegliedert um am Spielbetrieb der DFL teilnehmen zu können, die Kernaufgaben des § 2 bleiben aber – und dafür sorgt die nicht unumstrittene, aber immer noch bestehende 50+1-Regel, »nach der ein Verein mehrheitlich an der lizenzierten Kapitalgesellschaft beteiligt sein und über 50 Prozent der Stimmanteile zuzüglich mindestens eines Stimmanteils in der Versammlung der Anteilseigner verfügen muss« (Quelle). Ein Dorn eben jener im Auge, die gerne den Fußball noch mehr „professionalisieren“ möchten. De fakto aber haben die Vereine auch hier noch die Stimmenmehrheit und das Sagen und damit greift wieder § 2.

Nun fragt also ein Kommentator hier im Blog (Dank für die Steilvorlage!), warum man bei einem Trainer der Profi-Mannschaft auf Dinge überhaupt achtet, die direkt mit der Aufgabe eines Trainers gar nichts zu tun haben, wie bspw. die Tatsache, dass Michael Oenning mal Grimme-Preisträger war. Vielleicht konnte bisher Gesagtes hier schon meinen Gedanken transparenter machen. Aber ich belass es natürlich noch nicht dabei.

Allein die nunmehr 56 Mannschaften im Profi-Fußball haben sicher alle den Wunschtraum, einmal ganz oben zu stehen, Realität wird es nicht. Die Spitze wird sogar noch immer weiter sich vom Boden entfernen, die Kluft wird noch größer werden, Deutschland ist da sogar noch fast romantisch in den väterlichen Armen des DFB geborgen (die DFL ist Teil des DFB), der die Kleinen beschützt solange und soweit es noch geht.

Kurzum: Wer Erfolg als Ziel seiner Träume hat, sollte als Fan bei den Batzis oder auf Schalke oder an der Weser anheuern, perspektivisch wird bis auf wenige Ausrutscher da immer die gleichen 5 bis 10 oben stehen. Es sei denn massiv Geld kommt von außen, doch das ist mit all seinen Folgen ein ganz anderes Thema (siehe 50+1-Diskussion).

Was also will man denn eigentlich von seinem Verein? Das wird man so pauschal nicht beantworten können, aber von Erfolg steht nichts in der Satzung. Es geht um Fußball, um Freude am Fußball, um Identifikation mit (s)einem Verein, mit der Stadt, dem Umland, den Mitgliedern. Es geht um Erziehung, darum einen Teil dazu beizutragen, dass die Gesellschaft einen sinnvollen Halt hat, dass die Jugend und Kinder Spaß am Sport hat, am Fußball im Speziellen. Dass sie im Sport und ihrem Verein Vorbilder finden, Vorbilder, die die Kids und Jugendlichen zum Sport motivieren, die aber auch charakterliche Auswirkungen haben. Und das ist alles keine verträumte Spinnerei, dass ist die Satzung und das Grundprinzip auf dem der ganze „Spaß“ beruht.

Woche für Woche beschäftigt man sich mit seinem Verein, einfach als Fan oder als Mitglied, als Fernsehbeobachter oder Supporter vor Ort. Schon schwer genug Fußballer an die Leine zu bekommen, doch das mag man noch den jugendlichem Alter schulden der bisweilen halben „Kinder“, die nichts im Leben bisher machten als Sport zu treiben und die schon mit 24 Millionäre sind oder es gern wären. Von wem man aber was verlangen kann, dass sind die Verantwortlichen und ganz vorne der Trainer, der eben auch als Führungspersönlichkeit Leitmotive prägen und nach Außen tragen soll, Motive, die der charakterlichen Förderung der Jugendlichen und Kinder dienlich sind, wie eben Mannschaftsgeist, Kameradschaft, Ehrgeiz, Disziplin, Fairness, Sportsgeist. Aber eben nicht nur das, sondern er steht als Leitbild vorne und kann und sollte den Kindern und Jugendlichen auch vermitteln, dass eben Erfolg nicht alles ist. Dass es wichtig ist sich mit etwas zu identifizieren, auch mal verlieren zu können, den Fehler des anderen als Mannschaft zu tragen und dass gerade ein Mannschaftssport nur funktioniert, wenn man nicht nur an sich denkt – im Spiel und in der Karriere. Aber eben auch, dass es ein Leben außerhalb des Fußballs gibt, dass es nicht jeder schaffen kann, dass eine solide Ausbildung auf und außerhalb des Platzes wichtig ist.

Es ist richtig, dass man im Sport sich von politischen Äußerungen zurückhält, von den gesellschaftlichen Themen kann und darf man es aber nicht. Denn der Sport, vor allem der Vereinssport steht da mitten drin und ist ein integraler Bestandteil dieser Gesellschaft.

Man mag mir den fast philosophischen Ausritt verzeihen, morgen geht’s wieder zurück zum Tagesgeschäft gegen Aachen. Aber wenn man mich fragt, warum mir ein Trainer a) sympathisch sein muß und b) eine gute Vita braucht, dann bleibt mir eben nur zu sagen: Weil er a) einen Teil meines Lebens in den mindestens nächsten Monaten sein wird, dessen Interviews ich mir anhören muss und für den ich mich bei anderen Fans auch noch rechtfertigen soll, und b) weil er nun einmal für mehr an Aufgaben steht, als nur eine Truppe aus zusammengekauften Einzelfunktionen zu einem erfolgreichen Ganzen zu schrauben – das wäre mir einfach zu wenig, dann spiele ich lieber gleich meinen Fußball-Manager am Rechner, da kann ich wenigstens selbst schalten und walten wie ich will und starte ein Spiel neu, wenn es nicht so lief, wie ich das mag und auf Fans und Befindlichkeiten muss ich da auch nicht wirklich achten, wenn ich einen Spieler verkauf oder das Stadion abreiße.

Zurück zum Spielbetrieb …

Diesen Artikel wurde auch bei Clubfans United veröffentlicht

Ausgerechnet Kernenergie! Gibt es denn keine andere Sponsoren?

Ich leide.

Was soll man tun, wenn dein Lieblins-Fußball-Verein ausgerechnet einen neuen Sponsoring-Partner aus einer Branche präsentiert, die man so gerade eben als „Lieblingsgegner“ auserkoren hat.

Ausgrechnet Kernenergie „ziert“ nun das Leibchen der Profi-Fußballer des 1. FC Nürnberg und ich hab so meine liebe Mühe damit klarzukommen:

Irgendwie macht es mir der Club einfach da nicht leicht als Fan. Einmal war es eine Zeitarbeitsfirma (im Fußball-Bereich kommt das sehr witzig…), dann war es ein Bekleidungshersteller (der unbedingt das Wort “lady” mit im Namen tragen musste, im Männersport auf der Trikot-Brust ein Schlag ins männliche Fan-Kontor) und sogar beim Stadion-Namen musste man eine lokal ansässige Bank wählen (an sich ja gut!), die aber unbedingt das Produkt der schnellen einfachen Kredite (bei der finanziellen Vorgeschichte des Club) bewerben wollte – und das auch noch in englisch (wo das bei die Franken so super klingt: »Gehsd ah heid ins isi-grädddid-Stadion?«).

Quelle: Strahlende Zukunft? bei clubfans-united.de

Mal ganz ohne Scherz. Ich hab da meine Probleme damit.

Stoibär verweist als Kommentator beim Glubb-Blog auf diesen Online Report:

Der Atomstrom-Komfort führt in die verstrahlte Wüste der Tuareg


Nicht genug: Ebenso bedrohlich sind heute die Uranminen in der Region Agadez bei den aus dem Sand gestampften Minenstädten Arlit und Akouta nahe des Aïr-Gebirges. In diesem Wüstengebiet lässt Frankreich seit rund 40 Jahren rücksichtslos Uran abbauen – durch seinen Atomkonzern Areva (früher Cogema). Dieser deckt weltweit – von der Urangewinnung bis zum Betrieb von Kernkraftwerken – sämtliche Bereiche der Atomindustrie ab und gilt, neben Toshiba, als das grösste Unternehmen der Branche.

Das in Niger durch seine Tochterfirmen Somair und Cominak freigesetzte Uran hält die französischen Kernkraftwerke und die Rüstungsindustrie in Schwung – mit verheerenden Folgen für Mensch, Tier und Umwelt. Dies hat Areva von der globalisierungskritischen „Plattform Public Eye on Davos“ eben den Global-Award für das „verantwortungsloseste Unternehmen des Jahres 2008“ eingetragen. Begründung: Die andauernde und grossflächige Verseuchung von Luft, Wasser und Boden durch den Atommulti sowie dessen Vertuschungsstrategien gegenüber gesundheitlichen Schäden wie Krebs, die von der Firma als Folge von Aids deklariert würden.

Vereinsaustritt deswegen finde ich nun übertrieben, Energieversorger mit Fokus Kerntechnik zu sein ist ja kein Verbrechen, aber der Kauf eines Trikots mit einem Sponsor aus dem Bereich Kernenergie ist damit definitiv für mich vom Tisch. Soll ich dafür ernsthaft „Werbung“ machen? Das kommt ganz sicher nicht in Frage.

Viele Fans sehen das ganz pragmatisch: »was kümmert´s scho´, was die auf der Brust ha´m….gscheit´ spiel´n solln´s« – Ich fürchte aber, die Diskussion ist nach der ersten Irritation aber erst eröffnet.

Hoffentlich behält also Stoibär mit seiner im Glubb-Blog aufgestellte These nicht Recht: »Nene, mit Areva hat sich der Glubb ein ganz faules Ei ins Nest geholt.« Das Potential für eine größere Diskussion mit Auswirkungen auf das Image (jedenfalls in Kreisen, die aktuell keinen Stimmungswandel Pro-Kernkraft gerade verspüren) hat das Thema.

Uns Clubberern bleibt wirklich nichts erspart.

Fußball-Blog mit neuem Namen: clubfans-united.de

Clubfans-United.de

So, das wäre geschafft: Aus clubfans.de wurde clubfans-united.de

Alle Hintergründe und Infos hier »Ab sofort: clubfans-united.de«

Bitte unbedingt Bookmarks und Blogrolls aktualisieren! Danke! 😀

Mitglied bei einem Fußballverein aus Marketing-Sicht

Bild © Endl 2008

Bei aller Liebe zu seinem Verein muß der kritische Blick auf zugesandte Materialien zur Vereinsmitgliedschaft erlaubt sein. Und da gibt es wirklich ne ganze Menge anzumerken …

Meine Devotionalien Formalien Unterlagen zu meiner Club-Mitgliedschaft

Also passt doch perfekt, so drei Tage vor dem Showdown noch ausgestattet mit allem was das Club-Mitglied braucht. Doch da muss ich – Berufskrankheit! – die übersandten Materialien gleich mal unter die Lupe nehmen.

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