Tag Archives: geld

Die Kunst des Schulden machen: Klotzen statt Kleckern

Wenn du 100 Euro zu viel Schulden am Konto hast, wirst du vom einfachen Bankangestellten am Schalter komisch angesehen.

Wenn du 1.000 Euro Schulden hast, wirst du angeschrieben, dass du dir Gedanken machen sollst wie es weitergeht.

Wenn du 10.000 Euro zu viel Miese hast, musst du einen Termin ausmachen, dann trotzdem warten und wirst vom Abteilungsleiter kritisch hinterfragt, musst dein Leben offenlegen und man droht dir alles wegzunehmen.

Wenn du 100.000 Euro Schulden hast, bekommst du Terminvorschläge, der Fililialleiter wartet beim Termin auf dich und du bekommst auch einen Kaffee angeboten.

Wenn du 1.000.000 Euro Schulden hast, geht es dem Fililialleiter nicht gut, die Zentrale macht interne Termine und man macht sich Gedanken für dich, wie es nur weitergehen kann.

Aber das ist alles noch nicht ausgereift.

Denn wenn du 10.000.000.000 Euro Schulden hast, übernimmt Frau Merkel.

(frei wiedergegeben, was ich kürzlich hörte)

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So viel kann kein Mensch wert sein

DFB-Präsident Zwanzger mit Themen, die ihm besser stehen als Moralfragen mit Bloggern über die Gerichte klären zu wollen.

Da gebe ich ihm mal wieder Recht:

“Wenn gewisse Größenordnungen erreicht werden, ist das für mich unmoralisch. So viele Millionen kann kein Mensch wert sein”, kritisiert der DFB-Präsident in der “Frankfurter Allgemeinen Sonntags-Zeitung” die Spielergehälter.

via “So viel kann kein Mensch wert sein” | Fußball | Sport1.de.

{lang: 'de'}

Money Money Money makes the world go round

[Video nicht im Archiv - Link zu Youtube unten]

Aus gegebenen Anlass: Monty Python Money Song (1969)

There is nothing quite as wonderful as money,
There is nothing quite as beautiful as cash,
Some people say it’s folly,
But I’d rather have the lolly,
With money you can ma-ake a splash.

There is nothing quite as wonderful as money
(money money money)
There is nothing like a newly minted pound
(money money, money)

Everyone must hanker for the butchness of a banker
It’s accountancy that makes the world go ’round
(round round round)

{lang: 'de'}

125 Millionen für Kaka

In Worten: Hundertfünfundzwanzig

Der “Witz” mit dem Kaka (= Fäkalien; Kindersprache) hat natürlich nen Bart für Fußball-Kenner, aber witzig ist das Ganze für mich dann doch eigentlich gar nicht. Der englische Premier League Club Manchester City, im Eigentum einer Investorengruppe aus dem Scheichtum Abu Dhabi, bietet 125 Millionen für Scheiß

Ich schätze Herrn Ricardo Izecson dos Santos Leite, Künstlername Kaká, als Fußballer und Mensch sehr, aber niemand auf dieser Welt ist 125 Millionen Euro in dem Sinne ‘wert’, dass er dafür bisschen Fußball kickt. Es ist einfach nur Fußball!

Ginge es nach mir und hätte ich was zu sagen (was man so nur sagen kann und darf, wenn man nichts zu bestimmen hat), würde ich nach offizieller Bestätigung des Angebots einen schönen weißen Wagen mit zwei Männern vorfahren lassen, den zuständigen Manager mitnehmen und das gesamte Vermögen zum Volkseigentum machen – denn offensichtlich haben die aktuellen Besitzer des Geldes jeglichen Realitätssinn verloren.

Es wird dringend Zeit, dass sowohl in puncto Transfersummen wie auch Gehalt (Stichwort salary cap) die Vernunft in Form einer gemeinsamen Regelung kommt, um diesem Irrsinn ein Ende zu bereiten. Ganze Kontinente leiden unter Hunger, Europa und Amerika stöhnen unter der Rezession und andere hauen die Millionen um sich, dass es kracht.

Sorry, aber für mich muss jede Freiheit (auch wirtschaftliche Freiheit!) ihre Grenze spätestens an Moral und Vernunft finden.

{lang: 'de'}

Finanzkrise verständlich erklärt

Jetzt kapier sogar ich es:

Heidi besitzt eine Bar in der Berliner Innenstadt. Um den Umsatz zu steigern beschließt sie, die Getränke der treuen Kundschaft -mehrheitlich Alkoholiker ohne Arbeit – aufzuschreiben (ihnen also Kredit zugewähren).

Das spricht sich herum und dadurch drängen sich immer mehr Kunden in “Heidi’s Bar”. Da die Kunden sich um die Bezahlung vorerst keine Sorgen machen müssen, verteuert Heidi die Preise für Wein und Bier, die meistkonsumierten Getränke, und erhöht damit massiv ihren Umsatz.

Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank sieht in diesen Kundenschulden wertvolle künftige Guthaben und erhöht die Kreditlinie für Heidi. Er macht sich keine großen Sorgen, er hat ja die Schulden der Alkoholiker als Deckung.

Am Sitz der Bank transformieren Top ausgewiesene Banker diese Kundenguthaben in SUFFBOND, ALKBOND und KOTZBOND um. Diese Papiere werden dann weltweit gehandelt. Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen bedeuten und wie sie garantiert werden; da die Kurse aber steigen, werden die Papiere ein Renner.

Eines Tages und obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Risk-Manager (inzwischen selbstverständlich entlassen – Begründung: er war zu negativ) der Bank fest, dass man die Schulden der Alkis von Heidi’s Bar langsam einfordern sollte. Die können aber nicht zahlen. Heidi kann ihren Kreditverpflichtungen nicht nachkommen und macht Konkurs.

SUFFBOND und ALKBOND verlieren 95%, KOTZBOND hält sich besser und stabilisiert sich nach einem Verlust von 80%. Die Lieferanten hatten Heidi’s Bar längere Zahlungsfristen gewährt und zudem in die Papiere investiert: der Weinlieferant geht Konkurs, der Bierlieferant wird von einem Konkurrenten übernommen.

Die Bank wird durch die Regierung Merkel/Steinmeier in einer dramatischen, tage- und nächtelang arbeitenden Aktion gerettet. Die hierfür notwendigen Summen werden in einer Umlage von den Nicht-Alkis eingezogen.

Endlich mal eine einfache Erklärung

[unbekannter Verfasser - via]

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Bürger-Sponsoring: Regierung plant jedem Bürger 400 Euro Konsumscheck zu schenken

Ich hielt es auch für einen Scherz – aber wer weiß das heutzutage schon noch. Laut RP-Online erwägt die Bundesregierung bei anhaltender Rezession die Konjunktur durch Ausgabe von Konsum-gebundenen Wertschecks an die Bürger anzukurbeln.

Im Gespräch sind personalisierte, mit einem Verfallsdatum versehene Schecks für jeden Erwachsenen. Das Gesamtvolumen würde 26 Milliarden Euro betragen, eine Größenordnung wie bei der letzten Steuerreform der rot-grünen Bundesregierung. Die Konsumschecks könnten nicht gegen Bargeld eingelöst, sondern müssten ausgegeben werden. So könnte die Regierung gewährleisten, dass die Bürger das Geld nicht sparen.

Quelle RP-Online: Wirbel um Konsumschecks gegen die Krise

Was mehr so als eine Art Witz kursierte, in Anbetracht der Milliarden-Geschenke an Wirtschaft und Finanzmärkte, könnte nach diesem “Plan” Realität werden. Würde man spontan auch als “Ente” ad acta legen – aber mal so im Ernst: Warum nicht? Ist doch alles nur noch virtuell, das ganze Geld. Alles eine Momentaufnahme – heute ist eine Firma Millionen schwer, morgen das Papier nicht wert auf dem die Aktie gedruckt ist. Andere Länder, wie die USA, machen einen großen Haufen auf internationales Fairplay, von den Chinesen brauchen wir gar nicht zu reden.

Also: Nur Mut! Und übermorgen erlassen wir unserem Staat einfach die Schulden per Beschluß. Was bei den Finanzmärkten Recht ist, ist bei Staaten doch nur billig. Wir sprechen uns international einfach frei von Schulden und machen wieder weiter wie bisher! Warum da nicht eher einer drauf gekommen ist!

[via]

P.S. Wie Udo Vetter im lawblog bereits andeutet, würde sowas wohl ein bürokratisches Scharmützel zur Folge haben. Im Sinne von “nur Bares ist Wahres” würde mancher versuchen die Schecks zu Geld zu machen und am Ende wird man mehr im Fernost einen signifikanten Boom an Elektronik-Artikel-Absätzen verzeichnen als in der deutschen Wirtschaft. Also bliebe nur das vorgeschlagene “Bundesamt für die Konsumscheckkontrolle” und vielleicht eine “3. Durchführungsverordnung für die Ausgabe- und Einlösungs-Regelung basierend auf dem 2. Ergänzungsgesetz der Konsumscheck-Regelung”, in der geregelt würde, dass ausschließlich Produkte aus europäischer Produktion erworben werden könnten, die wiederum mit einer DIN-Norm-versehenen “Konsum-Siegel”, das in einer europäischen Richtlinie grundsätzlich an die Regierungen zur individuellen staatlichen Umsetzung verabschiedet würde, gekennzeichnet wären. Aufgrund der so notwendigen Abstimmung inklusive der Umsetzungsfristen und der folgenden Klage diverser internationaler nicht-Konsum-Siegel-konformen Einzelhandelsketten, die sich in ihrem freien Wettbewerb gestört fühlen und eine Beseitigung der Benachteiligung vor dem EuGH einklagen, könnte mit dem Konsumscheck voraussichtlich 2016 gerechnet werden. Zu diesem Zeitpunkt würde der Wert des 400-Euro-Scheck dann auch umgelegt auf die heutige Kaufkraft noch geschätzte 22,50 Euro betragen, was ja auch deutlich besser im Haushalt zu rechtfertigen werden, der dann regierenden Ampel-Koalition, bestehend aus »Die Linke – FDP und Bündnis90/Die Grünen«.

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Der kleine Mann von der Straße

Warum verstehen wir nur nicht die Sorgen und Nöte der großen Leute? Und warum viel Information alles nur noch schlimmer macht.

Ich bin ein kleiner Mann. Nicht mal von der Größe her, aber doch aus der Perspektive bestimmter Leute. Sogar “von der Straße” bin ich, dabei hab ich ein sehr annehmliches Dach über dem Kopf und sogar nette Nachbarn. Dennoch bin ich der “kleine Mann von der Straße”, weil ich eben keiner der Großen bin, der Großen aus Politik und Wirtschaft. Ich bin eben einer der nicht versteht, verstehen kann, die Zusammenhänge, die Notwendigkeiten, die Zwänge, die man eben nur begreift, wenn man selbst im Haus sitzt – und nicht nur von außen draufsieht, von der Straße, wenn man eben nur mal vorbeiging und Blicke erhaschen konnte von drinnen, durchs Fenster, oder was man eben verkündet bekommt oder was zu redseelige Bedienstete oder Boten aufgeschnappt und nach draußen trugen.

So ist unser Leben bestimmt, für die meisten von uns, ein “kleiner Mann von der Straße” zu sein. Wir bekommen nur mit, was nach draußen dringt, was man uns zumutet, was durchrutscht, was nach außen dringen soll – strategisch oder boshaft zum Schaden eines anderen oder um die Volksseele dosiert zum Köcheln zu bringen – nur nicht zum Kochen, das wäre zu unkontrollierbar, am Ende stürmt noch einer den Palast. Was man dem “kleinen Mann” auf der Straße zumuten kann, darüber machen sich die drinnen viele Gedanken, Gedanken über das “was” und “wie viel” und “in welcher Form”. Denn nicht alles versteht der “kleine Mann von der Straße” so auf anhieb – ja, er könnte alles mißverstehen, könnte am Ende nicht begreifen, wie eben die Zusammenhänge, die Notwendigkeiten und die Zwänge waren, die zu dem führten, was man nun verkünden muss, und der “kleine Mann von der Straße” wird einen Kopf fordern in seinem Unverstand, seinem fehlenden Kausalverständnis, das man sich erst aneignen kann, wenn man selbst einmal die Zusammenhänge, die Notwendigkeiten und die Zwänge am eigenen Leibe erlebte.

Manchmal zeigen andere “Menschen von der Straße” den anderen solche Zusammenhänge auf. Gefährliche Aussteiger und Freigeister sind das – Leute, die das ganze System mit ihren unbedachte Äußerungen gefährden, die meinen die Wahrheit würde etwas besser machen. Kinder sind es, Kinder, die nicht verstehen, dass die Wahrheit keine leichte Kost ist, eine Kost, die dem “Mann von der Straße” gar nicht bekommt, weil er damit gar nicht umgehen kann. Wer sowas tut, tut der Gesellschaft keinen Gefallen – jedenfalls aus der Sicht bestimmter Leute mit dem Blick auf den “kleinen Mann von der Straße”.

Das ganze Internet hat alles nur noch schwieriger gemacht. Medien konnte man wenigstens kaufen – und zwar mit dem Geld, dass der “kleine Mann von der Straße” mit seiner Leistung, seinen Einlagen und auf sein Risiko erwirtschaftet hat – zu seinem Schutze. Doch nun sprießen immer neue Stimmen zu Tage, immer mehr dieser Querdenker beginnen zu reden, man kann sie nur juristisch erschlagen, doch wie Ratten kommt immer wieder ein neuer Kopf aus den Löchern. Man muss sie an der Wurzel packen, ihre Glaubwürdigkeit zerstören, sie einschüchtern und überwachen – die Politik ist in der Pflicht, in der Pflicht das System zu schützen, ein System, dass sie selbst zu den Großen der Politik erst machte, sie sind in der Pflicht und in der Schuld!

Doch Schuld, Schuld an allem, an der Panik, an den Überreaktionen, das haben doch sie! Die, die reden, die modernen Aufklärer. Sie sind die Unbekannte der Gleichung, mit all ihrer Furcht und ihrem Idealismus, ihre kleinkarierte Denke um das Wohl des Einzelnen – und sie meinen sich doch nur selbst! Sie sorgen sich nur um ihr eigenes Wohl und das aller kleinen Männer!

Doch das Wohl kann gar nicht für den Einzelnen bestimmt sein, denn das System funktioniert nur im begrenzten Maßstab – eben wenn viele “auf der Straße” sind und nur wenige “im Haus” – so sind die Regeln unserer Gesellschaft, so war es immer.

Doch ist das Kind im Brunnen, wenn zu viel bereits passiert ist um die Stimmung noch retten zu können mit Vertuschung. Wenn der “kleine Mann von der Straße” den Stimmen aus dem Haus nicht mehr glaubt, dann heisst es die Gelegenheit ergreifen. Sich unters Volk mischen, sich zu einem von ihnen machen, seine eigenen Aussagen von gestern verwischen und sich einfach mit dazu stellen – zum Pulk vor dem Haus und mitgrölen, einfach das, was die Volksseele schreit: “Raus mit ihnen! Wir wollen sie zur Verantwortung ziehen!” Aus Inbrunst, bis man einen oder zwei gefunden hat, die bei drei nicht auf den Bäumen respektive aus dem Hause waren – gern genommen die, die sich nicht selbst schnell genug verleugnen konnten. Und reden muss man, viel reden, am Besten das, was jetzt offensichtlich ist und die Mahner schon riefen, als man selbst noch im Haus saß und sich über dieses Geschmeiß echauffierte.

Nach einer Weile darf man den Absprung nicht verpassen, sonst wird man selbst zu einem von ihnen, vergessen und bedeutungslos in der Masse. Nun gilt es einen Schritt vorzutreten, sich zwischen Haus und Straße zu stellen. Es gilt nun Reformer zu sein, aus der Vergangenheit lernen wollen, Einsicht zeigen ob der Fehler des Systems, natürlich nicht der eigenen, und aufbrechen wollen, diese Zusammenhänge, die Notwendigkeiten und die Zwänge. Nicht wirklich und wollend, aber überzeugend – und darauf kommt es an.

Der “kleine Mann von der Straße” wird bald müde werden, seine Konzentration bricht gern ein, wenn man nur lange genug redet um auf den Punkt zu kommen. Als sie begannen wieder zuzuhören, war das Spiel auch schon gewonnen. Dann baut man sie wieder auf, die Zusammenhänge, die Notwendigkeiten und die Zwänge, und wirbt im Rahmen des Machbaren und möglichst perspektifisch um Geduld und versichert seinen 100%igen Einsatz. Der “kleine Mann” könne daher getrost nach Hause gehen – und man selbst zurück ins Haus. Jeder auf seinen Platz zurück, der ihm gebührt.

Doch manchmal reicht das alles nicht. Manchmal brechen Systeme tatsächlich zusammen und lassen sich nicht wieder herreden. Schlimme Zeiten sind das, Zeiten der Zerstörung, der Neuordnung, des Chaos. Dann sitzen sie plötzlich alle wirklich in einem Boot, der kleine und der große Mann, und der “große Mann” weiß, dass er jetzt viel zu verlieren hat, auch gerade weil die “kleinen Leute”, die eh schon wenig hatten und nun noch mehr verloren haben, jetzt im Vorteil sind. Wer wenig zu verlieren hat, neigt zu radikalen Dingen.

Und das macht ihnen großen Kummer, den großen Leuten. Gerade weil sie nicht mehr tragen, die Zusammenhänge, die Notwendigkeiten und die Zwänge, die einen Schutz gaben und das stabile System bildeten. Großen Kummer, nicht um der Krise selbst, den Zerstörungen und den Opfern willen. Es macht ihnen Kummer, denn am Ende könnten andere die Gewinner sein.

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